Der Lexit

Im Moment steht die Frage wieder ganz oben, mit dem Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht (§217 StGB).
Soll der Mensch in die Lage versetzt werden, frei und nach gereifter Überlegung Mittel zu bekommen, um seinem Leben in Würde ein Ende zu setzen?
„Unwürdige“ Suizide und Suizidversuche gibt es die Menge. Meist sind diese Menschen nicht psychisch gestört, sondern wollen den Abbruch ihrer Lebensqualität zum „Vegetieren“ hin beenden. Sie würden zufriedener leben, wenn dies nicht die einzige Lösungsmöglichkeit für sie wäre.

Der Berliner Arzt Christian Arnold schreibt an die Verfassungsrichter: „Bitte beschäftigen Sie sich mit den Einzelschicksalen, mit dem Leid, mit der Qual. Das Recht auf selbstbestimmten Tod ist das letzte Menschenrecht“.

Es geht mal wieder um Begriffe. „Geschäftlich“ heißt nicht notgedrungen „gewerblich“, sondern um die Verfügung über tödliche Medikamentencocktails mit exakter Verwendungsanweisung. Ich kann den Fortgang meiner Krebserkrankung mit den Prognosen aus laufender Untersuchung einschätzen. Schwer ist es für mich, einzusehen, dass mein Sohn auf dieser Basis mit mir in die Schweiz fahren muss, um das Medikament zu beziehen. Dass ich es nicht aus/in depressivem Zustand tue, lässt sich belegen.

Andreas Voßkuhle verkündet, das Recht darf hier nicht schweigen. Das Recht wird den Grundkonflikt um die Freiheit zum Leben, die Freiheit zum Sterben aber wohl nicht auflösen können.
Das Recht, kleinmütig auf die Gesellschaft umgelegt, bringt mir aber nichts.


 


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Kommentare (3)

Meerjungfrau43

Als meine Schwester im Sterben lag und ich sie besuchen wollte, sagte sie, ich solle doch nicht kommen, sie würde es nicht ertragen können, wenn ich den ganzen Tag an ihrem Bett sitzen würde !
Ihre Angelegenheiten hatte sie einem (gewerbsmäßigen) "Beistand" übergeben, so dass auch nichts weiter zu regeln war...So konnte sie mit Schmerzmitteln beruhigt diese Welt verlassen, es war nicht mehr als ein Schlaf...

Den Todeszeitpunkt selber bestimmen können, bedeutet für mich auch, den Abschied planen und beruhigt sterben zu können.
Vielleicht sollte jeder sich überlegen, wie er das will, und dann dafür sorgen, dass das auch so ablaufen kann !

Manfred36

Ich habe dazu nicht ins Web geschaut, lieber Willy. Man bekommt von den anderen Medien ja genug Information mit. Wie üblich läuft es jetzt wieder auf eine neue Institution hinaus. Unabhängige Psychiater und Fachleute sollen die Freiwilligkeit und Ernsthaftigkeit des Suizid-Entschlusses prüfen. Die Abgeordneten wollen aber keine staatliche Beratungsstelle für Sterbewillige, mit LExit-Gütesiegel.


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