Depression
 
Es fehlt der Antrieb, es fehlt der Mut,
Gedanken drehen sich im Kreis,
schon viel zu lange geht es nicht gut,
weil weder ein noch aus man weiß
und nicht heraus kommt aus dem Grübeln,
auch nirgends einen Ausweg sieht
aus all den erdückenden Übeln. –
Erlösung bringt der Suizid...
 
© Syrdal 2019


 


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Kommentare (24)

protes

zu diesem thema
könnte ich unendlich viel schreiben
aber das werde ich nicht tun
gut beschrieben lieber Syrdal
lg hade
 

HeCaro


Lieber Syrdal,

wer einen Angehörigen oder Freund hat, der unter Depressionen leidet,
der kennt die Angst. Die Frau eines Freundes lebt in ständiger Alarmbereitschaft.  
Der Kranke hat Todessehnsucht und die Familie weiß oft keinen Rat.
Trotz der Medikamente und der Unterstützung  einer Selbsthilfegruppe.
 
Ich weiß dazu auch nicht mehr zu sagen als: Es ist unendlich traurig
 
Liebe Grüße, Carola

Syrdal


Liebe Carola,
 
nur zu sehr kann ich verstehen, welche ungeheure Belastung mit dem ständigen und dazu auch verantwortlichen Umgang mit einem von akuter Depression Betroffenen verbunden ist. Das ist nicht nur traurig, es ist ohne professionelle Hilfe auf Dauer nicht zu bewältigen!
 
Soeben habe ich mich ausführlich dazu bei Pan geäußert. Dies alles gilt auch hier... Wer depressive Symptome bemerkt, sollte unbedingt schnell handeln und den/die Betroffene/n unbedingt einer gezielten Therapie zuführen... unbedingt!
 
Mit Dank Grüße zu dir von
Syrdal 

Pan

Lieber Syrdal, 
Deine "Marginalien" waren und sind immer ein Hinweis auf die Befindlichkeiten des "homo sapiens". Man mag das Eine oder andere anders sehen, es sind stets Realien, die keiner - wirklich keiner- verleugnen kann. Da hilft auch kein blauäugiges Gesäusel von selbsternannten "Großen".
Gerade beim Thema »Suizid« sollten bei jedem Mitmenschen die Alarmglocken schrillen, in Deutschland begehen jedes Jahr weit mehr als 200,000 Personen
einen Suizidversuch; die Zahl der durch eigene Hand aus dem Leben scheidenden Menschen übersteigt die der Verkehrsopfer.

Warum sollte dann dieses Thema so einfach versteckt werden? Zumal gerade zur Zeit das Thema "Robert Enke" in aller Munde ist!
Ob man ein Thema lyrisch betrachtet oder als Dokumentation - das ist völlig gleichgültig! Dazu muss man auch nicht Gottfried Benn heißen!
Continue as before ...
Horst

Syrdal


Lieber Horst, es hat ja wohl niemand die endgültige Wahrheit gepachtet, auch ich nicht! Und meine bescheidenen „Marginalien“ sind auch nur in eine streng limitierte Form gegossene Gedankensplitter, die mir im Alltag, initiiert durch irgendeine Begebenheit, in den Sinn gelangen. – So ist es auch mit der Erfahrung „Depression“, die ich in meinem persönlichen Umfeld bei einem mir nahestehenden Menschen hautnah miterlebt habe. Diese bleierne Antriebslosigkeit, die angstbesetzte Mutlosigkeit und das ständige Grübeln mit dem grundtiefen Unvermögen, auch nur einen kleinen Ausweg sehen, gar akzeptieren und kraftvoll angehen zu wollen – all das ist beredter Ausdruck tiefster seelischer Not. – Wie oft habe ich wie ohnmächtig daneben gestanden und nur mein geduldiges Zuhören war die einzige Hilfe, die ich im akuten Moment anbieten konnte.
 
Endlich aber wurde mit meiner Unterstützung eine fachlich fundierte, professionelle Betreuung angenommen und schon bald hat die zunächst stationäre, dann offene, ambulante Therapie deutliche Besserung gebracht. Mit dem Betroffenen sind längst wieder aufbauende, hoffnungsgetragene Gespräche möglich. Welch eine Erleichterung! Vor allem aber konnte die einst bestehende Suizidgefahr abgewendet werden und heute stehen wieder sehr realistische Lebensziele vor Augen.
 
Dies alles hat mich ungemein bewegt. So sind dann auch die „Gedankennotizen in acht Zeilen“ zu diesem Thema entstanden. Und es zeigt sich ja hier, wie vielschichtig, ja auch kontrovers dies alles betrachtet wird. Aber wenn es nur ein wenig dazu sensibilisiert, bei Verwandten, Freunden, Bekannten, Nachbarn, Kollegen usw. genau hinzusehen und dann auch einfühlsam aktiv zu werden, wenn Symptome bemerkt werden (und die sind deutlich!), die auf eine Depression hinweisen könnten, dann ist viel erreicht... vielleicht sogar der Erhalt eines einmalig teuren Lebens!
 
Danke für Deine Worte zu diesem wirklich nicht einfachen Thema.
Ja, ich mache weiter... selbstverständlich.
 
In den hohen Norden grüßt zu dir
Syrdal  
 

nnamttor44

@Syrdal  
So sehr ich Dir auch Recht gebe, lieber Syrdal, in allen Ansichtspunkten zu solch schlimmer Erkrankung - ich musste es in 51 Jahren so sehr viel anders erleben.

Mit 17 Jahren fand ich meine zukünftige Schwiegermutter nach einem Suizidversuch in einem Gästeschlafzimmer ihrer Wohnung. Der sofort herbeigerufene Notdienst, den ich rief, brachte sie gleich in die örtliche Geriatrie, in der sie dann weitere 46 Jahre - mit Unterbrechungen - ihres Lebens bis zu ihrem natürlichen Tod verbrachte. Ihre Depressionen, unterbrochen von Hochstimmungen (manisch-depressiv) konnten lebenslang nicht gelindert werden.

Mein Mann hatte sein Leben lang Angst davor, selbst von dieser psychischen Erkrankung betroffen zu sein und er war es! Aber er ließ sich nicht behandeln, griff lieber zum Alkohol und drangsalierte unsere Kinder und mich, wo er nur konnte, weil der Neid hinzukam, dass wir nicht betroffen waren.

Zum Schluss, als ich es nicht mehr ertragen konnte, nach dem Auszug unserer Kinder allein seinen Attacken ausgesetzt zu sein, drohte er damit, Suizid zu begehen. Doch das hätte er mit der Pistole, die er sich schon in jungen Jahren dafür angeschafft hatte, längst tun können, so oft, wie er mir Einsamkeit zumutete ... Sein Versuch, mich auch zu schlagen, hat mich nicht mehr zum Einlenken gebracht.

Eigentlich zeigt mir mein Erleben, dass auch in solchen Depressionen sehr viel Potential steckt, Andere in seinen selbst gewählten Freitod mit einzubeziehen - wie beispielsweise der Co-Pilot, der bewusst das Flugzeug in die französischen Alpen steuerte. So etwas zu verhindern ist manchmal - auch für Nahestehende kaum möglich, weil Depressive es durchaus verstehen, ihre Erkrankung sehr gut zu verstecken ...

Entschuldige, dass ich so offen meine Lebenserfahrungen hier heraus ließ ...

katerignotus

@nnamttor44

Hallo,

Deine Ausführungen haben mich sehr betroffen gemacht.

Gruß
Paul

Syrdal


Ach, ich habe dieses Thema ja doch nur deshalb aufgegriffen, weil es eben jetzt eine Jahreszeit ist, in der diese depressiven Erscheinungen sehr oft auftreten. Und wer hat damit nicht schon mal zu tun gehabt, als Betroffener oder als Angehöriger. Wichtig ist, die Augen nicht zu verschließen und zu tun, was möglich ist. Jede . auch die kleinste Zuwendung ist wichtig!
 
Mit abendlichem Gruß
Syrdal 

Syrdal

@nnamttor44
Depressionen haben tausend Gesichter!  Und bei jedem Betroffenen verläuft die Erkrankung anders... mal so, mal so. – Du selbst schilderst u.a. die „Unwilligkeit“ zur Therapie und die stattdessen gewählte Flucht in den Alkohol. Aber auch dies ist leider ein immer wieder auftretendes Merkmal manch depressiver Erkrankungsmanifestationen. Man kommt selbst als naher und vertrauter Angehöriger solchen Erkrankungen oft kaum noch nahe, die Betroffenen lassen sich einfach nich „lenken“ und lehnen alle gutwillige Zuwendung und jeden Rat ab. Erst dann, wenn sie sich wirklich einer professionellen Therapie öffnen und diese konsequent wahrnehmen, gibt es vielleicht eine Möglichkeit zur wesentlichen Besserung. Eine wirkliche Heilung ist oft nicht gegeben, aber immerhin eine gewisse psychische (und physische) Stabilisierung, die es dem Betroffenen erlaubt, ein individuell ausgerichtetes Krankheitsmanagement zu entwickeln und zumindest im „Schub“ entsprechend zu befolgen. Wichtig ist aber vor allerm, den „Kurzschluss“, der einen unwideruflichen Endpunkt bezeichnet, zu vermeiden. Wenn das gelingt, ist viel, sehr viel getan!
 
Allen, die mit diesem Problem selbst oder begleitend behaftet sind, wünsche ich Kraft und Erfolg für einen guten Verlauf.
Syrdal
 

nnamttor44

@Syrdal  
Für die Sorge um einen Suizid bin ich nicht mehr zuständig, seine zusätzliche Erkrankung hat seinem Leben - kein Suizid - vor einem Jahr ein Ende gesetzt. Doch in den Jahren, die für ihn besonders schlimm waren, ich davor Angst hatte, er könne unterwegs zu seiner Arbeitsstätte (1 Std. Aufofahrt) sich einen Brückenpfeiler oder einen Baum aussuchen, hab ich ihm ein selbst gemachtes "Männchen", das mir angeblich umgehend Nachricht geben würde, falls er diesen Gedanken in die Tat umsetzen wolle, in den Pkw gehängt. Ich habe nicht geglaubt, dass es ihn davon abhalten könnte, es so kommen würde, aber er hat sich trotz vieler Tiefpunkte in dieser Zeit nicht den dunklen Gedanken seiner Depression hingegeben ... Dafür bin ich heute noch dankbar.

Danke für Deinen Kommentar auf meine Zuschrift. Uschi

debi

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...

Mir kroch heute Nacht beim Lesen Deiner Marginale Nr. 104 ein eisiger Schauer über den Rücken. Es kam mir vor, als wäre es eine  "Gebrauchsanleitung"  für die Lösung aller erdrückenden Übel, vielleicht sogar für Schlaflosigkeit, die ich nur zu gut kenne.

Ob dieses Thema unter der Rubik "Gedichte" nicht doch am falschen Platz ist, fragt sich debi, die schon nach dem Lesen der Marginale Nr. 001  (und weiterer Kommentare)  unter "Der schreibende Mitmensch" ziemlich irritiert war. 300.gif
 

Syrdal


Liebe debi,
in den bereits dargelegten Repliken auf die verschiedenen Kommentare habe ich meinerseits alles gesagt. - Leider ist es so, dass am Ende der schweren Depression immer wieder ein Suizid als letzter Ausweg steht... leider! 

Was die "Marginalien" betrifft... Es sind nun mal Formulierungen in Gedichtform, gleich welches Thema aufgegriffen ist.

 
Mit Gruß zu dir von
Syrdal

pewe

Literaturbemühter Kitsch macht vor kaum einem Thema Halt. Nicht erst seit Courths-Mahler. Aber es gibt so etwas wie eine Verantwortung vor einem Thema – das Thema Suizid ist, wenn überhaupt, den Großen vorbehalten, denn sie wissen, dass man von ihnen küntlerisch überzeugende Antworten erwartet. Also wenn schon – in welcher Form auch immer – so ein Thema, dann verbieten sich Trivialitäten. Man kann einen medizinischen Bericht schreiben, man kann sich in Foren über das Thema gedanklich austauschen, man kann, wenn man Gottfried Benn heißt, ein Gedicht versuchen. Wer aber zur literarischen Überhöhung greifen will, muss etwas zu sagen haben. Allerweltgegrummel sehe ich bei diesem Thema in der Nähe einer Straftat, die unter «Unfug» einzuordnen ist. 

Syrdal


Bekanntermaßen antworte ich mit Freundlichkeit auf jeden Kommentar, doch hier sage ich nur noch: „no comment“.
 
Seien Sie bedacht mit freundlicher Nachsicht
Syrdal  

indeed


Lieber pewe!

Ich finde es außerordentlich unpassend, wie Sie hier versuchen nachzutreten.  Sie sollten erst einmal besser in sich gehen und überlegen, bevor Sie schreiben.
Es gibt eben immer wieder Leute, die ein übersteigertes Selbstbewusstsein an den Tag legen, in dem sie sich selber erhöhen und andere runterdrücken wollen.
Ich hoffe sehr, dass Sie nicht dazu gehören.

Seien Sie dankbar, wenn das Leben Sie vor Situationen verschont hat, die zu einer Depression hätten leicht führen können. Es scheint, sie haben entweder nichts begriffen oder wollen einfach nicht. Ich spreche hier keine Banalitäten an.

Alles Gute für Sie 

indeed

 

APet

Die Phase Depression beschrieben, so wie sie ist.

Ich habe sie auch erlebt.
Und zum Glück den Dreh daraus wieder gefunden. 


Danke und lieben Gruss, Agathe 

 

Syrdal


Liebe Agathe, sich aus einer manifesten Depression ohne Hilfe Dritter herauslösen zu können, bedarf enormer Stärke, die sich nur in eigener Lebensfestigkeit und vor allem auch Lebensfreude gründen kann. Diese wunderbare Stärke ist bei weitem nicht jedem gegeben, schon garnicht den vielen Menschen, die akut von dieser schweren Erkrankung betroffen sind. – Gut dass dir das gelungen ist!

In dieser Freude grüßt herzlich
Syrdal  

Christine62laechel

Ich hoffe, lieber Syrdal, dass es nicht deine eigenen Erlebnisse oder Absichten sind, die du nun beschrieben. Ich weiss gut, was diese Krankheit bedeutet, und einer von meinen nächsten Menschen hat sich sogar für diese Erlösung entschieden. Ich vermeide seitdem Schwarz, will immer guter Laune sein - denn das hilft, gesund zu bleiben. Ich schicke dir mein Lächeln, damit auch du an die hellen Seiten des Lebens doch denkst. Die gibt es.

Mit besten Grüßen
Christine

Syrdal


Nein, liebe Christine, ich bin nicht betroffen, habe diese einschneidende Erkrankung aber in meinem engen Umfeld gerade erst wieder miterleben müssen, gottlob ohne einen am Ende stehenden Suizid. Es hat viel Mühe gekostet, weil die (auch von mir beshriebenen) Symptome lange Zeit „versteckt“ und somit nicht rechtzeitig beachtet und therapiert wurden. – Dies hat mich zu dem kleinen Marginalien-Versen veranlasst.

Du hast den richtigen Weg gewählt – ein Leben im Licht.

Mit Dank für dein Lächeln grüßt freundlich lächelnd zurück
Syrdal

pewe

Was für ein puddingrosa gereimter Unfug!
pewe

Monalie

@pewe   eine unverschämte  Aussage,keine Ahnung aber große  Töne schwingen ! Mona

ladybird

@pewe  
Sehr geehrter Herr Welk,
ich bin entsetzt.....:

einen solchen Stil sind wir hier NICHT gewohnt....
und Ihnen wünsche ich NIEMALS , niemals nur in die Nähe einer Depression zu gelangen

Renate Pütz (ladybird)

katerignotus

@ladybird  

Liebe Renate,

Zeitgenossen, die das ST zum Absondern von  pseudowissenschaftlichem Unsinn nutzen, sollte man ignorieren, denn ihnen fehlt einiges von dem, was einen Menschen ausmacht.

Liebe Grüße
Paul

Syrdal


Nun, lieber Herr pewe, dieser kleine Gedankengang zur Depression mag Ihnen nicht gefallen, das bleibt Ihnen freilich unbenommen. – Mir geht es lediglich darum, in kurzer, anschaulicher Form anzuregen, die genannten Auffälligkeiten zu erkennen und – sofern man sie bei sich oder auch bei anderen bemerkt – nicht unbeachtet zu lassen. Wenn es nur in einem einzigen Fall dazu gereicht, die Eskalation einer meist kaum bemerkbar und schleichend beginnenden Depression durch professionelle Betreuung (Therapie) rechtzeitig abzuwenden und somit möglicherweise sogar einen letalen Ausgang zu verhindern, dann hat die Erinnerung an die mitunter lange „verdeckte“ Symptomatik Bestes bewirkt.
 
Depressionen haben tausend Gesichter und viele Ursachen. Bereits eine nur leichte Dysbalance der Neurotransmitter (neuronale Signal- und Botenstoffe) und deren Austausch in den Synapsen der Hirn-Nervenzellen – möglicherweise sogar als Nebenwirkung bestimmter Medikamente – kann zu massiven depressiven Störungen führen, ebenso aber auch Reuptake-Probleme an den Zellen bzw. deren Rezeptoren, veränderte Bildung verschiedenster Neurotransmitter usw. – Rechtzeitig erkannt, haben wirksame Therapiekonzepte außerordentlich gute Erfolge, die akut Betroffenen müssen nur die Therpie er- und konsequent einhalten...
 
Ihnen, lieber Herr pewe, sei gewünscht, dass Sie nie in eine solche Depressionssituation gelangen, denn die Erkrankung kann jeden – wodurch auch immer initiiert – ganz plötzlich betreffen.
 
Immerwährend beste Gesundheit wünscht Ihnen in aller Ehrlichkeit
Syrdal 
  
 


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