Die andere Weihnachtsgeschichte


Die Heiligen 3 Könige

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Die heiligen drei Könige sah`n einen Stern;
sie machten sich auf, denn sie wanderten gern;
sie sah`n in der Krippe das kleine Kind.
Der eine sagte: "Verschwindet geschwind;
das Kind hat keinen Vater, potz Sakramente,
wir bezahlen doch nicht noch Alimente!"
Der zweite sagte: "Ach hab keine Bange,
das Kind hat gewiss einen Vater schon lange!"
Da grinste der dritte und meinte ganz dreist:
"Alimente soll bezahlen der Heilige Geist;
der soll doch bezahlen ob kurz, ob verlängert;
gewiss hat der die Frau doch geschwängert!"

Sie fragten nicht weiter, sie wollten nix wissen;
sie ritten von dannen mit reinem Gewissen.
Eine Herberge fanden sie, (heute wärs ein Motel)
mit lauter Harfen-Musik und einem Bordell.
Da tanzten vier Damen; sie zeigten viel Haut,
die, ob Bettler, ob König so gern jeder schaut.
Sie tanzten für die Könige, sie war`n ihnen hold
und wurden bezahlt mit dem Weihrauch und Gold,
das dem Kind sie doch hätten spenden wollen;
sie spendeten`s lieber den Frauen, den tollen!

Die Könige ritten weiter, ganz unbeschwert,
denn ihre prallen Säcke hatten sie ja geleert.

Die Myrrhe nur bleib; ich hab` euch sie geschenkt.
Ein Schelm, der beim Gedicht was Böses sich denkt!

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P.S.

Wo wäre wohl die Christenheit geblieben,
hätten sie damals den Heiland vertrieben
aus Bethlehem, aus dem Heiligen Land?
Nehmt doch wieder mal die Bibel zur Hand,
wo geschrieben steht von Barmherzigkeit.
Heisst Christenheit nicht auch Menschlichkeit?

Schorsch, Januar 2016

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