Altersdiskriminierung


Die meisten von uns Senioren kennen es, vermutlich eher die, die in einer größeren Stadt leben, das plumpe "Oma" bösartig gemeinte "Alte" und ähnliches.

Wenn mich jemand mit Oma anspricht, dann duzt er ich mich und das verbitte ich mir inzwischen mit
"Ich bin weder ihre Oma noch habe ich ihnen erlaubt mich zu duzen", aber was da sonst noch kommt, überrascht mich doch manchmal auf dem linken Fuß, d. h. ich bin überrumpelt und kann nicht reagieren.
Ich weiß wie alt ich bin,darum geht es mir nicht und natürlich bin ich Oma, aber nur für die,deren Oma ich wirklich bin,es ist die Respektlosigkeit die mich ärgert und oft fassungslos macht.

Heute morgen ist es mir in meinem Frühstückcafe wieder einmal passiert, es ist ein SB Cafe und die Verkäuferin die den Kaffee ausgab, sprach mit einem jungen Mann und stellte mir gleichzeitig meinen Latte hin, was sie dann zu mir sagte, habe ich gar nicht mitbekommen, aber der junge Mann sagte zu ihr, "Du hast es wohl eher mit Frauen", sie darauf, "sie könnte meine Mutter sein" er meinte dann, "sowas sagt man nicht", der junge Mann hat es kapiert um was es geht, egal wie alt oder jung man ist,jeder hat den Anspruch auf eine respektvolle Anrede.

Ich habe mich wieder einmal über mich geärgert, dass ich mir nicht freundlich, aber bestimmt die Vertraulichkeiten verboten habe  und natürlich gebe ich mich nicht mit primitiven Leuten ab,die mich "Alte" nennen, die haben keinen Anstand,aber ansonsten nerven und ärgern  mich plumpe Anreden.

Mich nerven auch Gruppen die sich Oma gegen.....sonstwas nennen, kann man  nicht einfach Frauen nehmen, ich glaube nicht,, dass es Gruppierungen gibt, die sich Opa gegen....sonstwas nennen.

Rosenbusch

 


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Kommentare (14)

indeed

Liebe Rosenbusch,

plumpe Anmache ist einfach nur widerlich für mich. Ich denke, es liegt auch an der Erziehung, die im frühen Kindesalter beginnen sollte.
Es gibt heute nur wenige Kinder, die z.B. die Lehrer siezen. Meistens wird geduzt. Da fängt es schon an. 
Ich habe es meinen Kindern schon sehr früh beigebracht - noch als sie den Kindergarten besuchten.

Der allgemeine Sprachgebrauch heutzutage  hat leider insgesamt sehr an Niveau verloren.
Selbst vor Medien hat er nicht halt gemacht - leider. 

Mit freundlichen Gruß von
indeed
 

Rosenbusch

@indeed  Danke für deinen Kommentar!

Natürlich hat es etwas mit der Kinderstube zu tun, es heißt nicht umsonst, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Aber tatsächlich ist es so, dass diese plumpe Anrede weniger von jungen, sondern eher vom Mittelalter gebraucht wird, es hat auch etwas mit dem Bildungsgrad zu tun und wenn ich die Sprache von Schulkinder untereinander oft höre, bin ich entsetzt, da müsste dringend etwas getan werden.

Ich wünschte mir nur, es würden mehr Senioren dagegen zur Wehr setzen und solche Altersdiskrimierende
​Gruppennamen verboten werden.

Herzlichst Rosenbusch
​​​​​​
​​​​​​

Syrdal


Das Thema und die Diskussion dazu unterstreichen einmal wieder den rasanten Werteverfall im Bereich des gesellschaftlichen Miteinanders unserer einst gebildeten und weltweit geschätzten „Nation der Dichter und Denker“! Und nicht zuletzt sind das durchaus auch Spätfolgen der teils fatalen und nicht selten abartigen 68er antiautoritären Erziehungsideologie, die heute in mannigfacher Weise eskaliert mit idiotisch anmutendem Gendersprech, absurd-hysterischen Begriffsauslegungen mit der Folge von irrwitzigen Umbenennungen (Frau = gebärfähige Person) und verwirrter Klassifizierung von zig verschiedenen und kunterbunten Geschlechtsbestimmungen bis hin zur Vermeidung von bislang höflicher Begrüßungsformel (Lufthansa) usw. – Eben alles Werteverfall pur als eindeutiger Vorbote des Totaluntergangs einer in Jahrhunderten gewachsenen Kultur.
Es macht einfach sprachlos…
...sagt Syrdal

Manfred36

@Syrdal  
Vergiss aber auch nicht, was die in Jahrhunderten gewachsenen Kultur  an verquerem und unheilvollem Denken nicht alles hervorgebracht hat.

Syrdal

@Manfred36
Nun lieber Manfred, dass in dieser Diskussion, respektive in meinem kurzen Beitrag nicht das verquere Nazivokabular gemeint ist, dürfte auch dir klar sein. Es geht hier um den Werteverlust. Verqueres und unheilvolles Denken sind keine Werte… !

LG Syrdal  

Rosenbusch

@Syrdal  Danke für deinen Kommentar!

Da stimme ich dir unumwunden zu, unsere Gesellschaft, Werte inkl. Sprache verändern sich bestimmt nicht zum besseren. Darum bin ich auch erstaunt und verärgert, dass viele Senioren plumpe und vertrauliche bis freche Anreden als nicht so schlimm, eine Frau meinte einst sogar, mit Oma angeredet zu werden, "ist doch niedlich" einfach hinnehmen. Im Moment werden teilweise unsinnige Diskriminierungs- und Rassismus Debatten geführt, Namen und Begriffe werden wegen Rassismus umgekrempelt, aber uns Senioren darf man ungehindert Altersdiskriminieren und die wenigsten scheint besten wirklich zu stören.
Mich stört es und ich wehre mich so gut ich kann.

Herzlichst Rosenbusch

nnamttor44

Eine plumpe Anrede war es nicht, durch die ich mich altersdiskriminiert fühlte.

Ich suchte 2018 eine Wohnung näher bei meiner Tochter. Ein Vermieter bot eine schön geräumige Kellerwohnung direkt an der Weser an, aber es führte halt eine Etagentreppe hinunter. Er hatte die Wahl zwischen einem ca. 40-Jährigen Herrn und mir - und ich bekam den Mietvertrag, von ihm noch gegenzuzeichnen. Es war die Woche vor Heiligabend.

Er meldete und meldete sich nicht. Es wurde Heiligabend. Gegen Mittag klingelte mein Telefon. Ich bekam zu hören, ich bekäme die Wohnung nicht, er würde den jungen Mann bevorzugen, denn er könne sich vorstellen, dass ich in ein oder zwei Jahren die Treppe nicht mehr schaffen könnte!

Ich machte zu der Zeit keineswegs den Eindruck, gebrechlich zu sein, er hatte lediglich im ausgefüllten Mietvertrag mein Geburtsdatum gelesen! Der junge Mann bekam die Wohnung, obwohl er fürchtete, dass der sie nicht wirklich pfleglich behandeln würde!

Es hat mich so aufgeregt, dass ich prompt mit Herzrasen reagierte!! Da wusste ich allerdings noch nicht, dass er tatsächlich Recht hatte. Ein Jahr später hätte ich die Treppe nicht mehr geschafft! Hat mich im nachhinein ein wenig versöhnt.

Sehr gern erinnere ich mich daran, dass die Kinder im Kindergarten, sobald sie mich mittags sahen, meinem Enkel entgegen rannten und ihm verrieten: Max, Oma Uschi ist da!! So heiße ich für seine Freunde auch heute noch. Und als ich vor einigen Wochen ein heftig blutunterlaufenes Auge wegen einer Spritze hatte, hab ich den geschockten Kids angeboten, ich sei jetzt statt Oma Uschi "Monster-Oma"! Großes Gelächter allerseits, aber genutzt hat diesen Ausdruck bislang keiner. Aus Respekt, oder weil sie mich mögen? Ende dieses Monats wirds wieder so weit sein ...

Rosenbusch

@nnamttor44  Danke für deinen Kommentar!

​​​​​​Es kommt immer darauf an, wie oder was gesagt wurde, die Höflichkeit hat nicht jeder gepachtet.

Wenn kleine Kinder mich Oma nennen, aber das ist das, was sie sehen und empfinden, die meisten haben oder hatten doch eine Oma und verbinden damit gute (hoffentlich) Gefühle.

Herzlichst Rosenbusch

Distel1fink7

Hallo Rosenbusch,,

bei Deinem Artikel bin ich ganz bei. Das mag ich gar nicht mit Oma R.....
angeredet zu werden. Da hätten meine Kinder und 2 Enkel Schwierigkeiten
mich mit Oma Vorname anzureden, Ich habe auch schon mitbekommen,
dass eine ältere Dame mit "Oma dann kam die Stadt " angeredet oder
so von ihr gesprochen wurde.
Sicher es gibt Schlimmeres, aber es widerstrebt mir trotzdem.
Mein größtes Kompliment war, als ich hörte , als meine Enkeltochter, damals
ca. 6-9 Jahre alt zu ihrer Freundin sagte, " Meine Oma ist eine edle Frau ".
Tja da erinnere ich mich heute noch dran.

Wenn die Lufthansa ihre Gäste nicht mehr mit " Liebe Damen und Herren "
wegen Gender * ansprechen will, kann ich nur sagen,, dann bitte auch
ältere Menschen mit ihren Namen oder  schweigen.
Gruß vomDistel1fink7 Renate

Rosenbusch

@Distel1fink7  Danke für Deinen Kommentar!

Vielleicht kommt es tatsächlich auf die Kinderstube an, wenn junge Menschen von anfang an lernen, mit älteren Menschen respektvoll umzugehen, dann werden sie es auch später nicht tun, denn bei uns gibt es weder bei meinen Enkeln noch bei meinen Kinder solche dummen Sprüche, wir sind Frauen und Männer, nichts anderes. Auch wenn wir älter sind.

Herzlichst Rosenbusch

werderanerin

Für mich ganz persönlich kommt es immer darauf an, WER da vor mir steht. Eine blöde Anmache oder gar dämliche Worte würde ich nicht auf mir sitzen lassen, würde ganz sicher etwas sagen. 

Wir hatten es gerade selbst erlebt - mein Partner und ich waren in einem Mediamarkt und schauten uns um...eigentlich sollte es ein Handy sein..., da es aber nicht meinen Vorstellungen entsprach, schauten wir weiter.

Da nahm ich einen Staubsauger in die Hand und schwupps stand ein Verkäufer neben uns. Er war ein richtiger Verkäufer, mit allen "Wassern" gewaschen aber was auffiel...nach einiger Zeit duzte er uns bzw. nahm die "Euch Form"...

Für mich/uns kein Problem, habe mich oder wir sind uns nie nur im geringsten diskriminiert vorgekommen. Wir taten es ja dann auch. 

Also...ich sag mal so, ich bin da eh nicht so sehr empfindlich und vielleicht macht es mir auch deshalb nichts aus...aber (!) nicht jeder dürfte es, ich höre genau hin !


Kristine

Rosenbusch

@werderanerin  Danke für deinen Kommentar!
Ein mir gänzlich unbekannter Mensch, hat mich nicht plump anzureden, selbst meine Kinder reden mich nicht mit Oma an, sondern so, wie es immer war.

Dieses "Euch" ist zwar,  wenn man es genau nimmt, auch unhöflich, aber nicht so plump wie Oma, das würde mich auch nicht so stören, aber ich habe es auch erlebt, dass eine Bekannte irgendwo, als sie etwas wollte, gefragt "habt ihr auch"...da wurde ihr sehr deutlich gesagt, dass sie das duzen unterlassen sollte.

Andererseits wird hier in Deutschland langsam jedes Wort unter Rassismus Verdacht gestellt, aber bei uns Senioren nimmt man die Altersdiskriminierung hin, das kann doch nicht sein, haben wird zu wenig Stolz, dass man nicht aufbegehrt und es einfach geschehen lässt.

Ich verwende es nicht.

Herzlichst Rosenbusch

Manfred36

Sie müssen aber auch zur Kenntnis nehmen, liebe Frau Rosenbusch, dass das Sie immer reduzierter eingessetzt wird und wir in diesem Punkt derzeit  in einem Sprachwandel begriffen sind, der schon innerhalb einer Generation zu Änderungen führt. Ich musste zu meinen Großeltern noch "Ihr" sagen. Dei Ikea ist das Duzen schon in Maßen eingeführt, was die schwedische Art untersstreichen soll (Corporate Identity). Ich schaue auf Apple,  Adidas, Aldi. Man versucht, die Ansprache so zu wählen, wie es in das persönliche Gespräch mit der Kundschaft passt. Wir leben ja nicht mehr im Feudalismus, und in meinem Geburtsdorf gab es unter annähernd Gleichaltrigen gar nichts anderes als Du. Auch in der Klinikstation ist es unter den Patienten verbreitet. Aber das Siezen wird nicht verschwinden, keine Angst, verehrte Frau Rosenbusch 😉.

Rosenbusch

@Manfred36  Danke für deinen Kommentar!

Das mag schon sein, nur wenn mich jemand duzt und dazu höflich ist, nehme ich das noch hin, aber mit der Anrede "Oma" ist die Höflichkeit nicht mehr gegeben und das nehme ich nicht hin. Vorausgesetzt mir verschlägt es wegen dieser plumpen Anrede nicht die Sprache, was schon passiert.

Herzlichst Rosenbusch


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