Die Wichtigen


Von der Geburt an begegnet man – den Menschen. Auf viele von ihnen ist man ausgewiesen: Eltern, Betreuer, Geschwister… Mit vielen anderen kommt man dann unter verschiedensten Umständen in Kontakt. Es gibt auch solche, die wirklich nur einen Hintergrund bilden, und scheinbar keine Chance haben, in dem jemandes Gedächtnis zu bleiben.

In der Regel sind die Eltern oder die ersten Betreuer die wichtigsten Personen im Leben eines Menschen, und bleiben es gewöhnlich lange, oder gar für immer. Man möchte hoffen, dass es immer die Elternliebe, die Zuneigung dazu beigebracht haben, dass ein Kind, ein Jugendlicher, ein Erwachsener, ihre/seine Eltern eben für die wichtigsten Menschen in ihrem/seinem Leben halten möchte, und nicht – ein Pflichtgefühl.

Und bald kommen in ein Leben auch Personen, die etwas so Interessantes, Gutes, Außerordentliches an sich haben, dass sie, eine Zeit lang, in den Vordergrund gestellt werden. Schauspieler, Sänger, Schulfreunde, Arbeitskollegen, weitere Verwandte, Nachbarn, (Ehe)partner… Heutzutage sind es natürlich auch die Bekannten aus dem Internet. Viele von ihnen kennt man nur von einem Nickname, vom Profilbild, nie paar Worte ausgetauscht – und trotzdem wird man irgendwie von ihnen bezaubert, man fühlt sich bereichert.

Und diejenigen von dem Hintergrund… Meistens weiß man nichts von ihnen, nicht etwa den Namen. Auf der Straße, im Zug, in einem Warteraum beim Arzt, konnte man oft einfach nur einen Satz gehört haben. Oder zugeschaut, wie sich jemand auf eine besondere Art und Weise verhalten hatte. Und schon weiß man: Auch diese Situation, auch der Mensch – sie werden nie vergessen werden.

Über all die wichtigen Personen kann man gerne weitererzählen, damit auch die Anderen sich denken können: Wie schön, dass es solche Menschen gibt...





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(Bild aus dem Internet)


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Kommentare (11)

Rosi65

Tatsächlich, liebe Christine,

saß, bei meiner Zeitreise, meine gute Nachbarin mit im Zugabteil, und hat mich darin sogar über 30 Jahre  begleitet. Gerne denke ich an sie zurück. Diese Frau war damals tatsächlich wie eine Zusatzmutter für mich. Was hatte ich doch für ein Glück!

Etwas kurios, aber in meinen Träumen besuchen mich manchmal nette Menschen aus meiner Schul- und Jugendzeit, die ich eigentlich schon längst vergessen hatte. Es ist erstaunenswert, wie unser Gedächtnis es doch schafft, auf seiner "Festplatte" etwas lebenslänglich zu speichern und auch wieder abzurufen.

Herzlichen Gruß
  Rosi65

Christine62laechel

@Rosi65  

Komisch, liebe Rosi, aber manchmal können fremde Personen wichtiger sein, als die Angehörigen. Und da kann man auch vom Glück, oder einer Gnade reden, dass man doch so einen wertvollen Ersatz bekommen konnte. :)

Zu den Träumen: Wirklich merkwürdig, bleiben wir bei den Menschen, dass man oft gar nicht von denjenigen träumt, mit denen man gerade im Kontakt steht. Nicht von denjenigen, die man sehr liebt. Wahrscheinlich sind das unseres Gedächtnisses Spielchen, im Zusammenhang mit verschiedenen Zusammenhängen. :) Oder - vielleicht träumt man von denen, die an uns intensiv denken...?

Mit lieben Grüßen
Christine

JuergenS

@Rosi65  
das fasziniert mich auch immer wieder, obwohl, manchmal träumt man richtig unerwünschte Dinge, die man sich, wieder wach, gar nicht erklären kann.
Oh, es ging ja um die Wichtigen, Thema verfehlt.

JuergenS

alles was ich gelesen habe, hier, sehe ich auch so.
Für mich sind in diesem Zusammenhang auch Träume zu sehen.
Da kommen so viele Dinge vor, die man meint, falsch sind, unwichtig, aber tiefe Spuren hinterlassen haben, die zu neuen "Geschichten" wie Filme ablaufen.
Das Unterbewusstein zeigt immer wieder, wie widersprüchlich es oft zum "Tages-Bewusstsein" steht.
Da sind, um bei dem Beispiel mit der Eisenbahn zu bleiben, die Stationen und Situationen Umsteigender oder von einem selbst immer wieder für Überraschungen gut.

Da träumt man, zum Beispiel scheinbar Unwichtiges immer wieder, um bei einem Beispiel zu bleiben, von der Farbe des Zugwaggons, der Treppenhöhe, einem Sturz von der Treppe, "anstelle" vom Gegenüber, das man hatte und wichtig fand....

 

Christine62laechel

@JuergenS  

Also, diese "Abwechslung", dieses "Umsteigen", meinte ich natürlich nur gut, im Sinne: Die Vielfältigkeit ist ein Weg zu Weiterentwicklung. Ein "Gegenüber" wäre natürlich wichtiger, als die Zugfarbe, wenn ich bei deinem Beispiel bleben darf. :) Sollte aber eine Richtung nicht mehr interessant werden, kann man ja zusammen mit dem/den Reisegenossen aus dem Abteil an der nächsten Station einfach aussteigen. Und den Fahrplan erstmal aufmerksam studieren. :)

werderanerin

Sehr schön beschrieben, liebe Christine...und da fällt mir etwas ein, was ich mal vor Jahren gehört habe....das Leben, ist wie ein Zug..., man fährt viele Stationen mit Menschen, die man mag/liebt ..., dann steigen manche aus, gehen andere Wege, Andere steigen hinzu..., hin und wieder verlässt man selbst diesen "Zug des Lebens", um eigene Wege zu gehen, besteigt ihn wieder, weil es weiter geht....sich anders orientiert.

Am schönsten jedoch sind (meistens) die Begegnungen mit den vielen Menschen unterwegs...sie prägen, bereichern, man liebt oder meidet sie...aber alle haben Spuren hinterlassen , tiefe oder weniger tiefe !!!

Kristine

Christine62laechel

@werderanerin  

Mir gefällt diese Metapher auch sehr, liebe Kristine. Denn das bedeutet auch Bewegung, Abwechslung, Veränderungen... Und - man muss nicht immer nur dieselbe Strecke unterwegs sein. Da ist ein Umsteigen auch möglich. :)

Es ist schön, sich an wichtige Menschen zu erinnern, die Anwesenheit der anderen zu genießen, und sich auch noch auf diejenigen zu freuen, die eben bald einsteigen könnten. :)

Mit Grüßen
Christine

Manfred36


Wir lernen und gestalten unser Leben mit Hilfe unserer Spiegelneurone, von Anfang an. Jemand (oder etwas) für uns Bedeutendes nehmen mir intuitiv wahr. Das bleibt, so lange wir aufgeschlossen sind. Insoweit stimme ich dir voll zu.

Manfred


 

Christine62laechel

@Manfred36  

Und wenn man dann zuschaut, wie junge Eltern heutzutage mit ihren Babys und kleinen Kindern nicht quatschen, nicht scherzen, sie nicht anlächeln, sondern nur in ihre eigenen Smartphones gucken... Natürlich gab es auch früher nicht nur vorbildlich gute Eltern, die meisten ware es aber bewusst, wie wichtig ihr Kontakt mit dem Kind ist. Und jetzt? Das Baby wird dann zwei oder drei Jahre alt, und bekommt sein eigenes Handy. Vor allem - damit die Eltern ihre Ruhe haben. Und ich habe schon seit mehreren Jahren Kinder und Jugendliche beobachtet, die sich nicht nur oft grob und unfreunlich verhalten, denn anders nicht gelehrt; sie können kaum lächeln. Seine Spiegelneurone haben so etwas nicht mitbekommen.

Christine

Roxanna

Ja, liebe Christine, genau so, wie du es schilderst, ist es. Wie viele Menschen uns im Laufe unsers Lebens begegnet sind, das können wir eigentlich gar nicht mehr zählen. An die schönen und interessanten Begegnungen erinnern wir uns besonders gern, aber auch das andere bleibt. Es gibt Menschen mit einer besonderen Ausstrahlung, die wir im Gedächtnis behalten auch wenn es nur ein kurzer Kontakt war. Eigentlich kann man sagen, ist doch jede Begegnung ein Geschenk, sogar auch die unangenehmen, denn auch aus ihnen lernen wir.

Herzliche Grüße und morgen einen schönen Sonntag wünscht dir

Brigitte

Christine62laechel

@Roxanna  

Ja, liebe Brigitte, es ist ein Geschenk - oder man kann aus einer jeden Begegnung ein Geschenk machen. Hauptsache, man macht sich einerseits keine Illusionen, denn es gibt ja Menschen und Menschen... Und andererseits, es ist gut, wenn man sich von einer unangenehmen Begegnung nicht einschüchtern lässt; selbst wenn enttäuscht oder sogar beleidigt - Kopf hoch, und nach vorne. Und - was kann ich davon lernen, eben. :)

Mit lieben Morgengrüßen
Christine


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