aus meinen ‚sonderbaren Gebeten‘

Autor: ehemaliges Mitglied

Leugnet nicht den Reiz, 
ein Phantom sein zu wollen,
ein Maskenträger,
Bezwinger des Hades,
sänftigend den Höllenhund.

Zur Schrecksekunde werden
für einen Feind -,
zum Stolperstein
und Warnreieck,
tragend den Speer zur Verteidigung.

Nein leugnet nicht
den Geist in euch,
der Farbe wechselt
und sein Gesicht:
zürnend dem Unrecht der Welt.

Bekennt die Flut in euch,
doch auch die Ebbe
im Spiegel der Gesellschaft.
Von Anbeginn war Mensch-sein
ein schweres Los.


Wendet den Weg nun,
der Spiegel wird wäßrig.
Nektar suchen
an lebendigen Formen
wird den Hunger stillen auf andere Art.
  


 


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Kommentare (2)

ehemaliges Mitglied

Hallo Sonnjaa,
da es mir erstmalig passiert, dass man jemanden nicht mit PN erreichen kann, weil er nicht per Link erreichbar wird (außer, er wäre gesperrt [im Admin-Jargon "ignoriert"], wie ich von einem Dutzend User), muss ich öffentlich schreiben - Pardon!

1. Mir gefällt Dein für hiesige Verhältnisse recht ungewöhnliches freies Gedicht.
2. Die Titelgebung kann ich nicht verstehen, denn ein "Gebet" ist "die Zwiesprache mit Gott", und da sehe ich keinen (es könnte ja auch ein ungewöhnlicher sein) in den Versen.
3. Wortwahl: besänftigend; Warndreieck; Menschsein.
4, Es ist nicht so, dass in einem selbst beständig Flut, in der Gesellschaft beständig Ebbe wäre - oder umgekehrt. Interessanter sind die Umpolungen, die gelegentlich auch Revolutionen sind.
5. Du könntest den Bestseller lesen von Yuval Noah Harari: "Eine kurze Gschichte der Menschheit". Da wird belegt und argumentiert, dass der Mensch "von Anbeginn an" (d.h. seit der "kognitiven Revoultion" vor 70.000 Jahren) sein Menschsein SELBST immer problematischer gestaltet hat - und manch bejubelter Fortschritt sich immer schneller in einen Albttraum verwandelt, im Moment gerade das Internet, demnächst die Autos ohne Lenker.
6. Setze Deine Unterschrift oder ein Signum unter den Text.

Ja, das hätte ich Dir privat mitteilen wollen, aber dafür bleibst Du andererseits inkognito.
elbwolf

Manfred36

Der Geist in uns, der Farbe wechselt vor dem Spiegel der Gesellschaft. Ja, er sollte seinen Hunger an lebendigen Formen stillen.


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