Fahrradtour I

Der Frühling zeigt gerade seine fast schönste Seite, die Sonne strahlt vom makellos blauen Himmel, nur der gesamte Blumenflor fehlt noch ein wenig und ich würde so gerne – wie Kristine, die mich zu diesem Blog inspiriert hat – mal wieder ein paar Kilometer radeln.

Meine Begeisterung fürs Fahrradfahren ging in den 1990ern und dem ersten Jahrzehnt des neue Jahrtausends sogar so weit, dass wir für unseren Schiffsmodellbauklub – fast alles ältere Herrschaften – eine Fahrradtour durchs Warendorfer Umland umfassend planten und durchführten. Mehrfach sind wir die geplante Strecke alleine gefahren, um festzuhalten, wo am günstigsten Pausen eingelegt werden könnten.

Am verabredeten Tag trafen wir uns mit den Pkws, beladen mit unseren Fahrrädern in Füchtorf (NRW), wo wir die Räder abluden, die Pkws dem Parkplatz an der örtlichen Kirche anvertrauten und uns auf den asphaltierten Wirtschaftswegen der Bauernschaft auf Fahrt begaben. Wir hatten das Motto ausgegeben, wer zuerst ein vierblättriges Kleeblatt am Wegesrand fände, bekäme ein leckeres Frühstück. Wir – mein Mann und ich – waren im Finden solcher Glückssymbole längst geübt, aber die Teilnehmer reizte es schon, trotz großer Ungläubigkeit, dass das gelingen könnte, recht gut auf den Wegesrand zu achten. Klar, wir fanden Vierblättrige, einzelne Andere pflückten auch noch an gleicher Stelle das ein oder andere Kleeblatt.

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Dann kamen wir zu unserem ersten Haltepunkt, wo die Gruppe von 20 Radfahrern draußen im Freien (auf dem Gelände eines Modellbauklubs für Segel- und kleine Motorflieger) alle ein üppiges Frühstück einnehmen konnten. Dieser Klub besaß auch eine sanitäre Anlage, die wir nutzen durften. Wenn „Input“ gegeben ist, muss halt auch für „Output“ gesorgt sein.

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Unser Sohn, Besitzer eines VW-Bullis, hatte die Möglichkeit, die notwendigen Dinge dort hinzufahren. Er brachte außer Gartensitzbänken und -tischen, Sonnenschirmen auch einen Grill samt Holzkohle und Besteck, Würstchen, Eier, die zu frischem Rührei bereitet wurden, frische Brötchen, Butter und süße Marmeladen, deftige Beläge für die Brötchen, ganze Räuchersalamis, Milch und Zucker und was sonst noch so alles dazu gehörte. Und natürlich eine Menge Kaffee …

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Und die Gruppe ließ es sich schmecken!!

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Zwischendurch gab es noch ein paar Flugvorführungen des gastgebenden Flugmodellbauklubs, was natürlich den ein oder anderen Modellbauer begeisterte!

Damit war schon der Grundstock für die gute Laune des Tages für alle gegeben!! Weiter ging es dann durch die Felder, bis wir in einem Dörfchen an der Bever an einem Gasthof angekommen waren, wo es ländlich gutes Mittagessen zu genießen gab, jeder sich nach seinem Geschmack aussuchen konnte. Und natürlich die dazugehörige Pause vom langen Radeln genießen mochte.

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Frisch gestärkt ging es einige Zeit später dann wieder durch die Felder und kleinen Wäldchen, die so ab und zu den nun erforderlichen Schatten vor der heißen Nachmittagssonne spendete, bis wir wieder an der Bever ankamen.

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Dort hatten wir einen Bio-Bauernhof entdeckt, der in seinem noch jungen Dinkel-Café herrliche Dinkelgerichte nicht nur drinnen, sondern auch draußen im Garten anbot, angefangen bei diversen leckeren Kuchen über belegte Brote bis zu  Dinkelbier. Außerdem konnte man auf einem Teilstück der Bever, die hier zum Hof gehörte, mit Booten fahren, Landgolf spielen und einen Pferch mit einer Anzahl Ziegen und Schafen besuchen. In einer zum Hof gehörenden Scheune wurde auch Übernachten im Stroh angeboten, was wir natürlich nicht vorgesehen hatten.

Als erstes wurde das Flüsschen angesteuert, weil es so sommerlich warm geworden war. Ein paar bestiegen diverse Boote, ließen sich damit treiben oder ruderten ein Stück, andere beobachteten in dem klaren Wasser viele kleine Fischschwärme, die dort nahe dem Ufer wuselten oder genossen einfach auf der überschatteten Bank ein wenig Ruhe.

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Der Hund des Hofes gesellte sich zu uns und ließ sich geduldig streicheln oder sogar eine Basecap aufsetzen.

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Auch ein paar übermütige Spiele fanden im Wasser statt, bis es fast zu pitschnassen Unfällen im Wasser gekommen wäre. So erfrischt nahmen wir dann an den Gartentischen Platz, um uns vor der Heimfahrt mit leckerem Kuchen oder auch deftigen Dinkelschnittchen mit Kaffee oder Bier zu laben. So wurde es ein richtig kröneneder Abschluss unserer Fahrradtour, bevor wir wieder zum Startpunkt unserer Tour zurückradelten um mit den Rädern auf den Pkws zum heimischen Klubteich zu fahren und dort den Abend gemütlich beendeten.
 


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Kommentare (2)

werderanerin

Schöne Bilder, liebe Uschi und so hast du immer deine Erinnerungen an diese Radlerzeiten. Auch wenn du jetzt nicht radeln kannst und es vielleicht auch so nicht mehr machen wirst, dir bleiben die Bilder im Kopf und das ist ja auch schön.
Man könnte meinen..., so ist das Leben nun mal, alles hat irgendwie seine Zeit und die sollte man intensiv nutzen.

Ich habe als Kind, mit ungefähr 10 Jahren mein erstes Rad zu Ostern bekommen, genau, wie mein Schwesterherz. Das vergesse ich nie...die standen unten im Keller und unser Vater meinte, kommt mal mit...wir konnten uns jetzt nicht so vorstellen, dass Meister Lampe auch runter in den Keller hüpfen sollte... aber was solls, wir gingen mit und siehe da..., selbst Räder konnte der Kleine Kerl schleppen...😉

Aber erst nach der Wende bin ich so richtig zum radeln gekommen, aus Lust und Laune aber vor allem, um auszuspannen.
Zu Beginn hatten wir noch alte, schwere Räder und nach und nach kamen die leichteren. Das war wirklich schon mal toll und das radeln machte noch mehr Spaß, es ging fast von selbst. Noch bleiben wir bei unseren Rädern, brauchen noch keine E-Bikes (waren teuer genug)...aber irgendwann kommt das bestimmt, es ist leichter bergauf und treten muss man ja sowieso.

Heutzutage radeln wir überall..., vor der Tür und los gehst aber auch an der Ostsee, da ist z.B. der Darss ideal, ganz platt und wunderschön. Usedom und Rügen sind ebenfalls sehr schön aber auch woanders haben wir immer die Räder mit. Man weiß ja nie.

Kristine, die jetzt die Stöcke nimmt und läuft

nnamttor44

@werderanerin  
Liebe Kristine,
klar hab ich dies "Tour-Fotos", von denen es noch ein paar mehr gibt, auf meinem Rechner, im Kopf und wie das alles abgelaufen war. So etwas heute zu wiederholen, dafür kenne ich mich in meiner hiesigen neuen Umgebung zu wenig aus, habe nur meinen Kegelverein = 12 Leute. Die wissen allen mehr über unsere Umgebung und die hiesigen Schleichwege rundherum ...

Ich lernte mit 6 Jahren in Münsters Promenade Fahrrad fahren und "nutzte" anfangs immer wieder die dicken Bäume, um anzuhalten ;-)) Als das dann endlich ohne Stürze abging, bekam ich ein Fahrrad, das mir bis zu meinem 15. Lebensjahr treu bleiben musste. Dann wünschte ich mir ein größeres mit Gangschaltung - aber Weihnachten 1959 bekam mein Adoptivbruder sein erstes Moped. Ich musste noch auf mein Fahrrad warten. Das tat damals ganz schön weh ...

Das große Fahrrad habe ich sehr geliebt, bin viel damit herumgefahren, habe es mit nach Osnabrück, später nach GMHütte genommen, wo mein Sohn dann, weil Mama es einfach nicht nutzte, die wichtigsten Teile ausbaute und seinem Großvater, der zu uns gezogen war, in dessen Fahrrad einbaute. Opa war ganz glücklich darüber.

Das schlechte Gewissen, das meinen Sohn seitdem plagte, weil er mich erst gar nicht gefragt hatte, ob er das dürfe, hat dazu geführt, dass er mir - gemeinsam mit seinem Vater - dann 1996 ein neues Fahrrad kaufte mit vielen Gängen mehr als mein Teenager-Rad ... Ein E-Bike werde ich mir nicht kaufen. Das wäre hier überflüssig: keine Berge, gelegentlich eine Brücke hochstrampeln - das wär's aber auch schon.

Auf jeden Fall haben mein Mann und ich in den letzten 14 Jahren die Räder immer mit an die Küste oder nach Borkum mitgenommen. Das war es uns wert, dort auch zu strampeln ...

Lieben Gruß von Uschi


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