Das Nadelöhr im Seulingswald



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Schlupf durchs Nadelöhr

Bück dich, knie nieder, senke dein Haupt
tief hinab zu Mutter Erde,
lausche in Demut, ob sie erlaubt,
dass dir neue Gesundheit werde,
wirst es erfahren, ohne Worte
leise in dein Herz gegeben,
dann beginnt am mystischen Orte
dein Weg in ein neues Leben.

Auf Knien und Händen krieche nun
bedachtsam durch das Nadelöhr,
streife ab all dein schädliches Tun
beim Schlupf durchs steinerne Geröhr,
vergiss keinesfalls den Obolus
für die Kinder zu entrichten,
es würde dir zu deinem Verdruss
das Errungene vernichten.

Der Durchschlupf, er ist nicht vergebens,
geblieben ist vom Alten nichts,
erfreue dich gesunden Lebens
auf den hellen Wegen des Lichts,
bewahre von nun an alle Zeit
Dankbarkeit in deinem Herzen,
denn Mutter Erde hat dich befreit
von Krankheit und Not und Schmerzen.


© Syrdal 2021
 

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Das Nadelöhr im Seulingswald

Viele Jahrzehnte herrschte im Seulingswald* auf der Höhe zwischen Hönebach* und Friedewald* eine wahrhaft friedliche Waldesstille. Nur die Stimmen kleiner Waldvögel, vielleicht auch mal irgendwo das harte Klopfen eines Bunt- oder Schwarzspechtes und ab und zu leise Geräusche des im Unterholz huschenden Kleingetiers waren zu hören. Selten kam ein knatterndes Auto die den steilen Berg herauf führende, meistens aber brach liegende Autobahn (A 4) empor gekrochen. Die Trasse begann wegen der fehlenden Brücke über das weite Werratal bei Eisenach erst hinter dem hessischen Dörfchen Obersuhl*, also im weit „abgelegenen“ Zonenrandgebiet, wie der wirtschaftlich vernachlässigte Streifen an der Grenze zur DDR (Deutsche Demokratische Republik) bezeichnet wurde. In diesem vergessenen Landstrich gab es kaum Industrie und nur wenig aus früheren Zeiten erhaltenes Handwerk. Die Menschen dieser abgelegenen Region lebten vom kargen landwirtschaftlichen Ertrag, viele nahmen weite Wege zu einer fernen Arbeitsstelle in Kauf. So gab es dort auch kaum Autos und von der „Ostzone“ her konnte ohnehin nichts gefahren kommen, denn die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) war seit der endgültigen Grenzschließung im August 1961 nahezu abgeschnitten und mit einem Auto sowieso nicht möglich.

Dann endlich kam es 1980 noch während des „Kalten Krieges“* zu einer weitgehend verschwiegenen Vereinbarung zwischen den beiden deutschen Staaten über den Bau der bei Eisenach direkt an der innerdeutschen Grenze fehlenden Talbrücke. Die BRD finanzierte den Bau mit 186 Millionen DM. Zugleich war westlich die zweispurige Fahrbahn bis zum Rastplatz und Grenzkontrollpunkt Herleshausen* und auf der östlichen Seite die Autobahntrasse bis zur Auffahrt Eisenach-West sowie die Grenzübergangsstelle Wartha* zu bauen. Während der Bauzeit von 1981 bis 1983 blieb das bilaterale Abkommen und der Fortgang der Bauarbeiten in den DDR-Medien weitgehend unerwähnt. Mitte Dezember 1984 wurde das Bauwerk zusammen mit dem neuen Grenzübergang Wartha/Herleshausen formlos in aller Stille dem Verkehr übergeben.

Ab diesem Zeitpunkt war es aber vorbei mit der beschaulichen Stille im Seulingswald. Über die nun Ost und West verbindende Autotrasse rauschten im zwar vorerst noch spärlichen bilateralen, dafür vor allem aber im internationalen Verkehr mehr und mehr Pkw und Transporter über die Autobahn, wobei sich die großen, oft schwer beladen Lastkraftwagen den steilen Anstieg zur Höhe am „Toten Mann“ mit brummendem Motorengeräusch nur im Schritttempo hinauf quälten. Oft mussten sie auf dem Höhenrastplatz „Nadelöhr“ pausieren, um dem heiß gelaufenen Motor die nötige Kühlung zu gestatten. - Weshalb der Autobahnparkplatz aber die Bezeichnung „Nadelöhr“ hatte, blieb den Autofahrern aber wohl verborgen.

Nahezu parallel zur modernen Autobahntrasse verläuft hier auf der Bergeshöhe der alte, durch die „Kurzen Hessen“* führende römische Kaufmannsweg, der im hessischen Teilabschnitt als Antsanvia* benannt ist. An der schmalen Stelle, an der sich die Autobahn und die alte Handelsstraße bis auf wenige Meter nahe kommen, gibt es an der Kaufmannsstraße eine kleine Einbuchtung, die den Handelsreisenden seit Urzeiten als Rastplatz diente. Zu früheren Zeiten stand hier eine viele hundert Jahre alte Eiche, ein „Zwieselbaum“*, dessen riesiger Stamm in Bodennähe mannsbreit gespalten war. Im Friedewalder Salbuch* ist sie als „Nollenöhr“ benannt, in einer anderen Schriftquelle wird die Rieseneiche als hohler Baum beschrieben.

Alte Erzählungen berichten, dass an diesem mystischen Ort zum ersten Mal rastende Kaufleute oftmals von unsichtbaren Geistwesen plötzlich lauthals mit wildem Geschrei angetrieben wurden, auf allen Vieren durch den engen Baumspalt zu kriechen, wenn sie ihres Lebens froh bleiben wollten. Den Zögernden und Dickleibigen wurde sogleich mit spürbaren Knüppelhieben nachgeholfen, so dass die Männer flugs auf die Knie fielen und sich jammernd und stöhnend durch den engen Spalt zwängten, um zu Tode erschrocken das nackte Leben zu retten. – Kaum mit bleichem Gesicht anderseits angekommen, mussten die so Geschundenen noch am Boden krauchend eine erquickliche Auslösung aus ihrem meist im Wams versteckten Geldbeutel berappen. Erst dann durften sie sich wieder erheben und gesenkten Hauptes die Weiterreise antreten. Nicht überliefert ist, ob solcherart Gepeinigte jemals wieder auf der Höhe vom „Toten Mann“ zur Rast angehalten haben. Die Bezeichnung des Berggipfels könnte durchaus mit der Todesandrohung verbunden sein.

Späterhin erhielt der Baumdurchschlupf aber eine völlig neue Bedeutung. Die einstigen Geister hatte den Ort verlassen und ein jeder Mensch, der sich nunmehr ganz freiwillig durch den Spalt der alten Eiche zwängte, erfuhr Kraft des erdverbundenen Baumgeistes die Zusagen von Glück und Gesundheit für die Weiterreise. – Bäume hatten im Glauben unserer Vorfahren von jeher eine überragende Rolle. Vor allem Eichen wurden als Symbol der Lebensstärke, Gesundheit und Dauerhaftigkeit verehrt. Wenn ein solcher Baum auch noch eine ungewöhnliche Form hatte, wie diese tausendjährige Eiche mit dem Spalt, wurden ihm besondere Heilkräfte zugeschrieben. - Das Durchkriechen durch eine Baumhöhlung geht zurück auf einen alten volksmedizinischen Heilritus, der das Abstreifen einer Krankheit oder die symbolische Wiedergeburt verspricht, denn – so heißt es in verschiedenen Überlieferungen – wenn Leben durch Leben geht, nimmt das eine dem anderen alle Krankheiten und Gebrechen. Das macht den Glauben verständlich, dass jeder, der durch einen hohlen Baum kriecht, gesundes Leben und neue Stärke gewinnt.

Die alte Eiche am Höhenrastplatz auf dem „Toten Mann“ wurde allerdings irgendwann durch einen Blitzschlag zerstört. Sie verbrannte und verging. Doch bei den Menschen der Umgebung blieb die Zauberlegende der gespaltenen Eiche lebendig und der verfallene Baum wurde – veranlasst von Landgraf Moritz von Hessen (*1573; †1632) – durch einen torähnlichen Aufbau aus Buntsandstein ersetzt, um am mystischen Ort den ursprünglichen Brauch des reinigenden Heilschlupfens wieder zu beleben. Dieses „Nadelöhr“ genannte niedrige Tor hat die Form eines kleinen Häuschens mit einem pultartigen Satteldach, an dessen Vorderseite das Wort „Nadelör“ eingraviert ist. Auf der gegenüberliegenden Seite erkennt man die Buchstaben „MLZH“, das Kürzel für Moritz Landgraf zu Hessen.

Um dieses kleine steinerne Tor ranken sich viele Geschichten. So wird erzählt, Landgraf Moritz ließ das „Nadelöhr“ setzen, nachdem er an dieser Stelle seine Gemahlin wiederfand, die sich im Seulingswald, während er auf Jagd war, verirrt hatte und drei Tage gesucht worden war. Dabei habe sie ihr zerrissenes Gewand mit Tannennadeln zusammengesteckt.

Aus einer alten Jagdzeitung stammt hingegen die Kunde, dass die Teilnehmer an den landgräflichen Jagden vor dem Jagdbeginn durch die Öffnung des Steinbaues kriechen mussten. Wer nicht hindurch kam, wurde von der Jagd ausgeschlossen, denn der Landgraf wünschte keine stark beleibten Herren als Teilnehmer an der Jagd nach flüchtigem Wild. Demnach wurde das steinerne Mal als Lichtraumprofil und Maß für das zulässige Gewicht der Jagdteilnehmer genutzt.

Eine glaubhafte Geschichte aber berichtet, dass Fuhrleute, die die alte Handelsstraße von Leipzig über Eisenach, Hersfeld nach Frankfurt passierten und zum ersten Male am Nadelöhr vorbeikamen, durch die Öffnung hindurchkriechen und danach in einen Opferstock, der neben dem steinernen Nadelöhr aufgestellt war, ein Almosen legen mussten, das dem Hersfelder Waisenhaus zugute kam. Mit dieser an einen alten Kult erinnernden Handlung habe manch einer die ihn zwickenden Gebrechen an Mutter Erde übergeben, die dem Leidtragenden wohlgesonnen war und ihn von seiner Krankheit befreite. Wer heute diesen sagenhaften Ort aufsucht, kann mitunter glänzende Münzen auf dem neben dem „Nadelöhr“ stehenden Opferstock sehen und ist freilich angehalten, selbst eine gültige Münze hinzu zu legen...

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Erklärungen:
 
*Seulingswald = kleiner Mittelgebigs-Höhenzug (bis 480 m ü. NHN) im oberhessischen Bergland (Landkreis Hersfeld-Rotenburg)
*Hönebach = kleiner unmittelbar westlich der hessisch-thüringischen Landesgrenze liegender Ort
*Herleshausen / Wartha = grenznahe Ortschaften auf hessischer Seite
*
Friedewald = Gemeinde südlich vom „Toten Mann“ (Berggipfel) , der höchsten Erhebung im Seulingswald

*Obersuhl = unmittelbar an der hessisch-thüringischen Grenze liegender Ortsteil der Gemeinde Wildeck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
*Kalter Krieg = Bezeichnung der anhaltenden Konfrontation der Westmächte unter Führung der USA mit dem sogenannten Ostblock unter Führung der Sowjetunion unter permanenter Drohung eines Atomkrieges
*Kurze Hessen = die kürzere der beiden wichtigsten Handelswege des Mittelalters und der frühen Neuzeit von Spanien kommend über Frankfurt/M. nach Leipzig und weiter bis nach Polen und Russland verlaufend
*Antsanvia = die als Höhenweg entlang der Wasserscheiden entlang führende Altstraße trägt zwischen Hünfeld (Nähe Fulda) bis nach Eisenach in Thüringen die Bezeichnung Antsanvia. Der Name leitet sich vom lateinischen antiana via – alte Straße her.
*Zwieselbaum = Baum mit besonderer Stammwuchsform
*Salbuch = ein auf Veranlassung eines Hoheitsträgers erstelltes Register (auch Dorfbuch, Erbbuch, Flur- oder Gemarkungsbuch), in dem die Güter eines Territorium und seiner Bewohner sowie die Steuern aufgeführt sind
 

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Kommentare (8)

Rosi65

Lieber Syrdal,

diesmal hast Du uns an einer wunderschönen Sage, in wohlgewählter Reim- und Wortwahl, teilnehmen lassen. Ich kann mir die hohle Eiche gut vorstellen, durch deren Spalt sich bestimmt viele Menschen mühsam gezwängt haben. Vielleicht in der verzweifelten Hoffnung auf Glück und Heilsamkeit.
Später wurde dann ein Stein als neuer "Schlupfaltar" gesetzt. Die Idee des früheren Landgrafen, alle Teilnehmer seiner Jagdgesellschaft durch die Steinöffnung kriechen zu lassen, finde ich recht witzig. 😊 Obwohl man bei dieser Übung auch eine erzieherische Maßnahme vermuten könnte, hatte der Graf bestimmt Humor. Sicher waren einige der gut genährten Männer vor diesem Test sehr aufgeregt. Was für ein Stress! Denn es muss ja für den betroffenen Teilnehmer sicher sehr peinlich gewesen sein, vor aller Augen, in dieser engen Steinöffnung hilflos stecken zu bleiben.

Herzliche Grüße
   Rosi65

Syrdal

@Rosi65

Liebe Rosi, du bringst nun noch ein weiteres Stichwort mit ein: den Schlupfaltar. - Ja, diese Altäre gibt es in verschiedenen Regionen Europas. Sie dienten dem Ritus des Durchschlüpfens (Abstreifen!), einer von den Kelten und Germanen übernommenen zauberischen Heilzeremonie. - Das „Nadelöhr“ bei Friedewald steht freilich diesem Ritus nahe, vormals als „gespaltene Eiche“, späterhin als kleiner Steinbau, einem „Durchkriechstein“.
Über all das könnte man
sehr viel schreiben. Hinweisen möchte ich hier nur auf die in Bayern bis heute bestehenden mysteriösen Erdställe, deren eigentliche Aufgaben noch nicht gänzlich erforscht sind.
Aber vom Schlupfaltar in der Wallfahrtskirche St. Corona im niederbayerischen Pfeffenhausen (Kreis Landshut) ist bekannt, dass
die Gläubigen vor der Hopfenernte durch das Loch im Altar schlüpften, um bei der schweren Erntearbeit vor den gefürchteten Rückenschmerzen (Heilritus!) bewahrt zu bleiben.


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Schlupfaltar in Pfeffenhausen

Danke für die interessante Ergänzung zum Thema sagt
​​​​​​​mit lieben Grüßen

Syrdal

ladybird

Lieber Syrdal
mit Deiner Erzählung, es war für mich  Erd-und Geschichtskunde-Unterricht, war ich in meiner Vergangenheit. Wir sind oft von Köln nach West-Berlin gefahren und mussten durch den "Schlauch", das waren ca 200 km nur mit vorgeschriebenem Tempo, was dann am Ende strengstens kontroliert wurde. 
Auch in die damalige DDR sind wir gereist, doch durften wir nicht in die Raststätten und auf die Rastplätze....
Dein "Nadelöhr" war für mich sehr interessant, ich machte es wie Songeur und googled mir verschiedene Orte zwecks "Nacherlebens"
vielen lieben Dank für diese "Reise" ohne Grenzen und Angst und furchtbare Kontrollen .....
jetz konnte ich genießen
herzlichst
Renate

 

Syrdal

@ladybird

Liebe Renate, wie sich die Zeiten doch ändern und dennoch immer mal wieder auch gewisse Parallelen aufweisen. Ich selbst habe zwar nie die Ängste der „Interzonenreisenden“ erfahren dürfen, denn ich lebte ja auf der „falschen Seite“, habe aber von manchem verschreckten „Westbesucher“ die „Berichte der klappernden Zähne“ gehört. Hingegen kannte ich mich ja bestens aus im Umgang mit den „roten Angstgeistern“, die – im Gegensatz zu den Waldgeistern am „Nadelöhr“ – sehr wohl sichtbar waren in ihren grünen Uniformen und uns zudem allgegenwärtig in Zivil „beschützten“.
Aber vor Zeiten gerieten halt die Kauffahrer am Rastplatz "Nadelöhr" in plötzliche Todesangst und mussten unter Geschrei und Knüppelhieben durch das Loch im Baum kriechen. Gottlob hat sich wie alles in der Welt auch das geändert und heute haben wir endlich „angstfreie Fahrt bei den Reisen ohne Grenzen“, obgleich es auch da neue Fragezeichen gibt, denn wer zu offen ist, ist nicht ganz dicht, was auch seine „Schattenseiten“ hat.

Aber ich freue mich, dir zu einem kleinen Reisegenuss verholfen zu haben und sende liebe Grüße an den Rhein, den ich bald nach der „Grenzenlosigkeit“ ohne jegliche Angstgefühle mit Sicht auf den Dom über die Zoobrücke überqueren konnte...
Syrdal  

Monalie

lieber Syrdal  oh wie interessant,das habe ich alles noch nicht gewußt. Vielen Dank  und gefällt sehr gut--sagt Mona.🌷

Syrdal

@Monalie

Nun, liebe Mona, es gibt in unserem Land (und überall in der Welt) so viele interessante Dinge und ich bin froh, hin und wieder einmal etwas davon darzustellen und somit wieder ein wenig bekannt machen zu können.
Es freut mich, dass dir Gedicht und zugefügte Legende gefallen.

Liebe Grüße
Syrdal  

Songeur

So kann's gehen, lieber Syrdal.

Dein Gedicht und die Erläuterungen gefielen spontan. Als ich aus dem Blog schon wieder raus war hatte ich das Gefühl, daß mich etwas störte. Ich habe dann herausgefunden, was es war. Nämlich die völlige Unkenntnis meinerseits, die erwähnten Orte betreffend.

Abgesehen von der Autobahn A 4, aber selbst von der kenne ich nur den Bereich Aachen - Köln, weil ich da hin und wieder fahre. Das es die aber weiter im Osten auch noch gab, das wußte ich bis gestern nicht.

Langer Rede kurzer Sinn, ich habe ein wenig recherchiert und nach dem virtuellen Besuch im Museum des Heimatverein Friedewald fühlte ich mich dann auch hinreichend gut informiert.

Ganz herzlichen Dank für den Anstoss zu dieser hochinteressanten "Stunde".

Ich wünsche Dir eine schöne Woche
Hubert

Syrdal

@Songeur

Lieber Hubert,
auch wenn man so wie du weit in der Welt herum gekommen ist, kann man niemals alles wissen. Es gibt so viele wunderbare Landschaften, Sehenswürdigkeiten und auch „mystische Orte“. Und so war es mir wichtig, den historischen Hintergrund zum kleinen Nadelöhr-Gedicht hier mit darzulegen, denn erst damit wird der eigentliche Sinn des Gedichtes richtig deutlich. Hinzu kommt, dass es oft interessante Legenden und Erzählungen über längst Vergangenes gibt, hier aber der konkrete Ort und das beschriebene Objekt – das Nadelöhr – noch heute in bester Weise erhalten ist. Mich hat die Sache interessiert und so bin ich im vergangenen Sommer selbst an diesem mystischen Ort gewesen und durfte staunend sehen, dass dort in der Tat auf dem kleinen Opferstock neben dem „Nadelöhr“ (siehe Foto) einige Münzen lagen. Selbstverständlich habe ich sogleich einen silbrigen Euro hinzu gelegt, gebe aber zu, dass ich durch das niedrige Steintor, das Nadelöhr, nicht hindurchgekrochen bin. Aber die alten Waldgeister haben es mir ob meines Alters wohlwollend verziehen…

Dir danke ich für dein Interesse und vor allem auch für die Geduld, einen solch langen Text zu lesen. – Solltest du einmal die A5 von Süden her in Richtung A4 (Kirchheimer Kreuz) fahren, wirst du kurz nach der Anschlussstelle Friedewald am Gipfel des „Toten Mann“ ganz sicher erinnert werden an das „Nadelöhr“, denn der dortige Autobahnparkplatz ist so beschildert.

Sei herzlich gegrüßt aus der Region des Nadelöhrs (ca. 45 km von hier) von
Syrdal 


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