Freundschaft im ST ?



Freundschaft im ST ?

Freundschaft, für den Andern da zu sein, erinnert mich an Balladen Schillers, der sie noch hoch dramatisch inszeniert hat, z.B. in „Die Bürgschaft“. Wie könnte man das in die Gegenwart übertragen?

Zu einem unserer „Staatstyrannen“
schlich Damon, den Dolch im Gewande.
Doch das BKA schlug ihn in Bande.
Was wolltest du mit dem Dolche, sprich,
nimm dir nen Anwalt, verteidige dich!

Ich bin, spricht jener, zu allem bereit
und fürcht sogar nicht um mein Leben.
Doch wollt ihr Gnade mir geben,
so bitte ich euch um 3 Tage Zeit.

Bis ich was Andrem den Boden bereit,
lass ich einen Freund euch als Bürgen,
ihn mögt ihr, entrinn ich, „erwürgen“.
Da lächeln sie über Verlogenheit.

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund
und liefert sich aus den Tyrannen.
Der Andere ziehet von dannen.

Eilt zurück dann mit sorgender Seele,
damit er den Freund nicht verfehle.

Die Sonn geht schon unter am dritten Tag,
der Kadi einfach nicht mehr warten mag.
Man holt den Freund sich wieder hervor.
Da dringt eine Stimme durch den Chor:
„Mich, Henker“, ruft sie, „erwürget,
hier bin ich, für den er gebürget.

Da greift gewaltig Erstaunen einher;
zum Staatsmann bringt man die Wundermär.
Der fühlt ein menschliches Rühren,
er lässt bei sich vor sie führen
und blicket sie lange verwundert an.

Und spricht : Es ist euch gelungen,
ihr habt das Herz mir bezwungen.
NSU (neue Sorge für uns) hat mich überzeugt,
AfD (Alternative für Damon) blieb ungebeugt.
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
in euerem Bunde der Dritte.




 


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Kommentare (4)

hustengutzje

... als  ich  Freunde suchte fand ich keinen ,
...als  ich Freunde bekommen konnte - wollte ich keine mehr. 
Freundschaft ist  für  mich  etwas ganz besonderes  von beiden Seiten , ohne Neid  ,ohne böse Worte  und voller  Respekt . 
Deshalb habe ich  keine Handvoll Freunde  aber  jede menge  liebe Bekannte :-) 

Ich hoffe ich habe das Thema  nicht  verfehlt , wiesooft :-) 

Manfred36

@hustengutzje
... nein, hast du nicht! Liegt ganz im Sinne von dem, was ich habe sagen wollen. 

Manfred36


Du hast Recht, liebe Brigitte, die Überschrift und das Gedicht kommen nicht zusammen. Ich habe diese Provokation und satirische Aufmachung gewählt, damit vielleicht jemand hinguckt, wie du (ich sage nochmal: bitte nicht aus persönlicher Rücksichtnahme!). Ich habe hier einen Freund, dem ich fast ein Leben lang persönlich nahe stand und mit dem ich über alles rede, trotz ganz unterschiedlicher „biografischer Vergangenheit“. Ich würde aber nie seine „praktische Hilfe“ (oder die seiner Familie) in Anspruch nehmen, trotz Angebots, weil ich weiß, wie auch er „angeschlagen“ ist. „Oberflächliche Freundschaften“ toleriere ich natürlich auch, nur strebt sich in meinem Innern etwas gegen diese Bezeichnung. Ich kann nicht wie Donald Trump trennen zwischen Freunde und Feinde oder Manche auch schon im ST („Der Freund meines Feindes ist mein Feind und umgekehrt, und den setze ich auf den Index“).

Du hast mich bei meiner eigenen Aussage getroffen. Ich habe das Gedicht weniger als Diskussionsthema eingestellt als aus Freude am provokanten Formulieren.

Rose

 

Roxanna

Die Überschrift und das Gedicht bringe ich irgenwie nicht zusammen, lieber Manfred. Du schreibst Freundschaft im ST. Meinst du diese Freundschaften, die man sich hier gegenseitig anbieten kann? Zu deinem Gedicht kann ich da keinen Bezug herstellen.

Freundschaft ist auch ein großes Thema. Wirklich befreundet sein kann ich nur mit einem Menschen, den ich persönlich gut kenne, mit dem ich vertraut bin und der mir nahesteht. Da man sich hier in der Regel aber nicht persönlich kennt, ist es nicht mehr als eine nette Geste, sich hier mit jemandem zu befreunden, ist aber vielleicht auch eine Möglichkeit, sich tatsächlich mal persönlich kennenzulernen. Daraus könnte dann echte Freundschaft entstehen.

Ich weiß nicht, ob ich das Thema getroffen habe.

Herzlichen Gruß
Brigitte


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