Vor fünfzehn Jahren, am 1.April 2005, verstarb einer unserer großen Entertainer und Schauspieler. Einst war er einer der wenigen großen Stars der Bundesrepublik. Ein beliebter Schauspieler und Moderator, ein Allrounder, der große Shows mit viel Eleganz und scheinbar mühelos ans Publikum brachte. 
Aber er hatte eine große Schwäche, die ihm die Hälfte seiner Fans verzieh, die andere Hälfte ständig nachtrug: Juhnke war süchtig. Nicht nur nach Alkohol. Sondern auch nach Rampenlicht, nach Applaus, nach der Liebe des Publikums. Er hat dafür hart und viel gearbeitet, um diese Liebe zu erfüllen, um ihr gerecht zu werden. Aber oft weidete man sich auch daran, wenn er mal wieder aus der Rolle fiel.
Heute ist Harald fast vergessen, wer kennt heute noch seine großen Erfolge? Damals, nachdem er 2005 in einem Pflegeheim schwer an Demenz erkrankt verstorben war, veröffentlichte ich ein kleines Gedicht als Nachruf.
Vielleicht interessiert den Einen oder die Andere dieser Text?

 
 
 
 
 
für H.J.

Verloren stehst du
im gleissenden Licht
konkurrierender Spots.
Ein Moloch, gnadenlos,
wartet mit goldenen Zähnen
auf seine alltägliche Nahrung.
Die kreischende, wogende Menge
schürt deine Illusion,
dass sie dich lieben.

Der Vorhang fällt,
Schatten um dich herum,
von dir selbst nicht bemerkt.
Du gibst immer dein Bestes,
doch niemals gelingt es,
die Erwartung der Massen
wirklich zu stillen.
Die Illusion aber bleibt dir,
dass sie dich lieben.

Du fliehst in die Maßlosigkeit,
zerstörst deinen Traum,
gehst, in dir selber gefangen,
den Weg aus dem Morgen
ins Gestern zurück.
Das Rampenlicht verlischt,
dich umfängt das Dunkel
immerwährender Nacht.
Und du spürst nicht mehr,
ob sie dich lieben!


©2005 by H.C.G.Lux

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Kommentare (1)

APet

Ich denke, dass es vielen,
wenn nicht gar den allermeisten Stars so geht.



 


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