Die Flasche ist nur mehr halb voll, oder ist sie halb leer?
Ich kann mich nicht entscheiden, sehe das so genau nicht mehr.
Habe genippt, getrunken dein Gesicht im Glas gesehen,
Meine Tränen drin versenkt, es konnte so leicht geschehen.
Das zweite Glas, dein Glas, hält meine andere Hand.
Wo sind die Minuten, die Stunden, die Zeit, die uns verband?
Die uns mit den Möwen fliegen ließ, tauchend zu Poseidon hinab
In die wogenden Fluten, oder doch ins Inferno, ins dunkle Grab?

Sie sind gestorben, die starken Gefühle, die Lieder,
Hinterlassend tiefe Spuren und verwelkten Flieder.

Einfach so?

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Kommentare (1)

„… In die wogenden Fluten,
oder doch ins Inferno, ins dunkle Grab?“ –


… ja, in die Unterwelt, den Tartarus,
wo vergessen,
was uns besessen:
Rad und Weg -
Fehltritt und Steg -
Suff und Stuss -
Lieb, Leid und Kuss.

Nur die Erinnerung wird bleiben,
wenn wir drüber schreiben,
für die, die es noch treiben
in der geschäftgen Oberwelt -
wenn sie nach uns zu fragen
wagen: Warn die wohl glücklich?
Lies, Kind -
von Hoheit und Geilheit,
Tand und Meineid,
Liebe und Kleingeld.

Lies Kind:
was wir drüber schreiben.


**

Dank für das Gedicht und fü alle deine Geschichen!


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