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Rollstühle: Für jedes Bedürfnis die passende Lösung

Viele Personen verbinden mit einem Rollstuhl das Ende der eigenen Mobilität und Unabhängigkeit. Entgegen dieser Auffassung bietet die Mobilitätshilfe auf vier Rädern die Gelegenheit, trotz körperlicher Beeinträchtigungen aktiv am Leben teilzunehmen.

Ein Rollstuhl erlaubt die Teilnahme am Leben trotz körperlicher Beeinträchtigung.
©jcomp | Freepik.com


1. Unter welchen Bedingungen ist die Nutzung eines Rollstuhls unverzichtbar?

2. Welcher Rollstuhl passt zu mir?

2.1. Der Standardrollstuhl

2.2. Der Leichtgewichtrollstuhl

2.3. Der Pflegerollstuhl

2.4. Der Aktivrollstuhl

2.5. Der Elektrorollstuhl

3. Welche Anforderungen sollte ein Rollstuhl für meine körperlichen Bedürfnisse erfüllen?

3.1. Merkmale eines bequemen Rollstuhlsitzes

3.2. Technisches Zubehör zur Erleichterung des Rollstuhl-Alltags

3.3. Die Qualität des Rollstuhls und dessen Sicherheit

4. Wie lerne ich das sichere Fahren mit einem Rollstuhl?

5. Welche Einschränkungen und Barrieren erleben Rollstuhlfahrer in der Öffentlichkeit?

5.1. Mit dem Rollstuhl öffentliche Hindernisse überwinden

5.2. Trotz Rollstuhl mit dem Flugzeug verreisen

5.3. Sportliche Aktivitäten mit dem Rollstuhl

6. Mit welchen Kosten werden Nutzer eines Rollstuhls konfrontiert?

6.1. Wartung und Reparatur von Rollstühlen

6.2. Sind Rollstühle versicherungspflichtig?

7. Beteiligt sich die Krankenkasse an der Finanzierung des Rollstuhls?

8. Ist es möglich, einen Rollstuhl für einen begrenzten Zeitraum auszuleihen?


Über zwei Millionen Menschen sind in Deutschland auf einen Rollstuhl angewiesen. Dabei handelt es sich um einen Sitz mit vier Rädern, der entweder durch Muskelkraft oder mithilfe eines Motors bewegt wird.

Für viele Menschen ein Fluch – bei genauerer Betrachtung aber ein wahrer Segen: Mobilitätshilfen unterstützen körperlich eingeschränkte Personen dabei, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten.

1. Unter welchen Bedingungen ist die Nutzung eines Rollstuhls unverzichtbar?

Die Gründe für die Nutzung eines Rollstuhls sind vielfältig: angefangen bei einer kurzfristigen Verletzung, über die Nachwirkungen einer Operation, bis hin zu Funktionsstörungen in den Gliedern oder der Wirbelsäule. Manchmal ist die Gehfähigkeit auch altersbedingt beeinträchtigt. Mithilfe eines Rollstuhls ist es möglich, trotz körperlicher Einschränkung aktiv am Leben teilzuhaben, Ausflüge zu unternehmen und sich in den eigenen vier Wänden zu bewegen. Daher kann der Einsatz eines Rollstuhls sowohl für den kurzfristigen Bedarf als auch für einen längeren Zeitraum hilfreich sein.

2. Welcher Rollstuhl passt zu mir?

Je nach Verwendungszweck kommen verschiedene Rollstuhlmodelle für den Nutzer in Frage. So kann beispielsweise die Unterscheidung wichtig sein, ob man den Rollstuhl ausschließlich im Hausinneren oder auch im Außenbereich nutzt. Ebenso spielt es eine Rolle, ob der Rollstuhlfahrer an (sportlichen) Aktivitäten teilnimmt oder der Rollstuhl in der Pflege eingesetzt wird.

HINWEIS DER REDAKTION:

Grundsätzlich gilt: Je individueller sich der Rollstuhl an die körperlichen Bedürfnisse und Proportionen des Nutzers anpassen lässt, desto komfortabler und sicherer gestaltet sich die Fortbewegung mit der Mobilitätshilfe. Für Begleitpersonen ist die Ergänzung einer Trommelbremse empfehlenswert – mit ihr gelingt der Transport der körperlich eingeschränkten Person ohne Risiko.

2.1. Der Standardrollstuhl

Der Standardrollstuhl dient häufig Personen, die für einen befristeten Zeitraum auf die Nutzung der Mobilitätshilfe angewiesen sind – so beispielsweise in Folge einer Verletzung oder Operation.

Hier kann sich der Nutzer auf alle relevanten Ausstattungsmerkmale und wesentlichen Funktionen verlassen - eine dauerhafte Lösung bei einer eingeschränkten Mobilität ist er aber nicht. Denn bei dieser Art Rollstuhl spielen individuelle Anpassungsmöglichkeiten meist nur eine untergeordnete Rolle.  Je mehr Zeit man jedoch in seinem Rollstuhl verbringt, desto wichtiger die Anpassung an die jeweiligen körperlichen Bedürfnisse.

Ein weiterer Nachteil im Hinblick auf den dauerhaften Gebrauch ist das vergleichsweise hohe Gewicht von etwa 20 Kilogramm, das aus der Verwendung eines stabilen Stahlrahmens resultiert und während des Eigenantriebs einen hohen Kraftaufwand erfordert. Zugleich spricht dieser Rahmen für eine hohe Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit.

Aus diesen Gründen kommt der Standardrollstuhl vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zum Einsatz, da die Fortbewegung mit dem Rollstuhl in der Regel von einer weiteren Person begleitet wird.

Wegen des relativ günstigen Anschaffungspreises eignet sich diese Standard-Version als Zweitrollstuhl – egal ob im Innen- oder Außenbereich: Ist der Rollstuhl mit einem Faltmechanismus und Steckachsen ausgestattet, lässt er sich platzsparend verstauen, wenn er nicht benötigt oder beispielsweise mit dem Auto transportiert wird.

2.2. Der Leichtgewichtrollstuhl

Wie der Name dieses Rollstuhltyps bereits verrät, handelt es sich bei diesem Modell um ein leichteres Gerät, das zwischen 12 und 18 Kilogramm wiegt. Zwar lässt sich dieser Rollstuhl optisch kaum von der Basic-Variante unterscheiden, dennoch überzeugt er im Hinblick auf Handhabung und Fahrkomfort: Durch das Aluminiumgestell erleben Nutzer ein geringeres Gewicht, durch das sich der Rollstuhl leichter aus eigener Kraft antreiben, schieben und transportieren lässt. Ebenso lassen sich mit ihm kleinere Hindernisse problemlos überwinden, was dem Einzelnen mehr Mobilität im Alltag ermöglicht. Weil es verschiedene Verstell- und Anpassungsmöglichkeiten für diese Rollstuhlart gibt, verbessern diese nicht nur die Fahreigenschaften, sondern auch den Komfort des Nutzers. Daher eignet sich ein Leichtgewichtrollstuhl für einen längerfristigen Gebrauch. Die Kosten für einen Leichtgewichtrollstuhl liegen zwischen 200 und 900 Euro.

2.3. Der Pflegerollstuhl

Unter einem Pflegerollstuhl versteht man einen Multifunktionsrollstuhl, der variable Sitz- und Positionierungsmöglichkeiten einer pflegebedürftigen Person ermöglicht. Im Vergleich zu einem Standardmodell ist er wesentlich größer und etwas schwerer. Er besitzt eine höhere und verstellbare Rückenlehne sowie eine zusätzliche Kopfstütze. Darüber hinaus besitzt dieses Modell breite Arm- und Fußlehnen. Auf diese Weise passt er sich den individuellen Sitzbedürfnissen des Nutzers an, ermöglicht es ihm, eine Liegeposition einzunehmen oder unterstützt ihn beim Aufsetzen. Indem sich der Rollstuhl ideal an die jeweilige Körperform des Nutzers anpasst, gestaltet sich auch das Sitzen komfortabler. Weil der Pflegebedürftige meist begleitet wird, sollte der Pflegerollstuhl grundsätzlich mit einer Trommelbremse ausgestattet sein, um die jeweilige Pflegekraft bzw. die Begleitperson bei der Fortbewegung zu unterstützen. Aus den vielfältigen Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeiten ergeben sich für einen Pflegerollstuhl Kosten von mehreren hundert bis zu 1.500 Euro.

2.4. Der Aktivrollstuhl

Ein Aktiv- oder Adaptivrollstuhl passt sich den Bedürfnissen und Anforderungen eines aktiven Benutzers an, denn seine Eigenschaften ermöglichen die Teilnahme an Unternehmungen und sogar sportlichen Aktivitäten: Durch die spezielle Bauart, die auf einer Anfertigung aus Aluminium oder Leichtmetall basiert, und das geringe Gewicht von sechs bis zwölf Kilogramm erlebt der Nutzer ein Höchstmaß an selbstständiger Mobilität. Darüber hinaus erhöhen individuelle Anpassungsmöglichkeiten den Fahrkomfort. Weil sich der Aktivrollstuhl genau auf die Körpermaße und Bedürfnisse des Fahrers anpasst, ist er für eine dauerhafte Nutzung geeignet. Daneben gibt es viele weitere Spezialausführungen, deren Eigenschaften den Rollstuhlfahrer bei sportlichen Aktivitäten individuell unterstützen und fördern.

Ein Aktiv- bzw. Adaptivrollstuhl kostet zwischen 1.000 und 1.800 Euro.

Im Übrigen unterscheidet man bei Aktivrollstühlen zwischen Modellen mit Starrrahmen und Modellen mit Faltrahmen. Während der starre Rollstuhlrahmen mehr Stabilität bietet, ermöglicht ein faltbarer Rollstuhl mehr Flexibilität im Alltag.

2.5. Der Pflegerollstuhl

Sind körperlich eingeschränkte oder gehunfähige Personen nicht mehr in der Lage, einen Rollstuhl aus eigener Kraft anzutreiben, kommt möglicherweise die Nutzung eines Elektrorollstuhls in Frage: Dieser bewegt sich mithilfe eines Motors fort, der sich mittels eines intuitiv bedienbaren Joysticks sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich steuern lässt. Je nachdem, in welchen Bereichen der Elektrorollstuhl eingesetzt wird, ist ein Front-, Mittel- oder Heckantrieb sinnvoll.

Auch Elektrorollstühle verfügen über verschiedene Ausstattungs- und Anpassungsmöglichkeiten, um dem Nutzer einen größtmöglichen Komfort hinsichtlich seiner körperlichen Bedürfnisse zu ermöglichen. Je umfangreicher die Ausstattung, desto komfortabler und sicherer die Fortbewegung mit der Mobilitätshilfe. Fällt die Wahl auf einen Elektrorollstuhl, müssen Käufer mit Kosten bis zu 5.000 Euro rechnen.

3. Welche Anforderungen sollte ein Rollstuhl für meine körperlichen Bedürfnisse erfüllen?

Ist man als körperlich eingeschränkte Person auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen, hängt die Wahl des Modells von den individuellen Bedürfnissen ab. So spielen beim Kauf die Größe, das Gewicht und der Einsatzbereich der Mobilitätshilfe sowie die individuellen Ausstattungswünsche eine wichtige Rolle.

3.1. Merkmale eines bequemen Rollstuhlsitzes

Um zu vermeiden, sich zwischen den Seiten des Sitzes eingeengt zu fühlen, sollte die Sitzfläche ausreichend groß sein: Der Nutzer des Rollstuhls sollte von beiden Seiten Halt erfahren und sich zugleich an die Rückenlehne anlehnen können, ohne Enge zu erfahren.

Neben der Breite der Sitzfläche, die nicht zu kurz oder zu lang für die Oberschenkel sein sollte, ist auch die Höhe des Rollstuhls für den Benutzer relevant, die auf die Beinlänge abgestimmt wird. Außerdem wird die Bewegung beim selbstständigen Fahren nicht eingeschränkt, wenn die Rückenlehne unter den Schulterblättern endet.

3.2. Technisches Zubehör zur Erleichterung des Rollstuhl-Alltags

Als Rollstuhlfahrer führt man viele Aktivitäten im Sitzen aus. Bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben können hier einige Hürden auftreten, wie beispielsweise beim Öffnen und Schließen von Türen. An dieser Stelle kommen funkgesteuerte Systeme zum Einsatz, die beispielsweise per Knopfdruck eine Öffnung der jeweiligen Tür veranlassen.

Liegen Gegenstände nicht in Reichweite, lässt sich dieses Problem mit Greifzangen lösen. So können Kleidung oder Geschirr mühelos aus dem Schrank genommen werden.

Um den Gang zur Toilette zu erleichtern, unterstützt die Anbringung von Haltegriffen den Wechsel von Rollstuhl zu Toilettensitz.

3.3. Die Qualität des Rollstuhls und dessen Sicherheit

Der wohl wichtigste Faktor im Hinblick auf die Sicherheit während des Rollstuhlfahrens ist die Qualität der Mobilitätshilfe selbst. Denn Personen, die auf dieses Mobilitätsmittel angewiesen sind, wollen sich stets darauf verlassen können, dass der Rollstuhl funktionsfähig ist. Um diese Sicherheit zu garantieren, werden Rollstühle regelmäßig von verschiedenen Institutionen geprüft. So untersucht beispielsweise Stiftung Warentest die Verarbeitung, Qualität der Materialien, Ergonomie sowie Technik der Geräte.

4. Wie lerne ich das sichere Fahren mit einem Rollstuhl?

Setzt man sich zum ersten Mal mit dem Fahrerlebnis mit einem Rollstuhl auseinander, ist diese Erfahrung zunächst ungewohnt. Sogar langjährigen Rollstuhlfahrer erscheinen bestimmte Alltagssituationen als große Herausforderung.

Um mit schwierigen Alltagssituationen besser umgehen zu können, lohnt sich ein Grundlagentraining oder ein Training für Fortgeschrittene: Im Rahmen dieser Rollstuhlübungen demonstrieren Trainer wichtige Tipps und Tricks zur Bewältigung verschiedener Alltagssituationen.  Hier erfahren Rollstuhlfahrer unter anderem, wie sie richtig balancieren, über Kopfsteinpflaster fahren und Rampen oder Absätze überwinden.

Eine erste Anlaufstelle für eine solche Trainingseinheit stellt beispielsweise der Deutsche Rollstuhl-Sportverband dar: Mit unterschiedlichen Kooperationspartnern bietet er Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse an.

5. Welche Einschränkungen und Barrieren erleben Rollstuhlfahrer in der Öffentlichkeit?

Bei der Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Innenstadt oder auf Reisen begegnen Rollstuhlfahrer vielen Hindernissen, die manchmal unüberwindbar erscheinen. Gegebenenfalls erleben sie dadurch Einschränkungen in ihrer Alltagsgestaltung – häufig gibt es für diese Probleme aber bereits Lösungen, um mobilitätseingeschränkten Personen einen barrierefreien Alltag zu ermöglichen.

5.1. Mit dem Rollstuhl öffentliche Hindernisse überwinden

Ein Stadtbummel kann sich für Rollstuhlfahrer als wahrer Hindernisparcours herausstellen: Möchte man öffentliche Verkehrsmittel nutzen, stellen hohe Einstiege eine ärgerliche Hürde dar. Um körperlich eingeschränkte Personen dennoch zu befördern, gibt es mobile Einstiegsrampen oder Auffahrschienen, die den Einstieg in Bus und Bahn erleichtern. Das Bus- und Bahnpersonal ist in der Regel gerne dazu bereit, eine Auffahrschiene zur Verfügung zu stellen.  

Bei kleineren Treppenabsätzen oder Bordsteinkanten sind in der näheren Umgebung meist Rampen verfügbar. Innerhalb von Kaufhäusern oder öffentlichen Gebäuden sollten stets Rollstuhl- oder Personenlifte vorhanden sein.

Stellen Rollstuhlfahrer fest, dass in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde in öffentlichen Einrichtungen keine behinderten- bzw. rollstuhlgerechten Zugänge vorhanden sind, ist es ratsam, sich an den Behindertenbeauftragten der Gemeinde zu wenden. Auf diese Weise erfährt die Stadt von den Mängeln und wird diese möglicherweise zeitnah im Hinblick auf Barrierefreiheit beheben.

5.2. Trotz Rollstuhl mit dem Flugzeug verreisen

Nur, weil man auf einen Rollstuhl angewiesen ist, bedeutet das nicht, an einen Ort gebunden zu sein: Auch mit der Mobilitätshilfe lässt es sich verreisen – sogar mit dem Flugzeug. Dieses Vorhaben setzt allerdings eine entsprechende Planung voraus.

Viele Flughäfen bieten Reiseassistenzen an, die körperlich Eingeschränkte beim Check-In, bei der Kofferabgabe wie auch bei der Sicherheitskontrolle unterstützend begleiten. Dieser Service ist in der Regel kostenlos, sollte aber bereits im Vorfeld organisiert werden: Denn damit dieser Vorgang reibungslos vollzogen werden kann, ist es empfehlenswert, die Fluggesellschaft mindestens 48 Stunden vor dem Flug zu kontaktieren und über den Bedarf einer Begleitung zu informieren.  

Ob man den eigenen Rollstuhl auch während des Flugs verwenden darf, hängt von der Bauart der Mobilitätshilfe und den Bedingungen sowie Gewichts- und Größeneinschränkung der Fluggesellschaft ab. Ist der Rollstuhl nicht falt- bzw. klappbar, kann es sein, dass die Fluggesellschaft darauf besteht, das Gerät als Sperrgepäck im Frachtraum zu befördern. In diesem Fall ist der Rollstuhl während des Check-Ins als Sperrgepäck anzumelden.  Vor dem Einstieg in das Flugzeug erhalten Rollstuhlfahrer dann einen speziellen Bordrollstuhl, der während des Flugs genutzt werden kann.

5.3. Sportliche Aktivitäten mit dem Rollstuhl

Auch sportliche Aktivitäten lassen sich mit einem Rollstuhl realisieren: Ob Badminton, Tennis, (Sitz-)Gymnastik oder Tanzen ─ bei all diesen Sportarten ist es möglich, sich trotz Rollstuhl aktiv zu beteiligen.  Diese Kurse werden meist von speziell ausgebildeten Sportlehrern oder Therapeuten geleitet. Im Rahmen dieser Veranstaltungen üben Rollstuhlfahrer nicht nur den Gebrauch ihrer Mobilitätshilfe, sie fördern auch ihre Beweglichkeit und erleben darüber hinaus eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins und fühlen sich als zugehöriger Teil einer Gemeinschaft.

6. Mit welchen Kosten werden Nutzer eines Rollstuhls konfrontiert?

Bei der Anschaffung eines Rollstuhls ist mit einem Minimum von 250 Euro zu rechnen. In der Preisspanne nach oben sind hingegen keine Grenzen gesetzt. Daher können die Kosten in Abhängigkeit von Ausstattung und Art des Fortbewegungsmittels stark variieren. Entscheidet man sich für einen Elektro-Rollstuhl, kann dieser sogar bis zu 10.000 Euro kosten.

Unter bestimmten Voraussetzungen kommt auch die Krankenkasse für die Kosten dieser Mobilitätshilfe auf. In diesem Fall müssen Betroffene lediglich eine Zuzahlung leisten.

6.1. Wartung und Reparatur von Rollstühlen

Die Inspektion eines Rollstuhls ist nach geltendem Recht § 33 Abs. 1,4 BSG V (Wartung, Instandsetzung, Ersatzbeschaffung) Teil der Versorgungsverpflichtung des Kostenträgers und wird auch von diesem übernommen. Kam die Krankenkasse im Vorfeld für den Erwerb des Rollstuhls auf, übernimmt diese also auch die Kosten für eine Wartung bzw. Reparatur des Geräts.

Ansprechpartner für die Wartung ist daneben das Sanitätshaus bzw. der Händler, bei dem der Rollstuhl erworben wurde.

Zusätzlich zu diesen vorgeschriebenen Wartungen sollte der Rollstuhl regelmäßig gereinigt, geprüft und kontrolliert werden. Dies gilt unter anderem im Hinblick auf den Reifenfülldruck, das Reifenprofil, die Funktionstüchtigkeit der Bremsen sowie eventuelle Beschädigungen, die die Sicherheit des Benutzers gefährden könnten.

Kam der Besitzer privat für den Rollstuhl auf, ist er – abgesehen von den Garantiebestimmungen – selbst für erforderliche Reparaturen verantwortlich.

6.2. Sind Rollstühle versicherungspflichtig?

Rollstühle, die nicht schneller als 6 km/h fahren, sind von der Versicherungspflicht befreit. Für Elektrorollstühle hingegen, die schneller als 6 km/h fahren, muss eine spezielle Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen und ein Versicherungskennzeichen angebracht werden. Diese Versicherung gilt in der Regel für ein Jahr. Die Kosten für die Versicherung liegen hier bei etwa Euro für 12 Monate. Für den Elektrorollstuhl, der schneller als 6 km/h fährt, wird darüber hinaus eine Betriebserlaubnis benötigt – ein Führerschein ist nicht unbedingt erforderlich.

7. Beteiligt sich die Krankenkasse an der Finanzierung des Rollstuhls?

Um eine finanzielle Unterstützung von der Krankenkasse zu erhalten, ist der schriftliche Nachweis der medizinischen Notwendigkeit eines Rollstuhls durch den Hausarzt erforderlich. In diesem Fall muss der Betroffene selbst lediglich eine Zuzahlung von fünf bis zehn Euro leisten.

Wünscht oder benötigt man ein Rollstuhlmodell, das teurer ist als das Standardmodell, erstellt das Sanitätshaus einen entsprechenden Kostenvoranschlag. Es liegt nun an der Krankenkasse, ob sie diesen akzeptiert und hier ebenfalls die Kosten übernimmt. Dieser Fall tritt in der Regel nur ein, wenn das beschriebene Zusatzmodell medizinisch erforderlich ist und die Möglichkeit besteht, die körperliche Beeinträchtigung und somit die Lebensqualität der Person zu verbessern. Weist die Krankenkasse den Kostenvoranschlag ab, müssen die Betroffenen die Mehrkosten selbst tragen.

8. Ist es möglich, einen Rollstuhl für einen begrenzten Zeitraum auszuleihen?

Ist man nur vorrübergehend auf einen Rollstuhl angewiesen, beispielsweise in Folge einer Verletzung oder Operation, ist es möglich, einen Rollstuhl zu mieten oder auszuleihen.

Erste Anlaufstelle für den Verleih eines Rollstuhls ist ebenfalls das Sanitätshaus.

Zudem gibt es vor allem in größeren Städten einige Anbieter, die Rollstühle verleihen. Dabei können die Kosten variieren: Für ein Standardmodell liegen die Kosten zwischen fünf und 15 Euro pro Tag. Andere Modelle, wie zum Beispiel Elektrorollstühle, sind meist teurer. Bei gewerblichen Anbietern können darüber hinaus eine Reinigungs- bzw. Bearbeitungsgebühr sowie eine Kaution anfallen. In diesem Kontext ist es ratsam, sich im Vorfeld über die unterschiedlichen Anbieter zu informieren und die Preise sowie die Qualität und die Funktionalität der angebotenen Modelle zu vergleichen.

Wer sich einen Rollstuhl ohne einen medizinischen Nachweis ausleihen möchte, muss das Gerät meist auch aus eigener Tasche bezahlen. Ist man hingegen aus medizinischer Sicht für einen bestimmten Zeitraum auf einen Rollstuhl angewiesen, haben die Betroffenen in der Regel gute Chancen, dass die Krankenkasse die Mietgebühren finanziert.


 

Quelle: Redaktion seniorenportal.de

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