Biologische Informationen zur Corona-Krise Teil 3


Biologische Informationen  zur Corona-Krise Teil 3
Letztes Update 23.11.2020 9 Uhr

(Im Wörterbuch habe ich einige der Fachbegriffe erläutert, die ich in diesem Text benutze. Ich empfehle den Lesern vor diesem 3. Teil die Teile 1 und Teile 2 zu lesen, falls noch nicht geschehen.)


Die Coronakrise geht uns allen inzwischen auf den Geist. Wir wollen unser normales Leben von vor der Krise wiederhaben, aber andererseits auch nicht das Risiko einer Herdenimmunisierung durch unkontrollierte Infektionen eingehen, weil dieser Prozess vor allem das Leben vieler Senioren gefährden würde.

Ein Hoffnungsschimmer besteht in der Verfügbarkeit von Impfstoffen ab 2021. In diesem Blog möchte ich erläutern, warum diese Hoffnungen begründet sind. Dazu möchte ich zunächst versuchen kurz und verständlich, die biologischen und medizinischen Ideen zu erklären, die hinter dem Prozess des Impfens stehen. Danach werde ich die weltweiten Anstrengungen der Impfstoffentwicklung gegen Sars-CoV-2 (das Covid-19 auslösende Virus) erläutern. 

Was ist die Idee hinter dem "Impfen"?

Durchlebt ein Mensch eine Infektionskrankheit, so ist er bekanntermaßen danach zumindest für einige Zeit gegen eine Neuinfektion immun. Wie man seit längerem weiß, besteht die Basis dieser Immunität darin, dass unser Immunsystem gegen den Erreger Antikörper gebildet hat. Mit diesen spezifischen Antikörpern kann der Körper den Erreger effektiv bekämpfen und eine Neuinfektion verhindern.

Auslöser für die Antikörperbildung sind sogenannte Antigene des Erregers. Dabei handelt es sich meist um charakteristische Oberflächenstrukturen, die den Zellen unseres Immunsystems "aufgefallen sind", woraufhin nach dem Schlüssel-Schlossprinzip passende Antikörper generiert werden. 

Die Idee hinter dem Impfen ist nun ganz einfach und geht wie folgt:

Ein abgeschwächter Erreger oder nur antigene Teile des Erregers, die für sich keine oder nur eine sehr abgeschwächte Form der Krankheit hervorrufen, sollen das Immunsystem dazu anregen, Antikörper zu bilden, die dann vor dem gefährlichen Erreger schützen.

Es ist kein Zufall, dass Impfungen zuerst bei einer der größten Geißeln der Menschheit entwickelt wurden, bei den Pocken (bitte nicht mit den Windpocken verwechseln!). Bild eines an Pocken erkrankten Mädchens: (nur für starke Nerven).
Geschichte einer Geißel
Die Pocken traten vermutlich erstmals während der Neolithischen Revolution um 10000 v. Chr. in menschlichen Siedlungen auf aber die Details um die Herkunft und Entstehung des Virus sind rein spekulativ. Die gefährlichere Variante der Pocken, Variola major oder auch Echte Pocken, ausgelöst vom Virus Orthopoxvirus variola erreichte Fallsterblichkeitsraten von bis zu 90%. Die hohe Letalität und Infektiösität der Erkrankung sowie die häufig schweren Spätfolgen bei den Überlebenden machten Pocken zu einer der gefürchtetsten Infektionskrankheiten der Menschheitsgeschichte. Die Krankheit wird bereits in über 3000 Jahre alten antiken Texten aus Indien und China beschrieben und die charakteristischen Hautpusteln und Narben lassen sich bereits auf altägyptischen Mumien finden. Im frühen 16. Jahrhundert erhielten die spanischen Konquistadoren bei ihrer Eroberung der Reiche der Azteken, Maya und Inka unwissentliche Unterstützung durch die Pocken: Nachdem die Pocken durch die Europäer in Amerika eingeschleppt wurden, rafften sie innerhalb weniger Jahrzehnte zwischen 30 und 95% der indigenen Bevölkerung dahin. Im Europa des 18. Jahrhunderts töteten die Pocken etwa 400000 Menschen jährlich und die Anzahl der weltweiten Pockentoten im 20. Jahrhundert wird trotz der Ausrottungsbemühungen auf 300-500 Millionen geschätzt.
Quelle: Dr. Balint Földesi auf Biomol.com
1796 infizierte der Brite Edward Jenner in einem Menschenversuch (der heute verboten wäre) einen 8jährigen Jungen mit Kuhpocken, denn er hatte beobachtet, dass  Menschen, die sich mit Kuhpocken angesteckt hatten, später nicht an den menschlichen Pocken erkrankten. Tatsächlich erkrankte dieser Junge später nicht an den menschlichen Pocken, obwohl er mit Pockensekret konfrontiert wurde.
 
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1980 meldete die WHO, dass die Pocken wahrscheinlich ausgerottet seien. Das stimmt zwar nicht ganz, es gab kleinere Neuausbrüche, aber trotzdem steht fest, dass die Pocken gezeigt haben, dass die Impfidee funktioniert und viele Menschenleben retten kann.

Nicht nur bei den Pocken ist Impfen sehr erfolgreich gewesen, sondern auch z. B. bei der Kinderlähmung und bei Tetanus. 

Wie hat sich die Impftechnik seit 1796 weiterentwickelt?

Das oben geschilderte historische Beispiel von der ersten "Impfung" gegen Pocken 1796 steht dafür, dass Immunität gegen eine Krankheit durch einen abgeänderten, geschwächten Erreger erreicht werden kann (Lebend-Impfstoffe). Das Virus der Kuhpocken ist mit dem Virus der Echten Pocken beim Menschen verwandt und erzeugt im Menschen nur ein stark abgeschwächtes Krankheitsbild, die induzierten Antikörper sind jedoch auch gegen das Virus des Menschen wirksam. 

Bis vor Kurzem bedeutete Impfen, dass abgeschwächte oder tote, sich selbst nicht mehr vermehren könnende und nicht krankmachende Erreger oder Teile von ihnen gespritzt wurden. Wichtig dabei war, dass sie noch die Antigene (spezielle Bereiche von Eiweißen an der Oberfläche der Viruspartikel) der gefährlichen Krankheitserreger mitbrachten, um die Antikörperproduktion auszulösen. 

Seit Jahrzehnten wurden Impfstoffe z. B. gegen die Grippeviren in Hühnereiern produziert. Viren werden in die Eier gespritzt und dann in den Brutschrank gestellt, bis dass sich im Hühnerembryo genügend Viren entwickelt haben. Die Viren werden dann durch hohe Temperaturen oder durch Chemikalien abgetötet (Tot-Impfstoffe), um sie ganz, in Fragmenten oder nur extrahierte Proteine von ihnen für den Impfstoff zu gewinnen.

Dass dies alles sehr zeitaufwändig und mühsam ist, kann man sich vorstellen. Der Fortschritt der Wissenschaften und insbesondere der sprunghafte Fortschritt der Genetik hat aber Alternativen möglich gemacht, z. B. Vektor-Impfstoffe (s. Wörterbuch) oder n. m. M. noch besser: mRNA-Impfstoffe. Letztere ermöglichen eine automatische, maschinengesteuerte Impfstoffproduktion. Man möchte in Zukunft nicht mehr die Antigene selber impfen, sondern nur noch die genetische Information dafür, so dass die Körperzellen des Geimpften das Antigen selber produzieren. Das hat in der Theorie enorme Vorteile:
 
  1. Wenn einmal die Aminosäuresequenz eines wichtigen Antigens (exponierter Bereich eines Proteins des Erregers) bekannt ist, kann die Sequenz der dafür kodierenden Boten-RNA (mRNA) computergesteuert und maschinell hergestellt werden.
     
  2. Das geht sehr viel schneller als z. B. das Bebrüten von Hühnereiern und nachfolgende Virenbehandlung.
     
  3. Der so hergestellte Impfstoff enthält nur die gezielte Bauanleitung für ein einziges oder wenige Antigene, während abgetötete Krankheitserreger oder Teile davon eine große Zahl von Antigenen enthalten können und somit weit mehr unerwünschte Nebenwirkungen erzeugen könnten.

Soweit so gut. Das Problem ist nur: Bis zur Beginn der Coronakrise hatte es noch keinen mRNA-Impfstoff gegen irgendeinen Krankheitserreger gegeben.

Allerdings hatten schon in den Zeiten vor Corona viele Biotechfirmen an Therapien für Krebs gearbeitet und einen ähnlichen Ansatz verfolgt. Ziel war (und ist es noch immer) einen Impfstoff gegen spezifische Antigene von Krebszellen zu gewinnen. Das Stichwort ist "personifizierte Medizin". Ziel dieser Firmen ist es, gegen Krebszellen, die bei jedem Patienten andere Merkmale tragen können, ganz persönliche Therapien zu entwickeln - und zwar mit Hilfe der Techniken, die jetzt bei den RNA-Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 eingesetzt werden.

Die Biotechfirmen waren also bereits zu Beginn der Coronakrise technisch in einer sehr guten Ausgangslage, was auch das hohe Tempo erklärt, das sie vorlegen konnten.


Was ist der Status der Impfstoffentwicklung gegen das Sars-CoV-2 Virus?

Die weltweiten Anstrengungen, um einen Impfstoff gegen Covid-19 zu gewinnen, sind insgesamt einzigartig und enorm umfangreich. Auf allen Wegen wird versucht Impfstoffe herzustellen, so wurden z. B. die Impfstoffe aus China noch ganz klassisch aus inaktivierten Viren hergestellt. Auch Vektor-Impfstoffe sind neben mRNA-Impfstoffen in der Entwicklung. Das folgende Schaubild zeigt, dass an Hunderten von Impfstoffen gegen Corona geforscht wird und zwei bereits kurz vor der Zulassung stehen:

antikoerper.png

Es gibt also bereits 12 Impfstoffe in der letzten Stufe der klinischen Erprobung. Die wirklich sehr erfreuliche Nachricht ist, dass von zwei mRNA-Impfstoffen auch schon vorläufige, extrem gute Effektivitätszahlen bekannt geworden sind (s.u.).

Warum ging diesmal die Impfstoffentwicklung so schnell?

Es gibt sehr gute Gründe, warum die Impfstoffentwicklung so viel schneller als üblich gelaufen ist:
  1. Die Pandemie ist die größte Bedrohung der Menschheit seit dem 2. Weltkrieg und entsprechend locker saß den Regierenden weltweit und den Investoren das Geld, um alle finanziellen Hürden rasch beiseite zu schieben. So konnten die ausführenden Biotechfirmen ohne eigene finanzielle Risiken das Impfprojekt angehen. Sie mussten sich keine Sorge um die Finanzierung machen, weil die Regierungen bereit waren durch Vorabverträge eventuell auch Fehlversuche und Scheitern abzusichern.
     
  2. Die beiden derzeit (zeitlich) führenden Impfstoffe der Firmen Pfizer/Biontech und Moderna wurden auf der komplett neuen Basis von mRNA durchgeführt. Dies ist ein wesentlich schnellerer Weg zum Impfstoff als die konventionellen Methoden.
     
  3. Moderna wurde von der amerikanisdchen Regierung mit dem Projekt Warp unterstützt. Die Impfstoffherstellung wurde wie ein militärisches Unterfangen logistisch unterstützt. Die Trump Administration hat ihren Kampf gegen Corona allein auf dieses Projekt fokussiert.
     
  4. Die Kooperation zwischen Pfizer/BionTech hat sich dem Projekt Warp nicht angeschlossen. Pfizer hat genug eigene Mittel, um sich nicht politisch abhängig zu machen. BionTech hat die Wissenschaft hinter dem mRNA-Impfstoff ausgearbeitet und Pfizer hat mit seinen finanziellen Mitteln und seinem Know-how in Bezug auf Arznei- und Impfstoffgenehmigungen alle logistischen und bürokratischen Hürden beiseite geräumt.
Kurzum, m. M. n. sollten wir uns freuen, dass alles so schnell gegangen ist. Persönlich bin ich sogar aus theoretischen Gründen davon überzeugt, dass die mRNA-Impfstoffe sehr viel sicherer sein werden als die konventionell hergestellten, aber ich gebe natürlich zu, dass sich dies erst in der Praxis beweisen lässt und kann deshalb anhaltende Skepsis durchaus verstehen.

Vielleicht hilft es, dass inzwischen bekannt geworden ist, dass auch die Wirksamkeit des von der Universität Oxfort entwickelten Impfstoffs der britisch/schwedischen Firma Astrazeneca AZD1222 nachgewiesen wurde. Dies ist kein mRNA-Impfstoff, sondern ein sogenannter Vektor-Impstoff (das Adenovirus wurde als Träger verwendet). Er zeigt eine 70%ige Wirksamkeit. Zwar liegt hier die Wirksamkeit insgesamt niedriger als bei den beiden anderen Impfstoffen, aber seine Verträglichkeit soll bei Senioren besser als bei jungen Patienten sein, wie in einer Phase II Studien festgestellt wurde.

Es wird also möglicherweise eine Wahl zwischen mehreren Impfstoffen geben. Allerdings gilt es zunächst einmal das sehr große logistische Problem zu lösen, alle Welt zu impfen, denn bei einer Pandemie reicht es nicht, nur lokal zu impfen. Um die brachliegenden Branchen wie Touristik etc. wieder anzukurbeln, muss die Menschheit als Ganzes gegen das Virus resistent werden. Es wird also anfänglich eher ein Mangel an Impfstoffen herrschen, weshalb die Regierenden weltweit festlegen müssen, welche Bevölkerungsgruppen zuerst Zugang haben.

Pfizer/BionTech haben die Notzulassung für ihren Impfstoff bereits beantragt. Damit könnten bereits in der zweiten Dezemberhälfte Hochrisikopatienten in den USA (und auch in Europa?) geimpft werden. Ähnliches wird für den Moderna Impfstoff erwartet. Das wirft bei vielen natürlich die Frage auf:

Wie sicher sind die Impfungen?

Die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten allgemein und auch von Impfstoffen wird in sogenannten klinischen Tests untersucht, für die international strenge Regeln gelten. Es werden nur solche Medikamente oder Impfstoffe zur Erprobung an Menschen zugelassen, die sich in Tierversuchen bewährt haben. Die klinischen Studien sind dann wie folgt gestaffelt:

Klinische Phase I: Medikamente und Impfstoffe werden erstmals an einer kleinen Gruppe von gesunden (!) Freiwilligen getestet. Ziel ist die Feststellung der Dosis-Verträglichkeit und die Entdeckung von häufigen Nebenwirkungen.

Klinische Phase II: Zur Phase II werden nur Medikamente und Impfstoffe zugelassen, die die Prüfung in Stufe I bestanden haben. Nun wird der Kreis der Testpersonen erstmals auf Patienten ausgeweitet, um die Wirksamkeit, aber auch um subtile Nebenwirkungen bei ihnen aufzudecken.

Klinische Phase III: Zur Phase III werden nur Medikamente und Impfstoffe zugelassen, die die Prüfung in Stufe II bestanden haben. In dieser Phase wird nach einer statistischen Absicherung der Wirkung eines Medikaments oder einer Impfung gesucht, ebenso nach möglichen seltenen Nebenwirkungen. Dazu werden meist mehrere Tausend Patienten in verschiedenen Ländern und Ethnien benötigt.

Klinische Phase IV: Diese Phase tritt nach der Zulassung eines Medikaments oder Impfung durch nationale Regierungen ein. Die Falldaten werden dann weiterhin erfasst und statistisch laufend neu ausgewertet.

Derzeit ist die Phase III der mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna noch nicht abgeschlossen. Es liegen allerdings bereits signifikante Zwischenergebnisse vor. ​​​​Gravierende Nebenwirkungen wurden bisher keine gefunden und die Wirksamkeit ist hoch.

Der Impfstoff von Moderna schützt zu 94,5%, der von Pfizer/Biontech zu 95% vor Sars-Cov-2  Infektion. Diese Effektivitätszahlen aus klinischen Studien der Phase III  sind Stand 20.11.2020. Beide Impfstoffe beruhen auf mRNA-Basis und in beiden Fällen wird Erbinformation für das sogenannte Spike-Protein gespritzt, das auf der Oberfläche des Viruspartikels sitzt und für den Kontakt mit den Wirtszellen verantwortlich ist. Mit der mRNA infizierte Zellen produzieren dieses Protein und das Immunsystem beginnt damit, Antikörper dagegen zu bilden. Kommt die geimpfte Person später mit Sars-CoV-2 in Kontakt, binden die Antikörper an dessen Spikeprotein und verhindern damit den Kontakt zu den Wirtszellen. Eine Infektion wird verhindert.

Diese Zwischenergebnisse erlauben es beiden Firmen, in den USA einen Antrag auf Notzulassung zu stellen. Eine solche Notzulassung gibt es in der EU nicht, aber es wurde aufgrund der Dringlichkeit ein sogenanntes beschleunigtes Verfahren eingeleitet. Dies bedeutet, dass die Zulassungsbehörde der EU während der Testphase den statistischen Status laufend beobachtet und den ganzen Papierkram vorbereitet, so dass es nicht die sonst übliche Zeitverzögerung von vielen Monaten zwischen Studienabschluss und Bewilligung geben wird.

Dies bedeutet, dass auch in der EU die Impfstoffe beider Firmen bereits Ende des Jahres ausgeliefert werden könnten. 

Der Impfstoff von Moderna hat gegenüber dem Pfizer/BionTech Impfstoff hierbei einen sehr großen Vorteil, er muss nicht in flüssigem Stickstoff bei -70 Grad gelagert werden, sondern hält sich bei normalen Kühlschranktemperaturen. Das verbilligt den Transport und macht ihn für eine weltweite Impfung definitiv geeigneter. Der Pfizer/BionTech Impfstoff macht es notwendig, sogenannte Impfzentren zu errichten, die die notwendige Infrastruktur zur Lagerung  besitzen. Der Moderna Impfstoff könnte auch beim Hausarzt gelagert werden.

Meine persönliche Einschäzung der m-RNA Impfstoffe

Die mRNA-Impfstoffe sind etwas Neues und deshalb können wir noch nicht auf langjährige Erfahrungen zurückblicken. Es muss sich erst noch bestätigen, ob die hohen Erwartungen erfüllt werden.

Unter diesem Vorbehalt darf ich aber meine Erwartungen formulieren und auch meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass diese mRNA-Impfstoffe sich nicht nur als sehr schnell in der Herstellung beweisen, sondern auch als besonders sicher.

Der Hauptgrund für diese meine Erwartung ist vor allem die enorm große Spezifität dieser mRNA-Impfstoffe und deren Beschränkung auf die Herstellung sehr weniger Antigene in der Wirtszelle. Deshalb dürfen weniger Nebenwirkungen erwartet werden als bei Tod-, Lebend- oder Vektor-Impfungen, bei denen immer sehr viele Antigene vorhanden sind.

Eines ist m. E. ganz sicher: Die mRNA-Impfung wird weniger direkte und Langzeitwirkungen haben als die Infektion durch das komplette Virus, das alle seine Gene in Form seiner RNA in meine Zellen injizieren und sich in diesen multiplizieren würde.

Ich werde mich sobald wie irgendmöglich impfen lassen, denn ich möchte mich und meine Mitmenschen schützen und möglichst bald mein normales Leben zurück!

Karl

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Kommentare (12)

marlit

Vielen Dank lieber Karl für diese ausführliche und gut verständliche Erklärung. Also, warten wir auf den Impfstoff und hoffen bis dorthin gesund zu bleiben. Das wünsche ich Euch und allen ST Lesern.
Marlit
 

karl

@marlit  

Liebe Marlit,

danke für Dein Lob 😁. Ich denke, bei der derzeitigen Lage ist Sachinformation wichtig, weshalb ich mir Mühe gebe.

Herzliche Grüße in die Wiehre, Karl

digi

Wenn doch
das Virus so alt ist, und von Anfang an einige Mutationen durchlaufen hat,
dann
müsste sich dieser Verlauf, die Mutationen, doch erfassen/Entdecken/protokollieren lassen.
Könnte zwar schwierig bis sehr schwierig sein, ist aber doch generell nicht unmöglich, weben weil es ja Mutationen gab - und die Ursachen dafür.
Vielleicht fehlen noch die nötigen Messgeräte -methoden zZt.
Aber es wurden schon andere Mittel gefunden.

Wenn man dann den bisherigen Verlauf kennen würde,
könnte doch mit statistischen Verfahren das zukünftige Verhalten vorausgesagt werden. Vllt nur ausreichend genau.

Und das wäre der Schlüssel für ungeahnte Möglichkeiten.

karl

@digi  

Lieber digi, das Sars-CoV-2 Virus ist ja erst kürzlich von einem Tier auf den Menschen übergetreten (was wahrscheinlich auch mit einer oder mehreren Mutationen zusammengefallen ist). So "alt" ist es also noch nicht, aber natürlich hat es Wurzeln in der Evolution der Viren und auch zuvor waren seine Vorläufer schon Mitglieder der Coronafamilie.

Tatsächlich verwendet man Mutationen auch bei Sars-CoV-2 für das Verfolgen (Tracen) seiner Ausbreitung. Ich schrieb ja in Teil 2, dass es bereits Mutationen gibt, die man verfolgen kann. Heutzutage werden die Genome der Viren routinemäßig sequenziert. Auf dem Sequenzvergleich beruht die Identifizierung der Mutanten und somit kann man bestimmen, wo sie zuerst aufgetreten sind und welchen Ausbreitungsweg sie dann genommen haben.  So gab es z. B. eine Variante X zuerst in Spanien und Wochen später auch in GB und Deutschland etc.

Karl
 

Silberelfe

Vielen Dank für die ausführlichen und sachlichen Erklärungen. Habe Teil 1-3 gelesen, nicht alles verstanden, aber doch einiges. 

karl

@Silberelfe  

Danke Dir Silberelfe. Frage ruhig, wenn ich etwas zu schlecht erklärt habe. Es gibt keine dummen Fragen. Vielleicht kann ich Deine ja beantworten.


Karl 

Syrdal


Die Sinnhaftigkeit nachhaltig wirkender Impfungen steht außer Frage. Das Kardinalproblem allerdings ist der Faktor Zeit zum einen hinsichtlich der Entwicklung eines validen Wirkstoffes, zum anderen in dessen ausreichender Langzeitprüfung hinsichtlich Boosterwirkung, Wirkiefe- und Abwehrdauer, Auffrischungsnotwendigkeit (Applikationsregime) sowie Wirkspektrum (Bandbreite) hinsichtlich erwartbarer Mutationen und nicht zuletzt des umfassend geprüften Ausschlusse von Nebenwirkungen und eventuellen Spätschäden. Dies trifft freilich bei allen Impfstoffen zu, insbesondere aber bei unter absolutem (bisher wohl noch nie dagewesenem) Zeitdruck zu entwickelnden Vakzinen gegen SARS CoV-2 bzw. COVID-19, die ja sowohl bei Kindern, gesunden Erwachsenen als auch bei Immunsuppressiven (ältere Menschen, gesundheitlich vorbelastete bzw. chronisch Erkrankte usw.) eingesetzt werden sollen/müssen, um eine zur Eradikation ausreichende Durchimpfungsrate (mindestens 80 Prozent!) zu erreichen. Selbst das Dosing (abgestimmt auf Alter, Körpergewicht, Geschlecht usw.) bedarf sensibler Validierung – alles Fragen, die viel Zeit für die wissenschaftliche Verifikation benötigen…

Es ist zu hoffen, dass die am Entwicklungsprozess des Corona-Impfstoffes Beteiligten eine glückliche Hand haben und bald ein nachhaltig wirkender, anwendungssicherer Impfstoff verfügbar ist.

Syrdal
 

ladybird

Hallo Karl,
wo bekommen wir denn sonst eine solche Information her??
💖lichen Dank Dir, für diese ausführliche Arbeit
mit Gruß aus Köln,
ladybird=Renate

HeCaro

Hallo Karl,
danke für diese wichtigen Informationen. 

Liebe Grüße, Carola 

karl

@HeCaro  

Danke Carola,

für heute bin ich leider zu ko, um weiter zu schreiben. Morgen mache ich einen neuen Anlauf.

Karl

HeCaro

@karl 
Hallo Karl,

ich habe gerade nun noch einmal alles über den mRNA-Impfstoff durchgelesen und danke Dir für die Mühe, die Du Dir mit diesen Erläuterungen gemacht hast. Du hast den schwierigen Stoff so gut erklärt, dass ihn auch Lieschen Müller verstehen kann. (nämlich ich, lach)  Es war mir sehr wichtig zu verstehen, wo der Unterschied zum herkömmlichen Impfstoff liegt.
 
Mit Dank und liebem Gruß
Carola



 

HeCaro

@karl  
Dann werde ich morgen mit Interesse weiterlesen. 
Danke und LG Carola 


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