Creû o l'Fagne IV


Creû o l'Fagne IV
Das Kreuz im Venn auf dem Kamm des Felsens Richelsley.

image 2 a.jpg
Von Westen (z. B. Signal de Botrange) her kommend, merke ich an diesen Schildern, daß es nicht mehr sehr weit sein kann.

image 2 b.jpg

Die Sonne schien beim ersten Mal nicht, entsprechend gut sieht man das Kreuz.

image 4.jpg
Den Versuch zu machen nach oben zum Kreuz zu steigen, habe ich angesichts des Zustandes der Treppe bei dieser Wanderung nicht gemacht. Wäre ich ausgerutscht, gestürzt und hätte mir was gebrochen, darauf wollte ich es nicht ankommen lassen. Auf den 13 km dorthin, war mir niemand begegnet, mit zufällig auftauchender Hilfe wäre dann nicht zu rechnen gewesen.

image 5.jpg

Dieses Mal schien sogar die Sonne.

image 6.jpg
Dann wieder nicht, aber es gab weder Eis noch Schnee, eine Annäherung war also gefahrlos möglich.

image 7.jpg

Auf- und Abstieg zum und vom Kreuz. Weitere Infos zum Kreuz bei Wikipedia.

image croix 15.1.jpg
Dieses Vennkreuz steht nicht dort, wo ich es nach dem Eintrag auf der Wanderkarte gesucht habe. Entsprechend viele Wanderungen habe ich damit verbracht, es dort zu suchen wo es nach meiner Meinung zu finden sein müßte. Das war recht unterhaltsam, mitunter auch anstrengend, aber vergebliche Müh.

image croix 15.2.jpg
Diesen Spruch neben dem Vennkreuz beherzige ich intensivst, mit Wandern.

image croix 16.1 Belle croix.jpgLa Belle Croix, das schöne Kreuz,

1961 wurde es an der Nationalstraße N 68 Eupen – Malmedy an der Abzweigung nach Verviers (N 672) auf Initiative der belgischen Vereinigung „Les Amis de la Fagne“ errichtet und am 1. Oktober 1961 offiziell gesegnet und eingeweiht.

1856 wurde die Straße von Eupen nach Malmedy fertiggestellt und 1877 war die von Jalhay heraufkommende Landstraße ausgebaut, die vorher ein Karrenweg war. Zum ersten Mal wurde im Jahre 1875 an der Weggabelung durch den wallonischen Klumpenmacher Adolphe François eine Hütte errichtet, in der er sich mit seiner Familie niederließ. 1877 entschloss sich der Klumpenmacher, ein größeres Haus bzw. eine Herberge an gleicher Stelle zu bauen, um vom zunehmenden Verkehr zu profitieren. Eines Morgens fanden die Arbeiter an ihrer Bauhütte mit Kreide einen Gebetsspruch geschrieben („Mon Dieu si je vous ai offensé pardonnez moi“, frz. für: Herr, wenn ich Dich beleidigt habe, vergib mir) sowie ein abgelegtes, geschnitztes Kruzifix. Die Umstände des Geschehens und der Grund für das geplagte Gewissen und die Reumütigkeit des unbekannten Menschen sind im
Verborgenen geblieben. Adolphe François brachte das abgelegte Kreuz an der Fassade seines neu gebauten Hauses an, die Herberge bekam den Namen „Auberge de la Belle Croix“ (frz. für: Herberge zum Schönen Kreuz).

Als dem Sohn des Klumpenmachers der Mord an Förster Michel Jules Toussaint am 22. Oktober 1900 an der Hill zur Last gelegt wurde, blieben der Herberge viele Besucher fern. Die Tat konnte dem Sohn aber nicht nachgewiesen werden. 1901 verkaufte François seine Herberge an den Staat und zog fort.

Seit der Sprengung der Straßengabelung nach Beginn des Zweiten Weltkriegs durch belgische Soldaten am 15. April 1940 ist die Kreuzung unbebaut. Zunächst kennzeichnete ein bescheidenes Kreuz aus dünnen Fichtenstämmchen die Stelle des einstigen Klumpenmacherhauses. 1950 wurde an der Weggabelung, etwas versetzt gegenüber der Einmündung der N 672, ein schlichtes Fichtenhochkreuz aufgestellt, bevor 1961 das heutige Belle Croix an der Stelle des alten Klumpenmacherhauses seine Heimat fand.
 

Anzeige

Kommentare (12)

Jil

Lieber Songeur - Hubert,

ganz besonders schön finde ich deine Kreuzwanderung ! Von Kreuzfahrten hört man ja immer wieder, aber Kreuzwanderungen sind sogar mir als Wandervogel neu. Bin ganz begeistert von deinen Fotos und deinen Erklärungen dazu. Dankeschön, macht Freude !

Herzlich
Jil

Songeur

@Jil  

Es freut mich sehr, liebe Jil, daß Dir meine Kreuzwanderung und deren Fotos gefallen. Danke für das 💗 und Deinen Kommentar.

Herzliche Grüße
Hubert
 

Songeur

Herzlichen Dank für das 💗  an :
 

Komet

Songeur

Herzlichen Dank für das 💗  an :
 

Muscari

Songeur

Herzlichen Dank für 💗 💗 💗 und Kommentare auch an :
 

Juttchen
Liliom
maite
CharlotteSusanne

 

Syrdal


Wie immer sehr interessant…
Danke auch für die erläuternden Beschreibungen. Dabei gebe ich zu, dass mir der Begriff „Klumpenmacher“ bislang nicht geläufig war. Jetzt aber weiß ich, dass es sich um einen Holzschnitzer handelt, genauer gesagt um einen Holzschuhschnitzer, der aus einem Holzstück - dem "Klumpen" - Holzschuhe anfertigt. Dieses Handwerk wird wohl inzwischen ausgestorben sein, oder?

So lernt man immer wieder noch hinzu…
...sagt mit Grüßen zum Abend
Syrdal

Songeur

@Syrdal

Danke, lieber Syrdal, für 💗 und Deinen Kommentar.

Der letzte mir persönlich bekannte Klumpenmacher war mein Großvater (Vater meiner Mutter), der 1987 gestorben ist. Ich selbst bin als Kind in den Schulferien mit von ihm gemachten Klumpen auf seinem Bauernhof in Westfalen rumgelaufen.

Bequem zu tragen waren die nicht, aber leichter zu reinigen als beispielsweise Lederschuhe. Wohl ein Grund, warum so viele Landwirte in den Niederlanden und Westfalen damit rumliefen. Einigermaßen gut gepflegt haben die auch sehr lange gehalten.

Herzliche Grüße zum Abend sendet Dir
Hubert

ladybird

Lieber Hubert,
zunächst danke ich Dir für Deine Vorsicht, den verschneiten Aufstieg nicht hoch zu wandern, aus Rücksicht auf die eventuellen Gefahren bei diesen Wetterverhältnissen...wir "Wanderfreunde" hätten Dich mit Deinen immer interessanten Berichten doch sehr vermißt, wenn etwas passiert wäre....
Deine "Kreuz-Wanderung" hat mich besonders angesprochen, weil sie für mich wieder eine schöne Erinnerung war. Ich dachte an die Verlobten, die in der Silvesternacht auf dem Weg nach Sourbrodt wohl erfroren sind und ihnen ein Kreuz an dieser Stelle zum Gedenken aufgestellt wurde.
Stimmt das so?
Mit Freude,  Dank und Dir weiterhin das Erhalten Deiner  Wanderlust
herzlichst
Renate

Songeur

@ladybird  

Herzlichen Dank, liebe Renate, für 💗 und Deinen Kommentar.

Bei der vereisten Treppe beim Kreuz im Venn war ich tatsächlich vernünftiger, als ich das selbst vorher von mir angenommen hätte. Die Vorstellung dort stundenlang auf herbeizurufende Sanitäter mit kaputten Knochen warten zu müssen, hat glücklicherweise ausgereicht.

Als Vennkreuz in Belgien ist nur das von Dir genannte "Kreuz der Verlobten" bekannter als das "Kreuz im Venn" auf Richelsley.

Im September 2020 sah es so aus :

2022_01_06.jpg
und es ist sicher das Kreuz in den Hautes Fagnes, das ich am häufigsten sehe, daran vorbeikomme.

Einen schönen Abend wünsche ich Dir mit herzlichen Grüßen aus Belgien,
Hubert

ladybird

@Songeur  
mit besonderem Dank und großer Freude über das Kreuz im Hohen Venn...
by the way: was macht Maites Weihnachtsstern?
herzliche Grüße Renate

Songeur

@ladybird  

Der Weihnachtsstern von maite sieht meines Erachtens noch recht gut aus, maite allerdings meint, daß er schwächelt. Er ist jetzt seit gut 6 Wochen bei uns und sieht heute so aus :

IMG_20220107_130617.jpg
Herzliche Grüße
Hubert

ladybird

@Songeur
danke für gute info, lasst ihn nicht aus den Augen und lobt ihn ab und zu mal,lach,lach....ich glaube daran, dass man mit Pflanzen auch manchmal sprechen muss...
lacht mit Gruß Renate


Anzeige