Der Dezember


Der Dezember



Den Monatskreis schließt das Dezemberlicht,
die langen Nächte werden bald schon rar,
denn es wird wieder hell und wunderbar
ist des Dezembers Weihnachts-Zuversicht.

Noch zeigt die Sonn' ihr kühles Angesicht,
zum Jahresende ist es nachweisbar,
dass sie nun höher steigt wie jedes Jahr,
zum Jahresausklang mach ein Lobgedicht.

Allmählich rundet sich das Jahr zum Kranz,
(wer kam, wer ging bei diesem Wirbeltanz?)
oh, schmücke schnell ihn noch mit Lebensrosen,

und sage Dank bei höherer Instanz.
Das neue Jahr braucht wieder Akzeptanz
von dir, von mir und allen Virtuosen.



Ingeborg

1.1.174700.jpg
Clematis
 


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Kommentare (18)

Silberweide
Silberweide
Mitglied

Ich sehe das genau wie du, Ingeborg. 
Man kann alles nebeneinanderstehen lassen, und dann ist es für jede(n) eine Inspiration. 
Mit Beton haben wir nix am Hut, es lebe die geistige Beweglichkeit! 
Schön, dass wir uns auch in dem Punkt einig sind. 

Rose

Clematis
Clematis
Mitglied

Jetzt hab ich unten kein Antwort-Kästchen mehr für Silberweide.

Ja, es kann alles nebeneinander stehen. Es tut nichts weh, nur unsere Seelen müssen beweglich sein, alles anzuschauen.

In Schweden gab es vorchristlich das Julfest. Im Grunde wurde auch die Sonne begrüsst, die den Bogen um die Erde wieder aufsteigt.

Es kann alles angenommen werden, wenn die Herzen und Hirne noch beweglich sind, doch es ist oft schon mehr Beton als bewegliche Masse.

Ingeborg
 

Anabell23
Anabell23
Mitglied

Dein so stimmiges Gedicht hast Du mit sehr viel Gefühl geschrieben liebe Ingeborg.
Einfach  herrlich, ich konnte das Lesen genießen.

Außerdem Schützekinder fallen immer auf die Füße heißt es und haben stets Glück im Leben.
Das wünsche ich Dir von Herzen und

liebe Grüße
Uscha

Clematis
Clematis
Mitglied

Guten Morgen liebe Uscha,

Dir erstmal einen frohen Advent!

Ja, die Schützekinder, ich vermute, dass es das Feuer ist, das ihnen innewohnt. Nun hab ich auch den Ascendenten im Schützen und noch zwei wichtige Planeten.
Deshalb gibt es bei mir nicht:  ich hör auf, ich kann das nicht usw.

sei herzlich gegrüsst und bedankt
an diesem 1. Adventsonntag

Ingeborg

 

Clematis
Clematis
Mitglied

Den Herzlesspendern einen großen Dank an
Musedo
Muscari
Pummel
Benni16
Tina1

SternSternSternSternStern
Ingeborg
 

immergruen
immergruen
Mitglied

Es ist ein sehr stimmiges Gedicht, Dein Loblied auf den Dezember.
Dazu die schönen raureifgerandeten Blätter- perfekt!
Die Symbolik des gerundeten Kranzes, der uns ja traditionell durch die Adventszeit begleitet, gefällt mir besonders gut.
Mit lieben Grüßen!
das immergruen

Clematis
Clematis
Mitglied

Liebe Grüsse zu Dir zurück, liebes Immergrün.

Nun rundet sich das Jahr wieder und wir waren immerhin aktiv am Worte-Basteln.
Darüber freu ich mich
und grüsse Dich herzlich
Ingeborg




 

Silberweide
Silberweide
Mitglied

Ja, die Sonne steigt irgendwann nach der Wintersonnenwende nach einer "Pause" wieder auf, aber erst mal kommen die dunklen Rauhnächte - eigentlich auch ein inspirierendes Thema ...

Mrs. Claus

Clematis
Clematis
Mitglied

Ja, liebe Silberweide,

die Rauhnächte sind noch Empfindungsstufen aus der Vor-Christi-Zeit.

Jetzt sind es die Heiligen Nächte vom Hl. Abend bis 6. Januar.

Dieser ist nicht nur den Hl. Drei Königen geweiht, sondern gilt auch als "Erscheinungsfest" (Epiphanias). D. h. die Taufe Christi im Jordan, als das Göttliche in den Körper Jesu eingesenkt wurde.

Die Sonne kommt gerade durch den Morgedunst.

Ich grüsse Dich
Ingeborg





 

Silberweide
Silberweide
Mitglied

Ja, liebe Ingeborg, das ist die christliche Interpretation, die auf diesen Zeitabschnitt gelegt wurde, was bestimmt nicht ganz einfach war, denn die Rauhnächte sind, wie in vielen Kulturen belegt ist, das Kultdrama der "Zeit zwischen den Jahren", in denen sich aus dem Chaos die geordnete Welt neu generieren soll. Das scheint dem Geschehen in der Natur zu entsprechen. Ich hab mich schon manches Mal gefragt, ob vielleicht auch deshalb die Vorweihnachtszeit so hektisch ist und beim "Fest des Friedens" in den Familien so viel gestritten wird?!
In der vorchristlichen Welt war das jedenfalls, sehr passend, die Phase der "wilden Jagd" (Winterstürme), der Begegnung mit Toten und Unsichtbaren, der Visionsreisen und des versuchten Blicks in die Zukunft ("Bleigießen"). Und die Nacht zum 6. Januar war das Fest der Göttin, die wir heute nur noch als Märchenfigur der "Frau Holle" kennen; sie beschützte die Menschen, regelte das Wetter und sorgte für die Fruchtbarkeit des Landes.

Ich finde es spannend, das alles so nebeneinander stehen zu lassen. 

Lächeln

HeCaro
HeCaro
Mitglied

Liebe Ingeborg, 
da ich ein Dezemberkind bin habe ich
Dein Gedicht besonders aufmerksam gelesen. 

Es gefällt mir sehr gut,  was Du über " meinen"
Monat zu sagen weisst. 

Liebe Grüße
Carola 

Clematis
Clematis
Mitglied

Dein Monat ist auch mein Monat, liebe Carola.

Ich hab absichtlich nicht allzuviel "Weihnachten" huldigen wollen, denn alle Monatssonette beschreiben ja den Gang der Sonne, der war mir wichtig.

Nach meinem Geburtstag steigt die Sonne wieder auf.

Dann sind wir beide Schützenkinder. Das ist gut.

lieben Dank und Gruss
Ingeborg
 

Tulpenbluete13
Tulpenbluete13
Mitglied

Oh ja liebe Ingeborg

das  alte Jahr brauchte Akzeptanz und das neue auch wieder....
Dieser ewige Kreislauf- den wir annehmen müssen- ob wir wollen oder  nicht.

Hier sind zwei Könner unter sich: Du mit Deinem Sonett und Luzie, die " den Hut zieht"....

Trotzdem oder erst recht... Dein Gedicht gefällt mir und wie passend der Raureif auf dem Brombeerlaub...(oder ist es was anderes?)

Du hast den Dezember eingeleitet und dafür Dankeschön-.. Mal schauen was er uns so bringt.

Einen lieben Gruß schickt
Angelika

Clematis
Clematis
Mitglied

Liebe Angelika,

ja, es ist ein Blatt vom Brombeerstrauch, immer fünfzählig wie eine Hand.
Die Brombeere ist ja auch ein Rosengewächs, und da zählt immer die Fünf, deshalb lässt sich auf die Ur-Blüte der Rose ein Fünfstern zeichnen.

Sodele, das war noch bissle Botanik.

Hab Dank für Deine lieben Zeilen.

herzlichen Gruss
Ingeborg
 

Silberweide
Silberweide
Mitglied

Und diese tollen Bilder noch dazu! Stimmig und stimmungsvoll. 
Wobei mir einfällt: Das Arbeiten mit unterschiedlichen Gedichtformen ist anscheinend ein ganz besonderes Hobby von Dir, stimmt's? Gibt es etwas, was du noch nicht ausprobiert hast? Hexameter? Limericks ...? Ich finde das ganz schön inspirierend und kriege richtig Lust, auch selber mal wieder etwas zu reimen. 

Lächeln

Clematis
Clematis
Mitglied

Liebe Silberweide,

ja, leg los!

Die verschiedenen Gedichtformen haben  für mich einen besodneren Reiz.
Du siehst bei den Elefanten, dem Reiher, der Kuh das Pantun und hier bei der Amsel die Kanzone.

Das Lied der Amsel
(Kanzone)


Das Lied der Amsel in den Abend klingt,
als tropften Perlen aus den Himmelsfernen,
hinunter zu der lauten, müden Erde.
Wie's aus den Lüften in den Äther singt,
der Amsel Flöte klagt mit allen Sternen,
als eines Engels treuester Gefährte.
Mit sanftester Gebärde
ringt sie, damit wir Wandrer nicht verlernen,
dass über uns ein Helfer ist bereit.
Der Amsel Lied rühmt ihn zur Frühlingszeit.



© Ingeborg
April 2017

AmsSingtGesch.jpg
Alle Möglichkeiten stehen Dir offen.
lieben Gruss
Ingeborg

 

lillii
lillii
Mitglied

eigentlich, liebe Clematis,
muss ich dem nichts hinzufügen, es ist für mich stimmiger als stimmig und,
wie alle Deine Sonetts,
perfekt!

GLG Luzie

Clematis
Clematis
Mitglied

Liebe Luzie,

das Jahr rundet sich und mein Vorhaben, für jeden Monat ein Sonett zu basteln, hab ich erfüllt.
Besonders stolz bin ich auf mein Büchle. Hab bei Fotobuch alle gesammelt mit meinen Fotos und das gibt für Freunde ein Weihnachtsgeschenk.

Ich danke Dir für Deine Anerkennung. Du weisst von der Mühe und der Ehrfurcht um die Sprache, dass man ihr gerecht wird.

lieben Dank und Gruss
Ingeborg
 


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