Andalusien - und seine Geschichte


Der Legende nach soll Herkules mittels der Meerenge von Gibraltar Europa und Afrika getrennt und so das Mittelmeer geschaffen haben. Herkules, der Sohn des Zeus, wurde so zu einem Symbol, wobei sein Abbild sogar im Wappen der (grün-weissen) andalusischen Flagge neben den beiden legendären Säulen zu sehen ist.

Allerdings übte Andalusien schon auf die Völkerschaften der Frühgeschichte eine besondere Anziehung aus. Man nimmt an, dass die ersten Siedler in der Jungsteinzeit vom Norden Afrikas nach Europa über Andalusien kamen. Die Kultur von Tartessos war hier seit der Bronzezeit ansässig. Später dann folgten die Iberer. 1100 v.Ch. gründeten die Phönizier Gades, das heutige Cádiz, das als die älteste Stadt Europas gilt. Später folgten Griechen und Karthager. Im 3. Jhdt. dann verleibte Rom die Baetica genannte Region seinem Reich ein. Sieben Jahrhunderte lang lieferte ihm diese Provinz Erze, Öl, Weizen und Wein. Im Austausch erhielt sie eine Sprache und eine solide Infrastruktur. In der Baetica wurden ausserdem Trajan und Hadrian geboren, zwei der berühmtesten Kaiser des Reiches.

Der Untergang des Römischen Reiches ermöglichte das Eindringen der Wandalen von dem rechten Ufer des Rheins und ihre Ansiedlungen im Tal des Guadalquivir. Ihre Anwesenheit war allerdings von kurzer Dauer.

Im Jahre 711 erfolgte der Einbruch des Islams und eine neue Etappe der Blüte beginnt für die Region. Während der acht Jahrhunderte seine Herrschaft macht die arabische Zivilisation Al-Andalus zur wohlhabendsten, fortgeschrittensten und kulturell verfeinertsten Region des Abendlandes. Reichtum und Wissenschaft des Kalifates von Córdoba strahlten weit hinaus. Dieses Erbe ist in den acht andalusischen Provinzen noch spürbar.

Der politische Zerfall jener Kultur ermutigte die christlichen Könige, die Reconquista zu vollenden. Im Jahre 1212 siegen die christlichen Truppen in Novas de Tolosa, im Norden der Provinz Jaén. 1236 fällt Córdoba und 1248 Sevilla. In Kastilien währte die Anwesenheit der Mohammedaner allerdings noch zwei Jahrhunderte länger. 1492 erobern die katholischen Könige Granada und zwingen Boabdil, Abu-Abd-Allah, den letzten moslemischen König zur Flucht. Im selben Jahr stechen vom Hafen Palos de la Frontera in der Provinz Huelva drei von Christoph Kolumbus geführte Karavellen in See. Es ist der Beging der Entdeckung Amerikas.

Das 16.Jhdt. soll zum segensreichsten für Sevilla werden. 150 Jahre lang ist die Stadt das wirtschaftliche Zentrum der Welt. Sein Hafen wird von den mit Gold un Silber beladenen Schiffe angefahren. Dieser Reichtum drückt sich in imposanten Bauwerken, Kirchen und Monumenten aus, die sich bis in unsere Tage erhalten haben. Die kommenden Jahrhunderte bringen Licht und Schatten für Andalusien. Die Reisenden der Romantik zu Beginn des letzten Jahrhunderts geben in ihren Aufzeichnunge von allen jenen Widersprüchen Kunde.

Im 19. Jhdt. beginnt der Unabhängigkeitskrieg. Die Andalusier bringen die Invasion Napoleons in Cádiz zum Stehen, Schauplatz viel zitierter Heldentaten. Im Jahre 1808 besiegen die spanischen Truppen die Franzosen in der Schalcht von Bailén. Inmitten all jener Wirren entsteht im Jahre 1812 die erste spanische Verfassung.

Heutzutage ist Andalusien eine blühende Region, deren Wirtschaft sich auf Industrie, Landwirtschaft und Tourismus stützt. 1981 wurde der Atonomiestatuts verabschiedet. Der Volkswille wird durch das Andaluische Parlament vertreten, und die Junta de Andalucia stellt das Organ der regionalen Selbstverwaltung dar.


* Stadtansicht von Cádiz, älteste Stadt Europas

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Kommentare (2)

hallo hisun,
ich lebe bereits 12 Jahre in zeitlichen Abständen in Andalusien und fühle mich sehr wohl hier.
Deine beiden Artikel haben mir gut gefallen.l Hast Du auch Beziehungen zu diesem Teil Spaniens? Es würde mich interessieren.
Freundlliche Grüße
alhaurin
hisun Erinnerungen! "La belle de Càdiz a des yeux de velour........" von Luis Mariano..... so viele Erinnerungen....!

Das Foto ist auch wunderschön.
LG Sonja

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