2. Teil Streiche meiner Amica, mein Hundemädchen in der Pubertät


2. Teil Streiche meiner Amica, mein Hundemädchen in der Pubertät

Tatzeit: Februar 2012

Ruhmreiche Geschichten von Amica gibt es leider derzeit nicht zu erzählen. Ganz im Gegenteil, sie ist offensichtlich bereits in den "Flegelmonaten" - ich könnte sie gelegentlich "würgen wie einen Truthahn".
Aber wenn sie am Abend nach wie vor wie ein Baby am Rücken liegt, die Vorderbeine angezogen, die hinteren völlig undamenhaft auseinanderklaffend, und so nach und nach durch den halben Raum robbt, bekomme ich natürlich wieder meine Liebesanfälle.

Folgen ist derzeit das Fremdwort schlechthin, dicht gefolgt von "Fuß", was soll DAS denn sein? Das Anlegen des "Hüftgürtels" zum Anschnallen beim Autofahren lehnt sie z.B. total ab. Zwar breite ich dieses durchaus attraktive Stück so vor ihr aus, daß sie nur mehr zwei winzige Schrittchen machen müßte, genau genommen eines mit jedem Vorderbein, aber nein, nein und nochmals  n e i n !!! Gelingt es mir, eines der fest in die Erde gestemmten Beine zu fassen, entzieht sie mir dieses elegant wie eine Balletteuse ( wenn sie mich aus Begeisterung, Entrüstung oder Langeweile anspringt, läßt sie diese Grazie gänzlich vermissen, da ist eher Rambo-Manier angesagt). 
Nächste Variante: Hineinheben, geht wunderbar! Kaum bücke ich mich aber nach den Gurten, steht meine Süße schon wieder daneben.
Neuer Versuch: mit Leckerli, das ich vor dem ausgebeiteten Gurt verführerisch platziere. In perfekter Slalomhaltung schlängelt sie sich an dem ungeliebten Hindernis vorbei, verschmatzt das "Guti" und verankert neuerlich die Beine fest am Boden.

Mein meist mickriger Kreslauf sprintet bereits! Mit verstellter Freundlichkeit rede ich ihr, sanft am Halsband ziehend, zu, kein Erfolg ... Ich ziehe schon weniger sanft, kein Erfolg,,, Dann aber beginnt Frauerl innerlich bereits zu kochen, stellt sich über den Hund, packt ihn, hebt ihn eher unsanft in das Brustgeschirr und läßt die Verschlüsse klicken. Da kommt unterschiedlich Freude auf.

Beleidigt, sicher auf Rache sinnend, geht sie mit mir zum Auto. Und dort kommt ihr großer Moment. Ich liebe nämlich kleine, schnelle Autos, d.h. man muß den Vordersitz umklappen, damit der Hund am Rücksitz angeschnallt werden kann.
Nun mimt meine Kleine den völligen Verlust der Sprungfähigkeit, nach etwa 3 Versuchen setzt sie sich auf den Boden, was beim anschließenden Einrasten des Sitzes sicher eine schmerzvolle Erfahrung für  Amica wäre. Aber was weiß so ein Hunde-Teenager schon! Ich zerre und schubse, endlich bequemt sich mein Mädchen, oben Platz zu nehmen.

Nun aber kommt der Rache zweiter Teil, sie setzt sich nämlich in die äußerste Ecke der Sitzbank, wohin die in der Mitte befestigte Anschnallvorrichtung nicht reicht. Sie ist nicht im Geringsten bereit, auch  nur einen cm näher zu kommen und  betrachtet interessiert, was nun geschieht. Tja, sehenswert ist das sicher!
Ich, mit Skihose, 2 Pullis unter dem Innenpelzmantel und mit Schirmkappe am Kopf, kämpfe mich durch einen schmalen Spalt auf die Rückbank. Anfänglich fällt mir ständig das Kapperl vor die Augen, danach werfe ich Autoschlüssel, Hundetascherl und Handschuhe zu Boden, um eine gewisse Bewegungsfreiheit zu erhalten. Dann robbe ich auf mein Tier zu und zerre an den auf Amicas Rücken befindlichen Ringen. Sie verharrt regungslos, ich schwitze, bin verbittert und rechne verzweifelt nach, wie viele Monate die Pubertät meines Hundefräuleins noch dauern wird. Nach langem Ringen ist sie angeschnallt und ich zum Umkleiden reif.

Wären da nicht immer diese wunderbaren "Herzschmerzen", wenn sie mich mit ihrer Zunge blitzsauber wäscht, wenn sie vor der Zimmertür wartet, während ich die Waschmaschine fülle, wenn sie auf den Stufen liegt und mich, vom Stock kommend, erwartet, um mir dann den Weg abzusperren und ein wenig an meinen Zehen zu kauen usw. usw.
Manchmal stürze ich ins Hundebett, um sie in der Sekunde ganz fest zu drücken und lieb zu haben. Ich möchte nicht wirklich wissen, was sie gelegentlich über mich denkt.
Lydia


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