Das Internet - und ich!


Das Internet - und ich!
Atari ST 1040


Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie es vor - sagen wir mal - 35 Jahren war. Wie habe ich mich über die ganz realen Dinge informiert - so ganz ohne Internet? Ohne Google, ohne Wikipedia - überhaupt ohne die ganzen ~wiki-Seiten zu benutzen?
      Was habe ich gemacht, wenn ich ganz dringend - aus welchem Grund auch immer - wissen wollte, wer in Venezuela zur Zeit Präsident war? Wo habe ich nachgeschaut, wann »Paul McCartney« geboren wurde? Mit wem und wie oft Farah Fawcett verheiratet war? (Ob es dann wichtig war, steht auf einem anderen Blatt. Heute ist es meist auch nicht wichtig, was man wissen möchte!)
        Ob es nun für den Beruf oder für das ganz private Vergnügen war: Ich hatte doch damals auch ständig Fragen, oder doch nicht? Wenn ich mich recht erinnere: Wollte ich früher vielleicht gar nicht so viel wissen? Habe ich etwa im 24-teiligen Brockhaus meine Fragen nachgeschlagen und nach etlicher Zeit auch beantwortet bekommen? Ich weiß es einfach nicht mehr!
        Heute tippe ich kurz mal ein paar Tasten an und schon spuckt mir der Kasten die Antworten aus. Wie konnte ich nur ohne das Internet leben?
Ich legte 1986 bei meinem Cyber-Beginn noch den Telefonhörer auf die Muschel des Moduls und schaute dabei ständig nach der Uhr, da es noch keine »Flatrate gab«, jede Minute wurde noch einzeln abgerechnet! Wie habe ich das alles nur ohne die »Helferchen« gemacht?
Das ist eine der wenigen Fragen, die mir Google doch nicht beantworten kann ...

 
©by H.C.G.Lux

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Kommentare (7)

Distel1fink7

Eines Tages stand im Arbeitszimmer meines Mannes ein Riesending
von Laptop in rosa. Er und Internet unmöglich dachte ich und fragte
warum ?  Ja er müsse sich schlau machen, denn sein Diagnose vom
Urologen sei verheerend. Das Ding stand und stand, er rührte es 
nicht an, hatte eine Selbsthilfe - Gruppe gegründet für Berlin und
Brandenburg und das Telefon stand nicht still und ich vor dem Ding.

Dann kamen seine letzten Wochen, dann seine letzten Tage und
ich betreute ihn,, aber was dann wenn.....?
Ich notgedrungen fragte das Ding. Ding sagte was...............

Ich danke Dir Ding ! 😨

Traurig grüßt Distel1fink7

heigl

und dennoch gab es eine lange Übergangszeit, wo die Aufgeschlossenen von den statisch verharrenden, die Angst um den Verlust ihrer Wichtigkeit hatten, das waren sehr sehr viele, vor allem leitende Angestellte, also Chefs, angefeindet wurden, sich oft bestätigt fühlten, wenn es um die Stabilität, die Kosten oder die Kompliziertheit der neuen Technik ging.
Nur die in dieser Umbruchzeit "jungen Männer" fühlten die Zukunft und versuchten ständig damit zurechtzukommen, wobei das damals teilweise noch abenteuerlich war.

Auch Rauben von Programmen war an der Tagesordnung, weil ja geübt werden mußte, an Programmen wie Excel, word, Microsoft Office.

Nun jedoch ist PC, Notebook und co sogar für uns "Ältere" selbstverständlich.

Und wozu brauchen wir noch unsere großen Bücherschränke, ich hab viele Bücher weggehauen, Bücherkisten, wo sich jeder bedienen kann sind an der Tagesordnung.
Bücher werden nicht mehr verbrannt, sondern entsorgt.😃

Pan

Hast ja Recht. Aber manchmal trauere ich den Büchern noch nach, und den alten Zeiten, als ich heimlich unter der Bettdecke mit Taschenlampe lesen musste, weil "Muttern" sonst energisch geworden wäre ...

Ansonsten war meine Leidenschaft so ansteckend, dass mein Junge IT-Fachmann geworden ist.
Wie war das mit dem Apfel und dem Pferd???
Gruezi ~

Syrdal

Ohne die Entwicklung von Computer und Internet hätte ich nach 1990 meinen Beruf nur mit enormen Schwierigkeiten und hohem Zeitaufwand durchführen können. Noch immer stehen meterweise Meyers Lexikon und bestimmt hundert Nachschlagewerke verschiedenster Wissenschaftsgebiete in meinen Bücherregalen. Vor der Verfügbarkeit des sich rasant anreichernden Internet hatte ich zusätzlich ein riesiges Archiv von Fachbeiträgen, akribisch thematisch geordnet in einem speziellen Raum. Nach der Einführung des Internet konnte ich das alles entsorgen… es waren viele Zentner Papier, die ich peu à peu zur Verwertung brachte.
Wie einfach ist es doch heute, sich auf allen Interessengebieten gründlich zu informieren, denn es gibt im Internet nichts, was es nicht gibt. Umso mehr erstaunt mich doch immer wieder die oft eklatante Oberflächlichkeit in modernen Büchern und Zeitschriften, insbesondere in der offensichtlich „heiß gestrickten“ Tagespresse, angefangen von der Rechtschreibung über mangelnde Recherche, belegbare Falschheiten bis hin zu inhaltlichen Schlampigkeiten. Schade, denn mit ein wenig Gründlichkeit, ließe sich das alles vermeiden.
Gut aber, dass wir heute diese wunderbaren Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten haben…
...meint
Syrdal

 

Pan

Lieber Syrdal , wie heißt es doch so wunderbar passend: 
Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen!
Gäbe es noch passenderes?
meint mit Gruß
Horst

ladybird

Lieber Horst,

eine sehr interessante Betrachtung.....
ich weiß noch, dass wir uns für damals 700 DM die 13 Bände Brockhaus anschaften, hauptsächlich zum Nachschlagen für die Kinder. Und wie weh es tat, als sie jetzt beim Umzug vor kurzem niemand mehr haben wollte....(wir ja auch nicht) eben, weil auch ich heute mal eben paar Tasten tippe.......

Zur Zeit des Telefonierens mit der "Eieruhr", schleppte man einen schweren, riesigen Kasten als Telefon und ein paar Meter Kabel, wenn man nicht  in Gegenwart seiner Eltern, mit seinem Schatz reden wollte..

Was heute allerdings schwieriger ist, den Anbieter seines Telefons zu erreichen, man muß erst mehrere Knöpfe drücken, bevor man zur hotline kommt und ist dann stundenlang in der Warteschleife........... früher genügte ein Anruf bei der Post......und tarie-tara-war sie da.....

Jedes Ding hat immer zwei Seiten.....
lieben Gruß in den Norden
herzlichst von
Renate

..

                      

werderanerin

Ja, lieber Horst..., wie haben wir früher bloß ohne das Internet "überleben können"...😉, die Frage stellen sich wohl auch Jugendliche heute.

Du weißt ja selbst, es ging alles..., da gab es so manch Büchlein, wo man nachschauen konnte, egal ob Duden o.a. aber vor allem denke ich daran, dass Bibliotheken viel öfter und regelmäßig besucht wurden oder man sogar Stunden dort verbrachte, weil es anders gar  nicht ging...um bestimmte Arbeiten zu schreiben !

Ging irgendwie alles und ich denke sogar, dümmer waren wir alle nicht, vielleicht sogar viel pfiffiger, interessierter aber vor allem einfallsreicher ! Man hat sich mit Freunden verabredet und so manch Klassenarbeit oder Prüfung miteinander vorbereitet. War auch schön und machte auch damals Spaß. Die Gemeinsamkeit war viel tiefer!

Heute finde ich die Vielfalt der Möglichkeiten sehr schön...man kann, muss aber nicht !!!

"Früher war es anders..., nicht besser, nicht schlechter...einfach anders " !


Kristine


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