Das Liebespaar am Straßenrand


Das Liebespaar am Straßenrand

Nach einem arbeitsreichen Tag hatte Rolf endlich Feierabend und fuhr nach Hause. Als er um die Ecke bog, fiel sein Blick plötzlich auf ein Pärchen, das auf der Mauer eines Vorgartens saß. Rolf stutzte und bremste. Er sah einen Senior mit weißen Haaren, der seine weißhaarige Frau fest umschlungen hielt.
Dass es das noch gibt, dachte er. Bei diesem Wetter könnten die es doch zu Hause viel bequemer haben. Er sah nochmal in den Rückspiegel und entdeckte, dass die Arme der Frau schlaff herunter hingen und ihr Kopf auf die Brust gesunken war.
Himmel, da stimmt etwas nicht. Die ist doch wohl nicht tot, dachte Rolf und fuhr in eine Einfahrt, um schnellstens zu wenden. Abrupt hielt er an, erfasste die Situation, zückte sein Handy und wählte die 112. Der zitternde Senior schaute auf und sagte:
„Sie ist mit dem Kopf aufgeschlagen und bewusstlos. Sie hat wohl auch das Handgelenk gebrochen. Schauen Sie, es ist völlig schief. Zu dumm, dass ich mein Handy nicht dabei habe. Wir waren ja nur auf einem kleinen Abendspaziergang.“

Rolf klingelte an der Haustür hinter dem Vorgarten und schilderte der Dame des Hauses kurz, was geschehen war. In Windeseile holte die eine Decke, um die bewusstlose Seniorin auf den Gehweg zu betten.
Da war bereits das Martinshorn des Unfallwagens zu hören.
Und nun ging alles sehr schnell. In Windeseile packten die Sanitäter die Frau in den Rettungswagen, bedeuteten ihrem Mann, neben dem Fahrer Platz zu nehmen und fuhren in Richtung Notaufnahme des Klinikums.
Nach einigen Untersuchungen per CT und Röntgen stand die Diagnose fest: Gehirnerschütterung und Bruch des Handgelenks.
Was ist bloß los?“ flüsterte die Frau, als sie wieder zu sich gekommen war.
„Sie sind gestürzt und nun hier in der Klinik“, erklärte der Arzt.

„Wir renken jetzt Ihr Handgelenk ein und legen einen Gipsverband an. Morgen früh können Sie wieder nach Hause.“
Der alte Herr begleitete seine Frau schließlich in den Überwachungsraum und blieb noch eine Weile bei ihr. Übermüdet gab er ihr einen Kuss und flüsterte:
"Also bis Morgen dann."

Seitdem sind einige Monate vergangen, der Gips ist längst entfernt und die Schmerzen fast vergessen. So kann die Seniorin jetzt endlich wieder schreiben und diese Geschichte hier einstellen…
Der unbekannte Helfer und die Dame mit der Decke konnten inzwischen ausfindig gemacht werden, um ihnen mit einer Flasche Wein und Blumen für die schnelle Hilfe zu danken.

 

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Kommentare (11)

Muscari

Mit ganz herzlichem Dank grüßt Euch heute meine inzwischen geheilte Hand.
Dank für die teilnahmsvollen Herzen und Kommentare.
Solche Begebenheiten verlangen einfach danach, in Form einer Geschichte aufgeschrieben zu werden. Gerade das macht mir immer besonders viel Freude.
Andrea
geheilte hand.jpg

Christine62laechel

Liebe Andrea,

wie schön, dass es solche Menschen gibt; wenn ich eine solche Geschichte lese, werde ich guter Laune, voller Hoffnung, und einfach - gesünder! Was ich auch Dir herzlichst wünsche. :)

Mit besten Grüßen
Christine

Tessie

Dir Gute Bessserung - Gott sei Dank gibt es noch aufmerksame und hilfsbereite Menschen.Daumen hoch

LG Tessie/IreneRose

Rosi65

Das war wohl das berühmte Glück im Unglück, liebe Andrea.
Wünsche Dir alles Gute für die vollständige Heilung Deines Handgelenkes.
Und passe gut auf Dich auf.Unschuldig

L.G.
Rosi65

mondie

Hallo Muscari,

ich denke auch, dass Du es war, die gestürzt war und sich u.a. das Handgelenk brach.
Durch den aufmerksamen Autofahrer konnte schnell die Polizei und auch der Rettungswagen geordert werden. Jetzt geht es Dir Gott sei Dank wieder besser und bist im Nachhinein froh, dass es doch noch hilfsbereite Mitmenschen in unserem ansonsten eher passiven Umfeld gibt.

Mich stimmt es froh, immer öfter zu lesen oder zu hören, dass die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen nicht abgenommen hat.

Beste Gesundheit wünscht Dir
Monika

Humorus

Liebe Andrea ich denke ich habe es bestimmt richtig lesen können. Es ist DIR passiert! Ich bin ja nun wirklich froh, das Du alles gut überstanden hast. Aber die Geschichte über den Vorfall hast Du mit Deiner nun Gott sei Dank wieder gut funktionierten Hand sehr gut aufgeschrieben.
Ich bin ja auch froh, dass es in unserer manchmal sehr egoistischen Welt noch solch Hilfsbereitschaft gibt. Dir persönlich aber alles Gute und das so etwas nicht wieder passiert.
Pass bitte auf Dich auf.

Einen lieben Gruß von Klaus

Syrdal


Gottlob ist Aufmerksamkeit, Empathie und Hilfsbereitschaft noch nicht gänzlich verschwunden, so dass diese Unfallgeschichte letztlich einen guten Ausgang finden konnte. Doch wie oft sind Menschen völlig alleine und niemand kümmert sich darum, wenn er (sie) zusammengesackt auf einer Parkbank sitzt.
Deine „wahre Geschichte“ macht Hoffnung, dass in unserem permanent werte-verlierenden Land noch nicht alles verloren ist.
  
Möge sich die helfende Mitmenschlickeit erhalten, wünscht mit Dank und Grüßen
Syrdal

Monalie

hallo Muscari  ja die Hilfsbereitschaft gibt es noch ,mancheiner braucht nur einen kleinen Anstoß. Danke für deine Geschichte hab sie gerne gelesen ! Lieben  Gruß MonaRose

Roxanna

Ich schließe mich den beiden Herren an, liebe Andrea und sage auch, zum Glück gibt es noch solche hilfsbereite und achtsame Menschen. Deine Geschichte ist ein positives Beispiel dafür. Es freut, auch einmal so etwas zu lesen. Danke und herzliche Grüße

Brigitte

protes

zum glück, gibt es noch immer 
hilfsbereite menschen
die es auch wert machen
solche geschichten zu erzählen
lg hade
 

Manfred36

Eine rührende Geschichte von spontaner Hilfsbereitschaft, die es so heute wohl nicht überall gibt.


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