Da gab es vor kurzem im Fernsehen einen Bericht über
die Fertigung des Airbus in Finkenwerder bei Hamburg.
Faszinierend! Herausragende Meisterleistungen!

Die wollen bald täglich einen nigel-nagel-neuen Riesenvogel
fix-und-fertig in die Luft bringen.

Mich interessiert das aus fachlicher Sicht:
Die Prozesse, die da ablaufen.
Die riesigen Fertigungsmaschinen.
Die Logistik, das Management, etc.

Mir sagt das was:
Ich war über einige Jahre für die Bereitstellung der Technischen
Software in Entwurf, Entwicklung und Fertignung eines kleinen
Luftfahrtunternehmens zuständig.

Mit einem "unserer" Produkte bin ich zeitweise wöchentlich die
300 km zwischen den Stätten der Entwicklung und der Fertigung
bei jedem Wetter hin und her geflogen.

Diese Firma - die letzte dieser kleinen Produzenten hierzulande -
gibt es nicht mehr. Die Produkte sehrwohl. Ich sehe sie in
aktuellen Berichten aus der Himalaya-Region und in Fernost im Einsatz. Weil sie hervorragende Flugeigenschaften haben.

Es sind 17-Sitzer mit einem ungewöhnlichen, fast quadratischen
Querschnitt. Der 18te Sitz ist der Ein/Ausstieg.

Ich hatte mal 'nen Verbesserungsvorschlag eingereicht: Anstatt der
aufwendigen Klimaanlage einfach nur preiswerte Schiebefenster
zur individuellen Belüftung. Auf diese Idee kam ich, weil das
Erleben des Fluges ähnlich ist, wie auf einer dampfbetriebenen
Schmalspurbahn zu fahren. Ich meine mich zu erinnern, daß ich
meinen Vorschlag an einem 1.4. einreichte.

Also, wenn ich von den Fertigungsanlagen in Finkenwerder
fasziniert bin, so ist das begründet.

Nun überlege ich aber:
Täglich ein Großraumflugzeug mehr für 300 Passagiere in die
Luft bringen?
Einsatzdauer 30 Jahre. In den USA gibt es in Seatle einen entsprechenden Mitbewerber. Und das sind ja noch nicht alle
Hersteller.
So genau kenne ich mich auf diesem Markt nicht aus.
Das gehörte zu den Aufgaben meines Nachbarn, der aber leider
schon verstorben ist.

Und was ist eigentlich mit den Grenzen-des-Wachstums?
In einer begrenzten Welt (Erdoberfläche, Rohstoffe, etc.) ist ein
unbegrenztes Wachstum schlichtweg unmöglich.

Die Aufgabe, die sich in großer Besorgnis bereits 1970 eine Anzahl
Privatpersonen des Club-of-Rome gestellt hatte lautete:
Wie schafft man den Übergang von der schon damals erkennbaren
Wachstumskrise in einen passablen Gleichgewichtzustand?

Abgesehen von dem Institut in dem Denis Meadows bei seinen
umfangreichen wissenschaftllich fundierten Untersuchungen
gearbeitet hatte, weiß ich von der Uni Karlsruhe, daß sich dort
Kybernetiker mit diesem Wissen beschäftigen. Ansonsten hat die
Erkenntnis des begrenzten Wachstums weder in der Politik und
schon gar nicht in der Wirtschaft Fuß gefaßt. Dabei geht es
um unser finales Überleben!

Vor ein paar Jahren hörte ich zufällig einen Vortag von Denis Meadows in der Sendereihe Kontext bei Radio Vorarlberg
(samstag mittags).
Ich erinnere mich sehr genau, daß er auf die abschließende Frage,
wie er die Weltlage aus seinen Erkenntnissen heraus sehe sagte:
"Es ist, als würde man in einem Auto mit Beschleunigung auf eine
Wand zu rasen."

GreyEagle

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Kommentare (1)

ehemaliges Mitglied der Schlusssatz könnte stimmen. So sehe ich es auch, manchmal. Die Welt muss sich verändern, so oder so. Anders geht es nicht.

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