Am Widersinn meiner Regungen bläht sich auf
der morgendliche Wunsch nach dem Gegenüber.
Nur die Ich-Welt leidet wegen fehlgeleiteter
Erwartungen in der Trübnis meiner Seele,
die unter Laternen wartet wie einst Lili Marlen,
wenn die Tollheit der Liebe
dem Abendrot ein Ende setzt.

© Horst Ditz

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Kommentare (6)

pelagia weiß manchmal mehr als der Abend. Oft ist es umgekehrt und genauso oft passt nichts zusammen in unserer Ich-Welt. In solchen Momenten lasse ich mich beschenken, manchmal vom Abendrot.
harfe ein Gedicht bis in die kleinste Faser ihres Bedeutungsinhaltes im akademischen Sinne zu verstehen. Wenn es das kleine Werklein schafft, dich selbst ins Träumen zu versetzen, dann haben die Worte nach meiner Auffassung erreicht, was sie erreichen sollen. Als Leser eines Gedichtes von dieser Art, mit der ich mir anfänglich oft selbst schwer tat, lernte ich mich auf die Frage konzentrieren, was das Gedicht mit mir macht, für den es geschrieben ist. Auf diese Weise öffnete sich meine Gefühlswelt und die emotionalen Regungen setzten sich konkret mit dem Text auseinander und ich begann es mit dem Herzen zu lesen und weniger mit meinem Verstand, hi.
Sie lieb gegrüßt von Horst
marlenchen Mir geht es wie immergruen,ich muß alles mehrmals lesen un d mich fragen ist dies oder jenes damit gemeint,aber gut so man gerät selber ins träumen darüber,liebe Grüße an dich Marlenchen
harfe leidet unter Erwartungen, die meine Seele in Irritationen versetzt. Es ist weniger, dass ich den Morgen mit dem Abend vertausche, oder vom Anfang das Ende erwarte, als die Begegnung mit meinem Gegenüber im ungeeigneten Augenblick, der irgendwo dazwischen liegen muss. Die Spannung sich aus dem Gegensätzlichen bildend breitete sich über die Erwartung zwischen Morgen- und Abendrot, das sich in der Tollheit der Liebe aufhebt und in ein farbloses Zeitkontinuum überwechselt, Warten und Sehnen werden zu einer Erfahrung, die der Liebe einen Sinn verleiten kann.
LG Horst
immergruen zu Deinen Texten nie spontan äußern.
Ich muss sie erst gären lassen in mir, damit ich die Essenz schmecke. Ich denke, Du sprichst von den Gegensätzlichkeiten in uns, die vom Morgen den Abend wollen und vom Anfang das Ende; - und die Ich-Welt
leidet unter ihrer Mittelmäßigkeit.
Grüße von immergruen

meli nach meinen Empfindungen beschreibst Du sehr genau die Crux des Menschen "Nur die Ich-Welt leidet wegen fehlgeleiteter Erwartungen in der Trübnis meiner Seele...."
Und ich denke weiter, dass jeder Mensch - ich nicht ausgenommen! - mit seiner Seele schon einmal in der Rolle der Lilli Marleen war.
Und lieber die Unruhe in der Tollheit der Liebe als das maßvolle Abendrot, das schreibt allerdings mein Naturell.
Liebe Grüße Dir und danke für Deine schöne PN, hat mich sehr gefreut, Hannelore


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