Die Muse Malerei

Im eigenen Account des ehemaligen ST-Mitglieds Wolfgang Herrmann (versbildner.de) erscheinen gestalterisch einwandfreie, anspruchsvolle Beiträge, zuletzt über die Muse Malerei aus Schillers 7-Musen-Zyklus. Ich habe hier im ST einen Beitrag dazu geschrieben, weil da die Ansprüche nicht so hoch gesetzt sind.

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Ich lebe schon unzählig Homo-Leben.
Seit ihm die Hände frei, erkannt er mich.
Was ihm sein Umfeld-Eindruck aufgegeben,
das webte er zu innern Bildern sich,
die er als geistig Wissen weiter trug,
als Grundstock für gesellschaftliches Sein
zu rituellen Markern. Nicht genug:
Er gab mir auch den Stempel „allgemein“.
Die Abstraktion half ihm, mich einzubinden,
die Schrift aus mir auch letztlich zu erfinden.

Wenn heut' sie auch den Medien zu sich wenden,
ersetzen können sie mich damit nicht.
Der Schöpfungsalgorithmus mit den Händen
noch immer viel direkter uns besticht.
Die größte Malerin, Natur, auch einbeziehen,
in ihr mich frei bewegen ohne Scheu,
bis etwas völlig Eigenes gediehen,
im Sinne des Erlebens frisch und neu.
Ich bin dem Homo-Technikus verblieben
wie einst dem Homo Sapiens, seine Trieben.





 

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