Deutsche Sprache - schwere Sprache?


Deutsche Sprache - schwere Sprache?
Ich selbst kann das schlecht beurteilen. da ich ja seit meiner Geburt diese Sprache »meine« nenne. Für jeden Zugereisten oder Touristen mag das anders aussehen. Das Gleiche könnte ich von »français« sagen. Es kommt also immer darauf an, in welchem Land ich lebe.
Sprechen wir nun aber über Deutsch! Wir haben unzählige Dialekte und eigene »Untersprachen«, von denen leider eine Anzahl schon verschwunden ist. Ich denke da an das breite Ostpreußisch oder die schlesischen Mundarten. Wer kennt heute noch die »Lerge« aus Niederschlesien? Oder den »Lorbass« und das »Marjellchen« aus den masurischen Landstrichen?
Sprachen - auch Dialekte - verändern sich im Laufe der Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende. In unserem Land haben wir eine bunte Vielfalt an Mundarten und Dialekten, auf die wir eigentlich stolz sein könnten.
Ob nun in Dresden oder Oberammergau, ob Kölle oder Saarbrücken, ob Leer oder Schwerin, ob Frankfurt oder Lüneburger Heide - - - ist sie nicht schön, diese bunte Palette der Sprache?
Das gibt es zwar auch in La France oder Great Britain - aber so blumig ist es nur bei uns.
Ich jedenfalls freue mich über diese Vielfalt und wünsche mir für die Zukunft, dass es so bliebe! Wir haben in unserem »Vaterland« - (ich nenne es bewusst so, weil bestimmte Politiker es geradezu ablehnen, Deutschland so zu nennen) - wir haben also solch eine Menge an sprachlich verschiedenartigen Ausdrücken, dass man ein ganzes Lexikon damit füllen kann! Diese Divergenz jedoch hat in unserem Land nie zu einer Polarisierung geführt! Gewiss war da manchmal eine kleine Rivalität vorhanden, die aber nie zu einer echten Feindschaft führen konnte. Und selbst das »Schwyzer Dütsch« in vielen Schweizer Kantonen oder die Elsässer Mundart hat letztlich stets zu einer Gemeinschaft der Sprachen geführt.
Natürlich führen Mundarten und Volkssprachen auch immer in einem Teil der abgelegenen Gegenden zu Veränderungen innerhalb der jeweiligen Sprache! Wir spüren das an den alemannischen Dialekten, die heute in sechs Staaten als Grundlage für die eigenen Dialekte stehen. Und ebenso ist es mit dem »Plattdeutschen«, das als eigene Sprache ihre Geltung behalten hat und dennoch in den meisten norddeutschen Landschaften jeweils eigene Dialekte entwickelte.
Durch mannigfaltige Zuwanderung aus allen Teilen der Welt aber verändert sich unsere Sprache oft bis zur »Unverständlichkeit«! Wobei es auch da bemerkenswerte Ansätze gibt.
So hatte ich neulich eine Begebenheit, die mich regelrecht gefreut hat: Auf einer morgendliche Rundreise mit dem Rad durch unsere Gegend kam mir ein Fußgänger entgegen, der zur Arbeit wollte. Munter und fröhlich rief er mir zu: »Mooin! Wo geiht di dat? Ik hoop, genau so as mi?« Ich gab ihm entsprechende Antwort.
Diese kleine Episode war überhaupt nicht ungewöhnlich, sie geschieht hier in Ostfriesland -zigmal am Tag!
Was aber so ungewöhnlich war: Mein Gegenüber war ein Schwarzer, ein dunkelhäutiger junger Mann aus dem Gambia, der jetzt seit zwei Jahren bei uns lebt! Sprachlich jedoch konnte ich keinen Unterschied zu mir selbst feststellen!
Siehst du, und das meine ich damit - wir können alle eine andere Sprache oder einen anderen Dialekt sprechen - wichtig ist, dass wir uns verstehen und jeden anderen Menschen als das ansehen, das er ist: Ein Geschöpf, das denken - und sich ausdrücken kann! Und sei er auch gehörlos, denn auch da gibt es heute kunterbunte Möglichkeiten. Und als zweite Grundlage: dass wir den Anderen so annehmen, wie er ist und nicht versuchen sollten, ihn nach unseren Maßstäben zu verändern.

 
Der Maulwurf hört in seinem Loch /
ein Lerchenlied erklingen /

und spricht:
"Wie sinnlos ist es doch, /
zu fliegen und zu singen!"

 

Emanuel Geibel-


©by H.C.G.Lux

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Kommentare (18)

57Marit

Deutsch ist wegen der Fälle ziemlich kompliziert, ich bin Holländerin und habe Deutsch in die Schule gelernt, sprechen geht so aber schreibe zB wenn ich eine Berwerbung geschrieben habe stand Schweiss auf meine Stirn .
Ich habe trotzdem eine Stelle bekommen als Heimhilfe nach eine Umschulung.
Versuche mal Holländisch zu lernen ist viel einfacher geworden und ist die Deutsche Sprache ähnlich!
LG Marit 

karl

Lieber Pan,

deinem Satz

" wir können alle eine andere Sprache oder einen anderen Dialekt sprechen - wichtig ist, dass wir uns verstehen und jeden anderen Menschen als das ansehen, das er ist"

ausdrücklich zustimmen, auch wenn es eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Herzliche Grüße

Karl

Pan

Ich sprach über Deutsche Mundarten - was ist daran etwa "ewig deutsch"? Du meinst, ich hätte keine Ahnung von dieser Welt? Du irrst hierin. Dein Kinderglaube bleibe Dir dennoch erhalten. Für meine Lebenskreise ist nun mal dieses Land mein Heimatland, oder anders gesagt auch mein "Vaterland"!
Was ist daran denn so falsch? Das ist kein Nationalismus oder falsch verstandenes Gefühl, das ist reale Tatsache. 
Dass ich dieses, wie Du meinst , unrühmliche Wort "Vaterland" gebrauche, rührt von einer Aussage eines Politikers her, dessen Worte nicht unbedingt nachahmenswert sein sollten.
Warum soll ich nicht stolz sein auf  meine Heimat? Ich kenne genügend Menschen auf dieser Erde, die "ihr" Vaterland viel höher tragen, als wir es je könnten, auch nicht immer mit positivem Anlass!

Nein, liebe Rosalie, Deine Anmerkung trifft nicht das Ziel. meine 'plattdeutsche' Sprache beispielsweise ist ein Teil meiner Heimat, die tief im Innersten zuhause ist! Wenn das auch suspekt sein sollte, dann ist es eben so. Ich bemitleide alle, die dieses Gefühl nicht mehr haben (wollen?), weil dadurch ein Teil ihrer Identität verloren geht ...

Grüße von Pan

rosalia


.....moi Antword/Reagdion uf doi Schreiwe.........

.....ich liebe meine hess.Dialekt sehr, nicht verlernt, gehört zu meiner Identität !

Zwischen ! Deinen Zeilen ragt für mich die Verherrlichung des DEUTSCHTUMS hoch hinaus.....dabei entsteht mir ein ziemlich übler Nachgeschmack, die GREUELTATEN der Deutschen sollten den STOLZ dieser Täter, evtl. auch generell, nicht im Unmaß in die Welt posaunen......Bescheidenheit ist eine Tugend 🍀.....nicht unbedingt an 1.Stelle zu erkennen/empfinden.......


QUELLE
VON KUMMER
UND FREUDE
IST UNSER
EIGENES INNERE.            

Knut Hamsun 🌞


 

Pan

Bei Knut Hamsun hättest Du lieber nicht nachschlagen sollen. Er schrieb seinerzeit auch:
„I am not worthy to speak loudly of Adolf Hitler, nor do his life and deeds call for sentimental arousal. He was a warrior, a warrior for mankind, and a preacher of the gospel of justice for all nations. He was a reformer of the highest order, and his historical fate was that he lived in a time of unequalled cruelty, which felled him in the end. Thus the ordinary Western European may look upon Adolf Hitler. And we, his close followers, bow our heads at his death.“
(knut-hamsun~)

Reicht Dir das? Es gab - und gibt immer noch - viele, viele Machthaber auf unserer schönen Erde, die ebensoviel Unheil verbreitet haben und dennoch  (immer noch) geehrt und verehrt werden!
Aber es ist sinnlos, darüber zu diskutieren. Daniel Sanders, (ein deutscher) Sprachforscher des 19.Jh., schrieb einmal:

Wißt, dass man zwölf Parteien find,
wo nur ein Dutzend Deutsche sind,
und, wenn sie sich erst unterhalten,
dann wollen sie sich auch noch spalten!


Das scheint wohl ebenfalls "deutsch" zu sein,
denke ich ...

rosalia

@Pan  


Ich habe Knut Hamsun nicht besonders ausgesucht......eines meiner kleinen Büchlein mit Gedichten, Weisheiten enthielt diesen Spruch.....ich finde er hat Wahrheit.



Und das mag ich auch :IMG_1293.JPG


Ich liebe das Menschsein,
wegen seiner Bedrohung und Verletzbarkeit.
So erlebe ich das Glück des Lebendigseins
und die Freude über jeden neuen Tag.

Ich liebe das Menschsein,
weil ich bewußt mit Wesen meiner Art verbunden bin
und wir wissend unser Leben gestalten können.

Ich liebe das Menschsein
auch wegen seiner Tiefen und Höhen.
In dem Schmerz, der alles auszulöschen scheint,
und in der Freude, die fast nicht mehr aufzunehmen ist,
öffnen sich manchmal Wege ins Ungeahnte.

Ich liebe das Menschsein auch wegen dem Tod.
In seiner Begrenzung ist das Leben erträglicher
und birgt in sich die Hoffnung
auf ein neues und anderes Leben.

indeed

@rosalia  

Hallo rosalia,

du hast Pans Blog so verkehrt interpretiert, wie es nur geht. Es schaut aus, als ob du nicht richtig gelesen hast. 

Du kennst Pan nicht, sonst würdest du so einen Kommentar niemals unter seinen Blog schreiben. Man kann hier nur noch den Kopf schütteln.

Antworte ihm doch mal richtig, um dieses dumme Missverständnis aus der Welt zu schaffen. 

LG indeed

 

rosalia

@indeed  .....vor was hast Du denn Angst, gute indeed ?......daß ich für Dich  .....ein dummes Mißverständnis aus der Welt schaffen soll......

Da mußt Du wohl weiter den Kopf schütteln....o.ä...

rosalia

Roxanna

@rosalia  

Vielleicht solltest du einmal eine andere Brille aufsetzen. Das was du aus dem Text herausliest, ich kann es nicht anders deuten, muss mit deinen eigenen persönlichen Erfahrungen zu tun haben. Es tut mir leid, dass du so schlechte gemacht haben musst.

Sollen nun Deutsche wegen der Greueltaten für immer verwirkt haben, dass sie ihr Vaterland lieben und das auch äußern können? Ich denke nicht. Die Greueltaten dürfen niemals vergessen werden, aber deswegen für immer und ewig nun in "Schuld und Bedrückung"  verharren zu sollen für die Schuld unserer "Väter", dagegen sträube ich mich.

Roxanna

rosalia

Einzige Roxanna, zwischen Deinen Zeilen lese ich die förmliche Freude, leicht gereizt jedoch !, mir endlich mal so richtig zu zeigen, welch kluge Frau Du doch bist.


Meine Brille paßt schon.....Dein geheucheltes ....es tut mir leid..... 😉 paßt so garnicht ! zu dem was Du ansonsten hervorbringen konntest.

Meine Empfindungen sind auch keinesfalls für Menschen wie Dich ausgesprochen......es ist mir jedoch gleichgültig, wie sie für sich damit umgehen.

rosali 🌸

 

rosalia



Hallo Pan, Du redest schön, vielseitig !?... am Ende beschreibst Du eine Begegnung mit einem SCHWARZEN, DUNKELHÄUTIGEN......ZUGEREISTE..........Dein positiver Tenor, der natürlich das DEUTSCHE, die DEUTSCHE Sprache, Mundarten, Dialekte etc über soooo lange Zeit.....durch mannigfaltige Zuwanderung aus aller Welt unsere ! Sprache eine Veränderung bis zur "Unverständlichkeit" hat........
Ich *höre* in Deinem Artikel Einiges an weniger Positivem heraus, auch Widerspruch ist für mich vorhanden...........Das Deutsche klingt mir in Deiner Aufklärungsarbeit trotz viel Interesse, Aufwand Deinerseit schon gelungen, Übermäßig gut....es hinterläßt bei mir einen nicht sehr angenehmen Beigeschmack von DEUTSCHLAND EWIG BEST.
Hast Du überhaupt annähern eine Ahnung, welche/wieviele Dialekte, Nebensprachen etc in den Ländern dieser Erde existieren, gesprochen werden !.....ich denke nicht...

Ich bin Deutsche, war 10 Jahre mit einem ungarischen Mann und 11 Jahre mit einem Schwarzen, dunkelhäutigen Mann aus Gahna verheiratet.......3 weiße ungarische Söhne, 1 schwarzen/dunkelhäutigen Sohn
Ich kenne die Deutschen, der Stolz !!! des Deutschen, reinrassigen Menschen ist mir wohlbekannt ! VATERLAND .....diese Wort *verteidigst* Du ebenfalls ganz deutlich hier.......also, mir ist das was Du hier *anbietest* sehr suspekt und gefällt mir garnicht.....
MIR war es ganz gewiß !! sehr wichtig, SO auf Dein Geschiebenes zu reagieren.

Eine deutsche Frau mit viel Lebenserfahrung und Esprit.....

Pan

Liebe Rosalia, - nur ein Hinweis -
Bei uns gehorchen Texte im Internet doch einigen anderen Grundsätzen als die gleichen Texte in gedruckter Form. Wenn man im Web durchgängig in Großbuchstaben schreibt, bedeutet dies allgemein Schreien! In der Regel wird dies dann unhöflich eingestuft.
Es ist sicher angeraten, bei Kommentaren in Foren und bei Tweets, auf die reine Verwendung von Großbuchstaben zu verzichten. Natürlich ist dies jedem überlassen, aber Höflichkeit ist auch im Netz eine Frage des gedeihlichen Miteinanders, meine ich
- mit Gruß - 
~Pan~

Christine62laechel


Lieber Horst,

nach dem ersten Studienjahr, wo meine deutschen Sprachkenntinisse noch echt knapp waren, habe ich drei Wochen lang als Kellnerin in der ehemaligen DDR, ganz im Norden, gearbeitet. Eines Tages hatte mich ein Gast nach etwas gefragt, ich habe ziemlich schüchtern geantwortet, und da sagte die Person: „Sie stammen ja aus Berlin, nicht wahr? Dieses „Rrrr” ist ja nicht zu verwechseln!” Du kannst Dir vorstellen, wie ich stolz ich mich da gefühlt hatte. :)

Die deutsche Sprache ist the best, das stimmt. :)

Mit Grüßen
Christine

 

Syrdal

Deutsch, lieber Pan, ist in unserem Vaterland die Muttersprache… Oh je, jetzt habe ich in diesem kleinen Satz gleich dreimal schwer gegen die heutige Mainstream-Denke Hinsichtlich Volk, Heimat, Geburtssprache und zu vielleicht noch mehr solcher Begrifflichkeiten verstoßen! Aber allein schon das Wort „Mainstream“ empfinde ich für die einmalig schöne Sprache des ehemaligen Volkes der Dichter und Denker (...das gibt es ja leider nicht mehr!) als arge Beleidigung. Solche Spracheinwanderungen lassen z.B. die Franzosen nicht zu, sie pflegen und hüten sehr sorgsam ihre angestammte Muttersprache...

Auch ich weiß wie Du die wunderbare Vielfalt der in den Zeiten und Regionen so unterschiedlich „gewachsenen“ Dialekte der deutschen Sprache zu schätzen, ist sie doch immer auch beredter Ausdruck der Verbundenheit einer klar umrissenen Heimatgemeinde... In vielen Regionen kann man sogar von Dorf zu Dorf erkennbare Unterschiede wahrnehmen, wenngleich sie alle die gleiche Muttersprache nutzen.

Du hast u.a. den Lorbass und das Marjellchen angeführt. Ja, beide Ausdrücke kenne ich noch, denn meine Großeltern hatten 1945 ausgebombte und vertriebene Schlesier im Haus aufgenommen – feine Leute, die eine wunderbare Sprache hatten, über die wir Kinder ungemein staunten.

Die letzten Gedanken deiner Überlegungen möchte ich unbedingt unterschreiben. Leider aber sind bestimmte Dumm-Kreise seit einiger Zeit vehement dabei, die deutsche Sprache total zu verhunzen, insbesondere mit dem unseligen in Mode gekommenen Gender-Sprech. Es würgt mich, wenn ein Nachrichtensprecher z.B. von Politiker-Innen oder Schüler-Innen oder Wissenschaftler-Innen spricht. Es kommt mir dann immer so vor, als habe der Sprecher einen dem Erstickungstod nahenden Schluckauf, der Ärmste… Und so verschwinden viele Begriffe aus unserem Wortschatz. Es gibt ja z.B. keine Studenten mehr, es sind „Studierende“. Also müssten Politike und Politikerinnen nunmehr Politisierende sein, oder…? Und die in Deutschland ja so überaus wichtigen Behördenformulare sollen nun allesamt umgestellt werden auf „Gendergerechtigkeit“! – In der Weltgemeinschaft wird man wohl sagen: „Beneiden kann man ein Volk (ups, das gibt es laut Grünen-Parteichef Habeck ja auch nicht mehr!), das nichts Besseres zu tun hat… „

Mit „Guten Tag“ oder dem bayerischen „Grüß Gott“ oder dem Dir heimatlich geläufigen „Mooin Moin“ grüßt zum Siebenschläfertag
Syrdal

 

nnamttor44

Da sagst, bzw. schreibst Du was, lieber Horst! 

Sechs Jahre nach Kriegsende zog mein Vater mit uns aus der großen doppelt belegten Nachkriegswohnung in eine neu gebaute Wohnung, die wir nun für uns allein hatten. Dass diese Wohnung aber in dem Viertel Münsters lag, das noch vor dem Krieg eine verrufene Gegend gewesen war, wo die Pferdehändler-Sprache Masematte wegen des dreimal jährlich auf dem Schlossplatz stattfindenden Sends zuhause war, daran hat er wohl eher nicht gedacht. Es war nahe seines Friseursalons, der den Krieg unversehrt überstanden hatte, im Univiertel und nahe bei dem elterlichen Haus unserer verstorbenen Mutter. 

Dass wir Kinder dort dennoch das eine oder andere Wort der "Masematte" aufschnappten, hat er wohl gar nicht so mitbekommen. Ihm war es sehr viel wichtiger, dass wir uns nur hochdeutsch verständigten, verboten war uns das westfälische Plattdeutsch, in das seine Mutter automatisch verfiel, wenn sie mit uns Kindern schimpfte. Kommt ja bei Halbwüchsigen durchaus vor … Dafür gab es aber auch Ausdrücke, die dem von ihr so geliebten Französisch entliehen waren: der Bürgersteig war bei ihr das Trottoir, unser Dackel hieß Filou und noch einige andere Ausdrücke … Für unsere  Vater war es wichtig, nahe der Universität zu wohnen, die Jahrmarkts-Sprache war für ihn außen vor.

Inzwischen haben interessierte Studenten, denen Ausdrücke der Masematte aufgefallen waren, längst darüber Bücher verfasst, ein schmales Lexikon und mehr dazu herausgegeben. Diese Sprache verändert sich kaum und heute kann ich es mir so manches Mal nicht verkneifen, auch diesen oder jenen Ausdruck in Erzählungen oder Gespräche einfließen zu lassen … Jovel, wa??

❤️lichen Gruß und Dank für Deinen Blog

Uschi

Roxanna

Auch wenn wir dieselbe Sprache, denselben Dialekt sprechen, versteht man sich manchmal nicht. Sprache ist so vieldeutig. Ein Satz, mehreren Menschen vorgelegt, wird von jedem anders gedeutet, weil jeder ihn durch seine Brille und sein Verständnis liest. Manchmal, in Sternstunden, trifft man einen Menschen, der dieselbe Brille auf hat und bei dem es nicht noch längere Erklärungen braucht. Das ist dann sozusagen eine Sternstunde 😉. Es soll auch Menschen geben, die sich wortlos verstehen 😉. Ich bedauere manchmal sehr, dass man so aneinander vorbeireden kann, was immer wieder zu Missverständnissen und manchmal sogar zu Brüchen führt, wenn diese nicht bereinigt und geklärt werden können, auch wenn man dieselbe Sprache spricht. Aber was wären wir, ohne uns über die Sprache verständigen und ausdrücken zu können. Wie gut ist es, dass wir nicht sprachlos sind.

Ein schönes Wochenende wünscht

Roxanna

Roxanna

@Roxanna  

Da habe ich doch die Sternstunden gleich zweimal aufleuchten lassen, ja so kann es gehen 😂. Aber lieber einmal mehr, als einmal zu wenig 😉.

LG
Roxanna

Pan

Liebe Roxy - Sternstunden kann es nicht genug geben!
Lass sie immer dahin kommen, wohin sie wollen!
Das wünscht Dir 
Horst
smilie79.gif


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