Der Mann im hellblauen Anzug mit dem sehr sehr kleinen Hund


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jazz reisst mir fast den arm aus, weil er zu seiner hundewiese möchte - die 29 meter könnte er sich wirklich zusammenreissen, aber auf vernünftige argumente und das wort "gleich" reagiert nunmal ein rhodesian ridgeback nicht. nachdem wir die strasse passiert haben lass ich ihn von der leine - er huppelt los und hebt das bein am erstbesten baum.

da sehe ich ca. 30 meter vor mir den mann im hellblauen anzug. der mann ist sehr bemerkenswert, denn er läuft fast tänzelnd schwul über die frisch gesetzten gehwegplatten (die strasse wird grad erneuert). an seiner hand führt er einen lächerlich kleinen hund.

ich habe schon viele sehr kleine hunde gesehn - die meisten sind rotzfrech, wahrscheinlich weil sie angst haben. grosse hunde sind kuhl und kläffen auch nicht so schnell - jazz bellt nur, wenn jemand an der tür klingelt. dieser hund ist so dermaßen klein, daß ich es nicht glauben kann - bellt aber grad nicht.

jazz hat eine strategie, wenn er neuen hunden begegnet. er legt sich schwanzwedelnd auf den boden und wartet, bis der andere hund ca. fünf meter entfernt ist, um dann langsam aufzustehen und ihm die puperze zu beschnuffeln. das klappt prima bei hunden, die uns entgegen kommen.

der hellblaue mann mit dem sehr sehr kleinen hund tänzelt aber von uns weg und jazz schleicht sich langsam und skeptisch an - ich kann ihn gut verstehen, denn der hund ist wirklich aussergewöhnlich klein. das sacko des hellblauen mannes wedelt im warmen sommerwind und der sehr sehr kleine hund zerrt mit aller kraft, die ein sehr sehr kleiner hund hat, richtung laterne.

jazz macht ungefähr zehn meter vor dem sehr sehr kleinen hund etwas, was ich noch nie erlebt habe, wenn er andere hunde sieht - er schüttelt sich kurz, um dann den sehr sehr kleinen hund zu ignorieren und an der gracht ein paar enten zu verjagen.

irgendwie umgab die beiden etwas geheimnisvolles und zugleich normales, daß ich versucht habe in einer grafik einzufangen. jazz hats bestimmt schon vergessen.

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Kommentare (1)

karl Es ist schön, dass diese geschichte durch die Verschiebung vom Tagebuch zu den "Eigenen Themen" kommentierbar geworden ist.

Obwohl Du Deine Blogs bisher unter Tagebuch versteckt hattest, ist es auffällig, dass sie trotzdem häufig gelesen wurden. Die Kenner oder die NSA haben also gewusst, dass Deine Texte über Deine Homepage zu finden sind

Deine Skizze zum Mann mit dem sehr, sehr kleinen Hund finde ich ausdrucksstark und sehr passend zu der Geschichte. Danke für diesen Beitrag,

Karl

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