Deglobalisierung






Deglobalisierung

Endlich hat man es nun erkannt,
was Globalisierung anrichtet,
Ökonomen haben benannt,
wie man die Volkswirtschaft vernichtet,
wenn man stets nur Profit anstrebt,
denn das führt hin zur Ruinierung

damit Wirtschaft gesund auflebt,
hilft einzig Deglobalisierung!


© Syrdal 2020


 


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Kommentare (8)

indeed

Lieber Syrdal,

ich habe mehrmals in Abständen deine Marginalie gelesen. Ich möchte auch nicht die Pandemie mit ins Thema bringen, sondern mich eher auf den globalen Commerz beschränken.

Meiner Meinung nach ist es zu kurz gedacht, sich 100%ig abhängig zu machen von Produkten jeglicher Art. In der Tat geht es hier in erster Linie nur um Gewinnmaximierung bis möglichst immer über jegliche Grenzen hinaus (ich meine keine Landesgrenzen, sondern die selbst gesetzten Grenzen der moralischen und auch menschlicher Art und Weise). 

Gerade auf dem Gesundheitssektor ist schon viel zu viel negativ entschieden worden, kaputt gespart und global gesehen furchtbare Nachlässigkeiten (aus Gewinnsucht geboren?) ist ein Fakt.
Es gilt natürlich auch für viele andere Produkte. Jedes Land, welches dazu in der Lage ist, sollte von lebensnotwendigen Produkten immer ein Sicherheitspaket besitzen, um sich die eigene Unabhängigkeit, zumindest für eine gewisse Zeit von globalen Geschäftspartnern zu erhalten,  d.h. bis man selber die Produktion hier im eigenen Lande als Notversorgung aufnehmen kann.

Es werden Ressourcen in Gold angelegt, global Aktien gehandelt und ein Börsenmakler wird m.E . niemals  alles auf eine Karte setzen. Er wird klug genug sein, sich eine gewisse Sicherheit zu hinterlegen. Warum also auch nicht mit Produkten und deren Herstellung (wenn auch im kleineren Rahmen), um das Volk mit lebensnotwendigen Produkten, Medikamente gehören auch dazu, in Krisenzeiten versorgen zu können? Jedes Management sollte in die Pflicht genommen werden, über die eigene Sicherheit sich der Verantwortung zu stellen. Dafür werden sie letztlich bezahlt. Es krankt hier einfach zu viel an Egoismus.

Es ist zu viel im Ungleichgewicht. Am wenigstens kann ich die Worte nicht mehr hören wie: wir müssen, wir sollten, wir können und getan kommt zu wenig bis gar nichts bei den Leuten an.
Diesen tönenden Worten sollten endlich einmal Taten folgen. 

Es gäbe noch viel zu schreiben, aber es würde eine endlose Diskussion geben. Fakt ist, dass es eine Schieflage nicht nur bei uns, sondern auch weltweit gibt. 
Es wird wohl niemals ganz lösbar sein, aber auch kleine Schritte führen zum Ziel.

Mit lieben Gruß von
Ingrid

Syrdal

@indeed  

Liebe Ingrid, in allem, was du hier zu diesem Thema niedergeschrieben hast, stimme ich voll und ganz mit dir überein. Es sind kluge Worte, kluge Gedanken… Doch leider sieht man an den Realitäten, wie ohnmächtig die Verantwortungsträger der Regierung sind, denn immerhin haben sie ja geschworen, die Kraft dem Wohle des deutschen Volkes (zu) widmen, seinen Nutzen (zu) mehren, Schaden von ihm (zu) wenden...“ Aber sie sind nicht einmal in der Lage, die Auslagerung lebenswichtiger Produktionen zu verhindern oder gar auf eine von den Wissenschaftlern schon vor Jahren eindeutig warnend vorhergesehene Pandemie mit den entsprechenden Vorsorge-Notwendigkeiten zu reagieren. Was soll man dazu noch sagen…?

Mit Dank für deine wichtige Einlassung grüßt in Nachdenklichkeit
Syrdal
 

putty

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Zitat

LG Putty

Syrdal

@putty

In der Frage hinsichtlich der Zukunft sind die Menschen sichtlich sehr unterschiedlicher Ansicht. Einige ignorieren die Notwendigkeiten der Gegenwart, andere erhoffen eine Zukunft in gehabter oder verbesserter Weise und ein weinerlicher Teil fürchtet das, was kommen könnte. Eine beträchtliche Gruppe aber – ich habe es in meinem Video-Gedicht „Wohin“?“ aufgegriffen – irrt umher und sucht nach einem Weg in die Zukunft. Aber in welche…

...fragt
Syrdal
 

Rosi65

Sicher werden jetzt, lieber Syrdal, einige produzierende Unternehmen Überlegungen für die Zukunft anstellen, da es in der Zeit der Pandemie zu massiven Störungen und Unterbrechungen der globalen Lieferketten gekommen ist.

Eine Regionalisierung, also Rückverlagerung der Produktionsstätten würde mehr Sicherheit bieten, trotz höherem Kostenaufwand. Kürzere Transportwege wären somit garantiert.
Die Zeiten der großen Gewinnmaximierung sind sicher für immer vorbei.

Als Gesamtpaket könnte ein einiges Europa mit dieser Idee vielleicht auf wirtschaftspolitischer Distanz gehen, und sich aus der Umklammerung der Welthandelsriesen (China und USA) befreien. 
Chinas neue Seidenstraße, ein globales Handelsnetzwerk zwischen Asien, Afrika und Europa, wird ja schon fleißig ausgebaut. Leider hat Europa kaum etwas davon, da insgesamt nur wenige europäische Firmen darin eingebunden wurden.

Mit utopischen Gedanken grüßt
           Rosi65

Syrdal

@Rosi65
 
Liebe Rosi, den produzierenden Unternehmen steht wohl eine tiefgreifende Veränderung ihrer bisherigen Strategien ins Haus, wenn sie in Zukunft überleben wollen. Und – das dürfte sicher sein – Gewinnmargen von 10 und mehr Prozent pro Wirtschaftsjahr dürften wohl ein für allemal der Vergangenheit angehören. Aber gut so, denn der ungebremste Höhenflug hat ohnehin nur ungezähmte Überheblichkeit erzeugt.

Ein „einiges Europa“ sehe ich noch lange nicht, denn auch da sind die Unterschiede noch viel zu gewaltig, als dass sich alles so einfach zusammenfügen ließe. Alleine schon, dass zigtausende Arbeiter aus Osteuropa alljährlich ihre Heimat verlassen müssen, um in den „reichen“ europäischen Ländern unter unwürdigsten Bedingungen (z.B. Schlachthöfe, Spargel- und Erdbeerenernte, Weinlese) den kärglichen Unterhalt für ihre fernen Familien zu verdienen, zeigt in unmissverständlicher Weise, dass eine wirtschaftliche Einheit noch lange nicht möglich sein wird, ganz abgesehen von den dazu einwirkenden kulturellen Unterschiedlichkeiten.

So also wird ein „Einig-Europa“ wohl noch lange eine Utopie bleiben, meint mit dennoch hoffnungsvollen Grüßen
Syrdal
 

werderanerin

Ich denke, lieber Syrdal, solange es den Kapitalismus mit seiner unbändigen Profitgier gibt, wird es eben keine Deglobalisierung geben können.
Es muss billigst produziert werden und dafür werden auch weiterhin die Märkte gesucht, die genau das hergeben.
Ich bin überzeugt, dass auch die Coronapandemie daran garnichts ändern wird !

Kristine

Syrdal

@werderanerin
 
Leider, liebe Kristine, wirst du wohl recht haben, auch wenn die Globalisierung m.E. nicht unbedingt ein hartes Wesensmerkmal des Kapitalismus ist, dessen Formen ja auch unterschiedlich sind. Zumindest gab es im Frühkapitalismus die heutige Form der uferlosen Globalisierung nicht, die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft geschah auf andere, allerdings nicht minder verwerfliche Weise (z.B. Kolonialisierung, Sklavenhalterung, Kinderarbeit udgl.). Aber gerade jetzt ist durch das weltweit erdrückende Virus überdeutlich geworden, dass die Völker der Erde noch lange nicht reif sind, grenzenlos als e i n e Menschheitsgemeinschaft zu leben. Dazu sind die regionalen Unterschiede einfach stark.

Nicht von ungefähr hat sich das Corona-Virus derart schnell auf der ganzen Welt verbreitet. Das gab es in diesem Ausmaß bei keiner der früheren Epidemien und keine dürfte man deshalb wirklich als Pandemie bezeichnen, nicht „Ebola“, auch nicht die „Spanische Grippe“ oder die in der Mitte des 14. Jahrhunderts verbreitete „Pest“, die sich vor allem in Südeuropa stark verbreitet hatte, aber z.B. große Teile des heutigen Polen überhaupt nicht erreicht hat.

Es ist zwar angenehm, grenzenlos durch die Welt reisen zu können, die Kehrseite aber ist, dass – wie sich ja sehr deutlich erwiesen hat – der Schrecken immer mit im Gepäck sitzt. Zudem hat die Globalisierung dazu geführt, dass selbst in hochmodernen Industrieländern plötzlich fatale Mangelzustände eintreten können (z.B. lebensnotwendige Medikamente, Krankenhausausrüstungen u.v.m.), die auf die Schnelle nicht zu kompensieren sind.
Allein aus dieser Erfahrung heraus ist eine sofortige, gut gesteuerte Deglobalisierung das dringliche Gebot der Zeit! – Ob die Menschheit das begreift, bezweifelt

Syrdal

 


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