es lag ein Kloß
ganz lahm herum
und wartete auf Energie,
die ihm noch fehlte
und doch begehrte.

Langsam wurde er so richtig sauer
zog sich zurück in Mehl und Trauer.
Versuchte sich dort auszubreiten, durchwühlte sich durch alle Seiten.

Und siehe da, er wurde größer,
genoß die Weichheit der Umgebung
und er stieg auf und wurde höher,
das Glücksgefühl schnappte er von Außen.

Und fiel zusammen mit tausend Falten,
mit Geruch bereichert und gegoren
ließ er sich in Stücke spalten,
und siehe doch,
der Sauerteig war geboren.

Ein letztes Mal tat er sein Werk
so frisch und heiß,
in unseren Mägen zu verschwinden
und uns ans Klosett zu binden.
so lebe wohl du frischer Kanten.

Oh schockschwere Not,
das war das frische Sauerteigbrot !


Finchen



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Kommentare (2)

finchen wem sagst Du das. Schönes Roggenmischbrot, möglichst sehr warm und Butter in Scheiben drauf - hmmmmmm.
Gruß Finchen
Traute Nichts geht über ein knuspriges Sauerteigbrot, mag es vorher noch so gären.
Meine Mutter hat noch selber Brot gebacken. Es waren die reinsten Rituale um das Brot.
Das Einmehlen, abdecken, gehen und ruhen lassen.
Heute bekommen wir unser täglich Brot.
Danke für das Erinnerungsgedicht,
liebe Grüße,
Traute

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