Das alte Jahr wandert aus


Das alte Jahr wandert aus

 
Das alte Jahr verschwindet langsam im Nirwana. Und wieder beginnt etwas Neues. Neues hatte schon immer den Geruch des Unerwarteten. Meist war es selten etwas Gutes, das uns dann das Neue Jahr letztlich bescherte. Und nun schon wieder ein Beginn, vielleicht ein Geschenk? Oder eine Rechnung, die wir noch begleichen müssen? Ist es eine Neuerung, eventuell sogar eine Variation des Bestehenden? Vor 365 Tagen standen wir vor der gleichen Frage.
        Man mag es schon nicht mehr öffnen, dieses bunte Paket, von dem niemand weiß, was es beinhaltet. Mit dem Morgen des hellen Neujahrstages sind wir alle wieder am Anfang, wobei niemand weiß, ob wir dessen Lichter am Ende noch alle wiedersehen.
      Ein neues Jahr. Und? Was bringt es uns mit in seinem Gepäck? Lasst uns doch mal raten: Noch eine neuere Mutation des SARS-CoV-2 ? Ein Impfstoff, der für alle Menschen zur Verfügung steht? Eine neue Regierung mit einer anderen Partei? Uns wird noch viel bevorstehen im Jahre 2021! Es werden ohne Frage noch mehr Menschen an dem tückischen Virus sterben, weil Unbelehrbare es immer noch für eine »Erfindung« bezeichnen. Die Anhänger diverser Verschwörungstheorien haben erheblichen Zulauf.
        Wer stoppt sie? Wir leben in einer Demokratie, all diese Verschwörungsjünger leben in und von ihr, aber jeder schreit nach Freiheit - die er doch hat! Welche Freiheit meint der dann? Gewiss nicht die Freiheit des Anderen, wie Rosa Luxemburg es einmal formulierte.
        Wir stehen vor neuen Wahlen zu unseren Parlamenten. Neue Politiker werden alles anders machen (wollen); jedenfalls ihrem Reden nach. Was dann daraus wird? Steht dann irgendwo in den Sternen geschrieben. Wie oft hatten wir denn solche Aussagen schon, dahergeredet, ohne die Machbarkeit ihrer Pläne zu berücksichtigen.
        Dann die Außenpolitik! Was wird sich ändern - Vorhersagen sind erwünscht; sie entbehren jedoch jeder Realitätsform. Der neue Präsident der USA? Nun ja, Prognosen sind dazu da, um später als Märchen oder Träume abgetan zu werden. Und dann löst sich wieder alles in Wohlgefallen auf.
        Freunde, nehmt alles so, wie es kommt, es bleibt uns auch keine andere Wahl. In früheren Jahrhunderten gab es die Möglichkeit, sich ein neues Domizil zu suchen - irgendwo auf einem anderen Kontinent. Es war zwar nur eine Flucht, aber es gab diese Alternative. Und heute? Wo - so frage ich, ist es anders, friedvoller, lebenswerter? Vielleicht in der Antarktis, mag sein.
        So bleibt eigentlich nur eines: »Bleibe im Lande - und versuche dich redlich zu verhalten.«
Meckern, Besserwisserei und Demagogie haben noch nie - wirklich nie - eine Besserung gebracht! Und noch etwas ist wichtig, das vielen Mitmenschen verloren gegangen ist: das Vertrauen! Da mögen noch so viel Stimmen dagegen anreden.
      Ich selbst habe es, dieses Vertrauen, trotz diverser Enttäuschungen, vieler Unwägbarkeiten. Weil ich ein Mensch bin, der in fast neun Jahrzehnten die Menschen kennenlernen durfte und musste, der oftmals, wie man sagte, »die Brocken einfach hinwerfen« wollte und es dennoch nicht tat.
        Corona wird vorübergehen, mag es auch noch Opfer geben, die wegen der Einfallslosigkeit und Dummheit Anderer ihr Leben verlieren. Es gibt das Gute im Menschen - weil es dies immer gegeben hat!
Das dabei die persönlichen Lebensumstände ins Gleichgewicht kommen müssen, ist unerlässlich. Nur, wenn ich mit meinen Nächsten, den Angehörigen, den Nachbarn, den Fremden im Reinen bin, kann ich Frieden haben und kann vertrauensvoll nach vorn schauen.
        Man mag über Religionen spotten - ist ja so einfach - doch wer an etwas glaubt, das ihm wichtig ist, hat eine feste Einstellung, denn er hat die Hoffnung auf seinem Notizzettel stehen! Gibt es bessere Prognosen?


Ich wünsche uns allen, im »ST«, -
und der Menschheit der ganzen Welt
ein gutes hoffnungsfrohes Jahr 2021
Horst (PAN)

 
Wie heimlicher Weise

Ein Engelein leise
Mit rosigen Füßen
Die Erde betritt,
So nahte der Morgen.
Jauchzt ihm, Ihr Frommen,
Ein heilig Willkommen,
Ein heilig Willkomen!
Herz, jauchze du mit!

In ihm sei’s begonnen,
Der Monde und Sonnen
An blauen Gezelten
des Himmels bewegt.
Du, Vater, du rate!
Lenke du und wende!
Herr, dir in die Hände
Sei Anfang und Ende,
Sei alles gelegt!
Eduard Mörike (1804-1875)

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Kommentare (4)

chris33

"....denn er hat die hoffnung auf seinem notizzettel  stehen..."

....und da denke ich an  hermann hesse, der "jedem  neuen " einen gewissen zauber zuschreibt , womit  er sicherlich auch " hoffnung"  meint.

Jede lebensstufe  ist zeitlich  begrenzt, das haben wir inzwischen selbst erfahren, so werden  wir  gemeinsam  diese coronastufe bewältigen  und  uns auf die " post corona zeit" freuen.

Wir lassen  dieses alte jahr wohl alle gern " im nirvana" verschwinden,  aber den notizzettel  mit dem wort "hoffnung" halten wir fest.

chris33

 

Monalie

lieber Pan das ist auch meine Herzensache,du bist einmalig  und nicht vergessen,die Hoffnung stirbt zuletzt. Alles wird gut und auch für dich solls ein gesundes neues Jahrwerden.2021    es grüßt Mona

Juttchen

Hallo, lieber Pan,
ich kann mich den Worten von Manfred nur anschließen, das hast Du toll geschrieben. Ich habe Dich gerne gelesen. Und kann mich da nur wiederholen, die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Impfungen haben heute begonnen und es werden für Alle Impfdosen vorhanden sein. Wenn vielleicht nicht sofort und gleich, aber im Laufe des Jahres ganz bestimmt. Also lasst uns alle positiv gestimmt aufs Neue Jahr warten, alles wird gut.
Es grüßt herzlich
Jutta

Manfred36

Einmalig, lieber Horst, wie du die Dinge in Worte fassen kannst. Kaum zu glauben, dass auch uns Mittachtzigern noch Hofnung bleibt.
B.G.  Manfred


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