Flugverspätung: Ein kurzer Leitfaden zu Ihren Rechten


Flugverspätung: Ein kurzer Leitfaden zu Ihren Rechten

Heutzutage stehen Flugverspätungen auf der Tagesordnung. Was viele nicht wissen: Oft entsteht dabei ein Anspruch auf Entschädigung von bis zu 600 €.

Heutzutage ist Reisen auch für Senioren zugänglich und erschwinglich. Viele nutzen Pauschalreisen, bei denen neben den Flugtickets auch die Übernachtung im Hotel inklusive Verpflegung und Betreuung vor Ort enthalten ist. Andere rüstige Rentner bevorzugen es, auf eigene Faust interessante europäische Städte zu erkunden. Aber für welche Art von Reise Sie sich auch entscheiden mögen: Sie möchten sicherlich so schnell wie möglich an Ihrem Ziel ankommen, die Beine ausstrecken und sich von den Reisestrapazen erholen. Wie ärgerlich ist es dann, wenn Sie an der Anzeigetafel am Flughafen das gefürchtete Wort „delayed“ (verspätet) erspähen. Ihre Reise hat sich soeben verlängert und Sie können nichts dagegen tun.

Für ältere Menschen ist eine solche Unannehmlichkeit natürlich besonders belastend. Man fühlt sich hilflos und im Stich gelassen, kommt mit unvorhergesehenen Situationen schwerer zurecht, gerät schnell in Panik. Gerade jetzt ist es jedoch wichtig, ruhig zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Als Flugpassagier haben Sie bestimmte Rechte, die Sie schützen. Bei Flugverspätungen greift die EU-Fluggastrechteverordnung. Bereits bei einer Flugverspätung ab 2 Stunden ist die Fluggesellschaft verpflichtet, Ihnen kostenlose Erfrischungen und Mahlzeiten anzubieten. Wenn Sie bis zum nächsten Tag auf Ihren Flug warten müssen, zahlt sie sogar eine Übernachtung im Hotel sowie den Transport dorthin und zurück zum Flughafen.

Am interessantesten ist aber die finanzielle Entschädigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über die Voraussetzungen, die dafür erfüllt werden müssen.

Wohin fliegen Sie?

Ob Sie ein Recht auf Entschädigung haben oder nicht hängt von der Flugstrecke und dem Hauptsitz der Fluggesellschaft ab. Wenn Sie innerhalb der EU oder von der EU aus fliegen, spielt es keine Rolle, welche Fluggesellschaft Sie nutzen und wo sich ihr Hauptsitz befindet. Ihnen steht auf jeden Fall eine finanzielle Kompensation zu. Wenn Ihr Flug aber in einem Land außerhalb der EU startet und in einem EU-Land landet, muss die Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU haben, andernfalls besteht leider kein Anspruch.

Warum hat sich Ihr Flug verspätet?

Dies ist eine Grauzone, denn es ist manchmal schwierig zu sagen, wer für die Verspätung verantwortlich ist. Hier kommen „außergewöhnliche Umstände“ (auch als „höhere Gewalt“ bezeichnet) ins Spiel. Es handelt sich um Situationen, die sich der Kontrolle der Fluggesellschaft entziehen und nicht vorhergesagt werden können, beispielsweise ein schweres Gewitter oder ein angekündigter Streik des Flughafenpersonals. Sind jedoch ein technisches Problem oder Personalmangel bei der Fluggesellschaft der Grund für die Verspätung, können Sie Ihren Anspruch geltend machen.

Wie hoch ist die Entschädigung?

Bei einer Flugverspätung ab 3 Stunden schreibt die EU-Fluggastrechteverordnung vier verschiedene Entschädigungsbeträge vor, deren Höhe sich nach der Flugentfernung richtet.

·         600 € – Für Flugstrecken über 3 500 km (außerhalb der EU) und einer Flugverspätung von mindestens 4 Stunden am Endziel
·         300 € – Für Flugstrecken über 3 500 km (außerhalb der EU) und einer Flugverspätung zwischen 3 und 4 Stunden am Endziel
·         400 € – Für Flugstrecken zwischen 1 500 und 3 500 km (außerhalb der EU) und für Flugstrecken über 1 500 km (innerhalb der EU) bei einer Flugverspätung von mindestens 3 Stunden am Endziel
·         250 € – Für Flugstrecken bis 1 500 km (innerhalb der EU) und einer Flugverspätung von mindestens 3 Stunden am Endziel

Übrigens: Wenn Ihnen die Flugverspätung im Rahmen einer Pauschalreise widerfährt, können Sie zusätzlich vom Reiseveranstalter Reisemängel beanstanden und sich zumindest einen Teilbetrag rückerstatten lassen.

Für Laien ist es oft schwierig, sich in den verschiedenen Rechten auszukennen. Darüber hinaus haben Einzelpersonen eine geringe Chance, ihre Ansprüche durchzusetzen. Oft ignorieren die Fluggesellschaften ihre Schreiben oder reden sich auf außergewöhnliche Umstände heraus. Deshalb ist es sinnvoll, ein Unternehmen zu beauftragen, das Rechtsexperten beschäftigt und Erfahrung mit der Kommunikation mit den Fluggesellschaften hat, wie z. B. MYFLYRIGHT. Ein weiterer Vorteil: Sie tragen kein Kostenrisiko und brauchen die Provisionsgebühr nur nach der erfolgreichen Durchsetzung Ihres Anspruchs zu entrichten.

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Kommentare (2)

Pan

Sicher kein schlechter Text - und aktuell.
Dennoch - oder gerade deswegen wüsste ich gern, mit wem man es dabei zu tun hat!
Anonymus - Nein danke! ❓
lg, Pan~

Manfred36



B.G. Manfred


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