der schlampige Dichter und das verlorene Wort

Autor: ehemaliges Mitglied

Ganz am Anfang war das Wort
erst war’s da. Dann war es fort!
Während man am Versmass friemelt,
hat’s sich platterdings verkrümelt!

Ich bück mich, schau untern Tisch
Nix! Kein Wort! Nur das Stück Fisch,
das herunterfiel beim Essen.
Hatt’ ich doch total vergessen!

Dabei ist’s schon fies am stinken!
Da liegt auch noch ein Stück Schinken
und ein Krümel Camembert;
letzterer stinkt noch viel mehr!

Plötzlich – ich sitz auf dem Klo
ist das Wort da! Bin ich froh!
Staune nur: wie kommt das Wort
ganz von selbst an DIESEN Ort?

Und – wie’s sich recht günstig trifft,
zufällig hab ich ‘nen Stift.
Nun sofort das Wort notier’
ich auf ‘nem Stück Klopapier!

Doch – wie leider ich entdecke,
war’s der Rest vom Klopapier!
Drum dem eigentlichen Zwecke
ich das Stück Papier zuführ’!

Irgendwie sagt mir dies barsch:
“Was du schreibst, ist eh für’n Arsch!”
Kaum verlasse ich den Ort,
schleicht das Wort sich wieder fort.

Erst schrei ich laut Ach und Weh,
dann beruhig ich mich; - und eh’
noch mehr Worte ich verlier’
endet das Gedicht jetzt hier!

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