Mir wird das Atmen schwer und flach,
leises Keuchen entweicht.
Steigt mir heut schon der Tod aufs Dach?
Hab's Ende ich erreicht?

Es kann nicht sein. Wenn dem so wär,
müsst ich nicht japsen und keuchen.
Ein Adler brächte mich DORTher-
wenn's Leben mir würd entfleuchen.

Und treff dereinst ich den Herren der Luft
wenn mir meine Stunde dann dräut-
trägt's Schwingensingen mich in die Gruft-
oder's Geheule der Leut?

************************************************

Zugegebenermaßen nicht wirklich die besten Zeilen.
Aber da mir scheinbar irgendwie momentan der Zugang
zur "lyrischen Welt" abhanden gekommen ist, sind
sie ein wackerer Versuch, den Zutritt wieder frei
zu bekommen und neue Worte fließen zu lassen.
Und was kann einen Wortzugang mir leichter
öffnen als die "Schwermut"?

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Kommentare (7)

ich finde es sogar toll, dass Du, trotz Deiner momentanen lyrischen Blockade, Deine Gedanken niederschreibst. Sie kommen aus Dir und nur das zählt!

Ein Adler hat für mich viele Bedeutungen. Er kann u.a. Freiheit, Wachsamkeit, Tod und Bedrohung symbolisieren. Allerdings wirst Du noch mindestens 60 Jahre lang japsen und keuchen, bevor Dir ein Adler den Weg in die "Gruft" zeigen wird...

Lieben Gruß
Deine Sigrun

P.S.: Die großen Dichter haben ihre schönsten Gedichte geschrieben, als sie schwermütig oder verliebt waren!
immergruen in denen nichts gelingt und man an seinen Fähigkeiten zweifeln möchte. Der Wechsel der Jahreszeiten unterstützt das noch und so ist Dein "Aufschrei" verständlich. Ich für meinen Teil erlebe solche Stimmungen immer Ende August, Anfang September,wenn sich der Sommer verabschiedet. Ich nenne das dann "Septemberblues". Mach mal ein Lied darüber, vielleicht hilft es.
immergruen
ladybird ich möchte zu den MUTMACHERN gehören,liebe Anika, und dieses Triste,Graue verstärkt die Schreibhemmung auch so richtig. Du hast ja auch schon wieder einen Anfang gewagt,das ist schon das erste gute Zeichen, tue ein bißchen Geduld noch hinzu und Du wirst dann wieder in Dein gewohntes Fahrwasser kommen, auch ich weiß, wovon ich spreche, ein Gipsbein ist auch nicht gerade gut, aber besser, als das Seelendunkel?Herzlichst aus Köln, von Renate
pelagia da ich Deinen Drachen zuerst gelesen habe, muss ich mich nicht sorgen. Aber dieses Grau ist oft wie eine dicke Mauer, hinter der man sich kaum etwas Frohes vorstellen kann.
Das Bild von Adlers Schwingen ist wunderschön und trägt auch über Mauern.
Liebe Grüße zu Dir und mit ihnen ein schnell aufgefangener Sonnenstrahl.
Inge
ramires Da weiß man doch Bescheid und ahnt um die Bedrängnis...In meinem Fall kommt noch die Sorge um eine Gleich/Ähnlichbetroffene hinzu. Es ist diese Jahreszeit wohl auch?!
Ich wünsche Dir, wie Meli zuvor ebenfalls, dass Du recht bald wieder "mehr Luft" und in Folge mehr Lust bekommst, die Ladehemmung in Angriff zu nehmen! LG *Ramires*
kedishia ... für deinen lieben Kommentar!
Irgendwie bin ich der Meinung, dass die ersten Zeilen schon etwas haben - aber sie sind einfach unfertig und wollen sich nicht recht in ein "Gefüge pressen lassen". Aber gerade diese verfrühten Novembernebel und das städtische Einheitsgrau fordern die Fantasie auf, doch endlich wieder die Flügel abzustauben und loszufliegen. Aber momentan komm ich mir auf den Flügeln eher vor wie ein Albatros....
meli beschrieben - in beiderlei Texten!
Ich kenne diese schwarzen Stunden sehr gut und weiß, man muss darin verharren, bis sich die Barrikaden auflösen, die Luft wieder frei in die Lungen strömt und das Hirn die Finger lenkt.
Es gibt sie, die Schreibhemmung. Ich kenne es auch beim Zeichnen oder Malen - das Blatt ist so leer wie der Kopf und doch soll etwas entstehen.
Ich wünsch Dir, dass Du diese Zeit bald überwindest.
Liebe Grüße
Meli

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