Die Geschichte vom Dornenvogel


Vor einigen Tagen fiel mir die Kasette mit den DVDs von Dornenvögel in die Hände, ich glaube, dass viele diese Herzschmerz Geschichte  von der jungen Maggie und Pater Ralph kennen, der Pater, dessen Ehrgeiz größer war als die Liebe zu Maggie und der sich erst im Angesicht seines Todes zu Maggie bekannte. Die Geschichte kam erst als Buch heraus und dann wurde sie verfilmt und irgendwie landete die dann als DVD bei mir, einige meiner Verwandten sagten, so etwas sehen sie sich nicht an, aber trotzdem liehen sie sich den Film aus und sahen ihn mit Begeisterung an.

Als ich das Titelbild der Kasette wieder einmal ansah, dachte ich an die Bekanntschaft mit einer Frau die ich vor vielen Jahren hatte, sie war um die 40 damals und ich mitte 30, eigenlich waren wir beide in einer schwierigen Phase unseres Lebens, ich hatte Verantwortung für Kinder und ging natürlich mit meinem Leben anders um als die ehemalige Bekannte,die völlig ungebunden war. Irgendwann erzählte sie mir von einem Priester für den sie auch als junges Mädchen schon schwärmte, ich nahm so etwas nicht ernst, denn ein katholischer Priester ist für Frauen tabu, dachte ich jedenfalls, ausserdem war er über 25 Jahre älter als sie. Aber wie irrte ich mich da, irgendwann hatte sie tatsächlich eine Beziehung zu ihm, aber ähnlich wie in Dornenvögel, erst als der geistliche Herr nicht mehr in Amt und Würden war, er war pensioniert und irgendwann zog er zu ihr. Er schenkte ihr einen Ring und wollte damit seine Bindung zu ihr zeigen, er als Priester konnte mit ihr keine Ehe eingehen, sie war überglücklich und auf eine Ehe legte sie keinen Wert. Aber irgendwann kam der Alltag, da zeigte sich der große Altersunterschied, aber auch,  er war trotz Pensionierung im Herzen Priester geblieben mit seinen täglichen Ritualen hatte sie als nicht sehr gläubiger Mensch auch so ihre Probleme. Sie erzählte mir die Dinge, die sie immer wütender machten, Kleinigkeiten, wie das so oft im Leben ist, seine Pantoffeln, seine Gebete, sein lesen in der Bibel, seine Pfeife und es kam wie es kommen musste, sie warf ihn hinaus und seinen Ring hinterher. Der geistliche Herr wurde genauso wütend wie andere auch, die verlassen wurden und machte ihr noch einige Zeit das Leben schwer.

Eine Maggie und ein Pater Ralph im realen Leben, die nur etwas weniger tragisch endete, sondern ziemlich normal.

 


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Kommentare (10)

Monalie

hallo  Rosenbusch dieser Film war so schön und ich habe geträumt,somit habe ich ihn zig-mal geschaut. viele Wege führen nach Rom.  lieben  Gruß Mona

Rosenbusch1946

@Monalie  
Danke für Deinen Kommentar. Ich sehe den Film in großen Abständen immer mal wieder an😉, denn er war wirklich schön, also da bist Du nicht allein.

Herzliche Grüße
Rosenbusch

Muscari


Liebe Rosenbusch,

danke, dass Du an diesen Film erinnerst.
Auch ich habe ihn damals gesehen und war davon sehr berührt. Nur, dass ich in meiner Umgebung nicht sagen konnte, was ich von diesem Film hielt.
Damals wurde dies alles beschämt unter den Teppich gekehrt.
Vor einigen Jahren habe ich dazu einmal eine wahre Geschichte geschrieben, die ich vielleicht hier einmal einstellen werde.
Zu diesem Thema gäbe es unendlich viel zu sagen. Nicht nur, was die Situation der katholischen Kirche heutzutage betrifft.

Nochmals danke und herzliche Grüße,
Andrea

Rosenbusch1946

@Muscari
Danke für Deinen Kommentar und Du sprichst mir aus der Seele, habe es ja erlebt, dass man es verleugnet diesen Film gesehen oder gut gefunden zu haben. Aber ist so ein Herzschmerz Film manchmal nicht schöner. als irgendwelche Filme, die oft viel vesprechen und manchmal nur verwirrend sind? Aber sehe ich mir so einen Film an, schalte ich oft ab, weil ich bestimmte Dinge an der Art wie moderne Filme gedreht werden nicht mag.
Und wie ich in den 80zigern erlebt habe, ist das ein Thema, das vermutlich solange die Kirche sich nicht öffnet,  immer geben wird. Den Zwiespalt eines Priesters, der zwischen seinem Amt und seiner Liebe hin-und hergerissen wird, möchte ich nicht erleben.

Herzliche Grüße
Rosenbusch

Syrdal



Irgendwann wird auch die (kath.) Kirche erkennen, dass Priester auch Menschen sind, und zwar ganz normale Menschen, die sich allerdings aus religiöser Dogma-Anhängigkeit ins Lebensfremde verbogen und somit selbst gegeißelt haben.

Aber auch da gilt: Wo Menschen sind, das menschelt‘s…!

...meint
Syrdal
 

Rosenbusch1946

@Syrdal  Danke für Deinen Kommentar.
Ich bin kein sehr religiöser Mensch und auch nicht katholisch, aber trotzdem glaube ich, dass Religion und auch Kirchen ihre Daseinsberechtigung haben, die Menschen brauchen sie. Es wäre sehr schade, wenn die kath. Kirche ihre Fehler erst eingesteht, wenn es zu spät ist, wie Du schreibst, es menschelt in der Kirche, jeder Priester ist auch ein Mensch und Mann.

Herzliche Grüße
Rosenbuscch

Roxanna

Vielleicht, liebe Rosenbusch ist die sich nicht erfüllende, nicht erreichbare Liebe manchmal die "bessere". Da hat die Fantasie so viel Raum, was dann dem Alltag nicht standhalten kann. Ich habe diese Geschichte von Maggie und Pater Ralph damals auch gesehen und auch das Buch gelesen und war ziemlich ergriffen davon. Vielleicht sollte ich es mir wieder einmal anschauen 😉. Beziehungen von Frauen zu Priestern gibt es wahrscheinlich häufiger und sie werden immer mehr oder weniger heimlich geführt. Was für eine Belastung und erst recht, wenn dann noch ein Kind kommt.

Herzlichen Gruß
Roxanna

Rosenbusch1946

@Roxanna  
Danke für Deinen Kommentar. Es gibt  immer wieder Berichte von Priester die ihre Beziehung heimlich führen, also denke ich, das hat es wohl schon immer gegeben und nicht erst, als ich so eine Beziehung von einer Bekannten miterlebte. Es wäre ehrlicher, wenn die Kirche ihren Priester die Ehe erlauben würden, denn es gibt nun mal diese Beziehungen, aber sie zerbrechen auch oft an den Heimlicheiten und Kinder, die ihren Vater nicht Vater nennen oder kennen dürfen, können doch auch nicht im Sinne der Kirche sein.

Herzliche Grüße
Rosenbusch

Roxanna

@Rosenbusch1946  

In der Kirche gibt es vieles, was eigentlich der Liebe und der Barmherzigkeit widerspricht. Deshalb muss sie sich auch viel Kritik gefallen lassen, tut sich aber schwer mit Änderungen. Nicht einmal, dass es immer weniger Mitglieder gibt, bewegt dazu. Das ist schwer zu verstehen.

Herzlichen Gruß
Roxanna

Rosenbusch1946

@Roxanna  
Da muss ich Dir unumwunden zustimmen, leider scheinen da Mächte am Werk zu sein, die jegliche Öffnung der Kirche und Modernisierung verhindern, obwohl sie sich damit keinen Gefallen tun. Es ist eigentlich nicht zu verstehen.

Herzlche Grüße
Rosenbusch


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