Friedensstifter und Schutzpatron




 
 
 
Friedensstifter und Schutzpatron
 
Er war der Abt des Klosters Sion*,
als man das Jahr 300 zählt
und wurde als eines Reichen Sohn
zum Metropoliten* dort erwählt.
 
Mit Bischofsstab im Priestergewand
erbrachte er gute Taten,
beschenkte Arme im ganzen Land
mit Demut in Jesu Namen.
 
Verfolgt von Kaiser Galerius
hat er die Folter erlitten
und doch stets weiter ohne Verdruss
für seinen Glauben gestritten.
 
Es war ihm immer ein hohes Ziel,
zum Verständnis hinzuleiten -
in Nicäa auf einem Konzil*
konnte er Frieden erreichen.
 
Er wurde verehrt als Schutzpatron
der Kinder und aller Schüler,
denn sie hat er zu Lebzeiten schon
beschenkt und bewahrt vor Ärger.
 
So geschieht’s bis in heutige Zeit
überall und in jedem Haus
mit einer kleinen Aufmerksamkeit
zum Tag des Heil’gen Nikolaus.
 
© Syrdal 2017
 
 
...................
 
Erklärungen:
*Kloster Sion = Kloster in der Nähe der Hafenstadt Myra (heute Demre, Türkei)
*Metropolitan = Oberbischof, der einem Verbund von Bistümern vorsteht
*Konzil zu Nicäa = vom römischen Kaiser Konstantin I. im Jahr 325 in der kleinen Stadt Nicäa (heute Iznik, Türkei)  einberufene Versammlung der Geistlichkeit
 
Abbildung: Nikolaus von Myra (russische Ikone von Aleksa Petrov, 1294)


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Kommentare (13)

Syrdal
Syrdal
Mitglied


Vielen Dank
für das
 Schneeflocke 
an
HeCaro
Muscari
ladybird
Clematis
mit freundlichen Grüßen von
Syrdal

Anabell23
Anabell23
Mitglied

Nachträglich auch noch ein paar Zeilen von mir.

Dein Gedicht ist sehr schön und vielsagend lieber Syrdal und ich muß zugeben, so genau wußte ich über das Leben und die Geschichte des Hl. Nikolaus gar nicht Bescheid.
Als Kind war er für mich immer nur ein alter. gütiger Mann mit einem weißen langen Bart, und roten Mantel, vor dessen Besuch ich allergrößten Respekt hatte. Man sagte mir, er wisse über alle meine Sünden und Schandtaten, die solch ein kleines Mädchen tut oder vollbrachte, hahahahaha  Bescheid. 

Ich stand da mit roten Wangen vor lauter Aufregung und erwartete sein Kommen. Gleich
fragte er mich, ob ich auch artig war und sprach über meine angeblichen Sünden, wie 
keine Hausaufgaben machen, nicht immer folgsam sein etc.
Zum Schluß aber meinte er, nachdem ich ein Gedicht aufgesagt hatte, daß ja alles nicht so schlimm gewesen sei und beschenkte mich mit Nüssen und Süßigkeiten.
Ja, lang ist's her!

Liebe Grüße
Uscha

 

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Liebe Uscha,
 
es ist uns in der Kindheit ebenso wie Dir ergangen. Wir haben den Nikolausbesuch gefürchtet und doch herbeigesehnt, wussten wir doch, dass nach kurzer Gewissenspredigt dennoch einige Süßigkeiten (die damals sehr rar waren!) abfielen. Einmal allerdings hat er meinen Bruder in seinen großen Sack gesteckt und mitgenommen. Das war schrecklich... Aber bald hat er ihn wieder frei gelassen und wir waren darob alle sehr erleichtert. Was er „verbrochen“ hatte, weiß ich nicht mehr, aber fortan hatte ich einen sehr lieben Brude, der sich mit mir nicht mehr gestritten hat. Das Nikolauserlebnis hatte ihn geläutert...
 
Übrigens: Es gibt mehrere Legenden über den Heiligen Nikolaus als Abt  des Klosters Sidon und späteren Bischof vom Myra und über dessen gute Taten – sehr interessant. Es wäre aber zu umfangreich, dies alles hier zu erzählen.
 
Einen schönen und besinnlichen Advent wünscht Dir
Syrdal
 

Christine62laechel
Christine62laechel
Mitglied

Lieber Syrdal,

ich finde den so schön von Dir beschriebenen Heiligen einen von den Wenigen, die sich den stolzen Titel auch wirklich verdient haben. Er schenkt etwas, er tut etwas für die Anderen. Und die meisten Heiligen, scheint es mir, und bitte die stark religiösen Mitleser um Verständnis, taten eher etwas, was sie selbst zufrieden machte, wenn auch auf eine einzigartige Art und Weise (Selbstkasteiung usw.).

   Als Kind dachte ich übrigens, der Gott wäre derjenige, die einen Menschen zum Heiligen machen kann. Bis heute scheint es mir seltsam, dass andere Menschen darüber entscheiden, wenn auch in hohen Positionen.

Mit Grüßen
Christine

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Nun, liebe Christine, wie sich das mit den Heiligen verhält, weiß ich nicht, ich bin nicht katholisch, wo das vielleicht den Gläubigen besser bekannt ist. Wie auch immer, etwas Besonderes muss die Heiligen schon auszeichnen. Ich denke da z.B. nur an die Heilige Elisabeth, die in Thüringen zu ihrer Zeit nachweislich sehr viel Gutes getan hat. Und so kann man wohl auch den Heiligen Nikolaus sehen...  Der Begriff „heilig“ ist ein von Menschen gemachter Begriff, warum sollen dann nicht Menschen einen der Ihren, der Großes geleistet hat, als „heilig“ bezeichnen und verehren. Wie Gott das sieht, ist eine ganz andere Sache... Aber darüber könnte man lange philosophieren, man käme letztlich immer nur zu einer für Menschen gültigen Version.
 
Schön aber, dass es den Heiligen Nikolaus gibt, der bei uns für den alten Brauch des Aneinanderdenkens steht, symbolisiert durch kleine Geschenken an seinem Ehrentag. 
 
Dir liebe Grüße zum Advent
Syrdal

werderanerin
werderanerin
Mitglied

Es sind auch heute, bei mir zumindest die Kleinigkeiten, die mich erfreuen, ich brauche nichts "Großes"...auch zum heutigen Nikolaustag ist es bei uns eine liebe Geste, sich eine ganze Kleinigkeit in den Schuh zu legen..und genau darum geht es ja auch...,  an den Anderen zu denken !

Zur damaligen Zeit des Schutzpatrones waren es genau diese Kleinigkeiten, die wichtig für das Überleben und Schutz waren, denke ich, lieber Syrdal.

Einen angenehmen Nikolaustag wünscht

Kristine

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Ja, Kristine, genau das ist es: „...an den Anderen denken“. Die kleine Gabe ist ja nur das äußere Zeichern dafür.
Danke, dass Du das hier auch noch einmal unterstreichst.
 
Liebe Grüße zum Advent
Syrdal

Tulpenbluete13
Tulpenbluete13
Mitglied

Ja lieber Syrdal,

ich stolpere bei Deinem Gedicht schon über die "Kleinigkeit" die wir damals vom Nikolaus bekamen. Das war meistens ein Nikolaus aus Schokolade, ein Apfel oder/und eine Apfelsine und ein paar Nüsse... Und darüber freuten wir uns sehr. Auch als meine Kinder klein waren gab es nicht (viel) mehr.

Heutzutage wird die Niokolausgabe schon ganz schön übertrieben wie so vieles in dieser Vorweihnachts/Weihnachtszeit. Schade drum...

Dein Gedicht über den "richtigen" Nikolaus finde ich gut. Man sollte nicht zu weit von den "Ursprüngen" entfernen- meint

mit liebem Gruß zum Nikolaus
Angelika
 

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Danke, liebe Angelika!
Es waren ja doch zu Zeiten unserer Kindheit gerade die „Kleinigkeiten“, die das Außergewöhnliche darstellten und über die man sich so sehr gefreut hat. – Ich kann nur ahnen, wie das heute gehandhabt wird, meine aber, dass zu solchen Brauchtumsanlässen große Geschenke weißgott nicht angebracht sind. Bescheidenheit hat noch immer den Charakter in guter Weise geformt. – Mein „Nikolausgeschenk“ ist heute ein wunderbar schmerzfreier Morgen, ich genieße ihn mit schöner Adventsmusik und einem stillen Kerzenlicht vor einem mir lieben Foto.

 
Eine frohe Adventszeit wünscht Dir
Syrdal

HeCaro
HeCaro
Mitglied

Lieber Syrdal,

...überall und in jedem Haus
mit einer kleinen Aufmerksamkeit
zum Tag des Heil’gen Nikolaus.

Genau so war es und in meiner Kindheit kam der Nikolaus auch zu uns.
Allerdings haben wir nicht die Schuhe heraus gestellt, sondern der Nikolaus hat mit seiner Glocke geschellt und kam herein. Dann hat er uns unsere "Sünden" vorgehalten und mit der Rute gedroht. Aber nachdem wir ein Gedicht aufgesagt und ein Weihnachstlied gesungen hatten, bekamen wir Süssigkeiten, Obst und Nüsse.


Eine herzliche Erinnerung. Und Du hast ein so schönes Gedicht darüber geschrieben.

Ich wünsche Dir einen gemütlichen Nikolaustag

Liebe Grüße
Carola

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Liebe Carola, wenn der Nikolaus nicht nur heimlich die Schuhe füllte, sondern höchst persönlich erschien, war das natürlich ein „großes Ereignis“, das sowohl mit Bangen als auch mit Freude erwartet wurde. Und wie erstaunt war man als Kind doch, wenn der gestrenge Alte mit dem weißen Bart so manche „Sünde“ aufzählte und dann nur mit einem schönen Gedicht und einem Knicks oder artigem Diener Abbitte geleistet werden konnte. Doch zuletzt war er doch sehr gütig und verteilte mit glänzenden Augen manche Süßigkeit. – Möge uns dieser schöne Brauch erhalten bleiben...
 
Eine freudige Adventszeit wünscht Dir
Syrdal

silesio
silesio
Mitglied

   Wie haben immer am Vorabend des 6. Dezembers unsere Schuhe vor die Tür gestellt, die Nikolaus mit Süssigkeiten füllte, ohne sich sehen zu lassen - falls wir artig gewesen waren. Im Kindergarten kam er dann selbst mit einer echten Rute und einem Büchlein, worin er all unsere Verfehlungen notiert hatte. Durch Aufsagen eines Gedichtes konnte man ihn etwas besänftigen.
   In Holland spielt Sinta Claas ja eine noch wichtigere Rolle und wird schon am 5. Dezember gefeiert.
   Die Zahl der Geschichten um diesen Heiligen - dem wohl in jeder grösseren Stadt eine Kirche geweiht war - ist schier unendlich
       Silesio

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Es ist wohl ein weit verbreiteter Brauch, am 5. Dezember abends die Schuhe vor die Tür zu stellen und nicht selten waren die dann am Morgen des Nikolaustages mit allerlei Kleinigkeiten gefüllt. Dieser Brauch geht zurück auf die Legende, dass Nikolaus als Bischof aus Mitleid drei armen heiratsfähigen Schwestern je einen kleinen Goldklumpen durchs Fenster geworfen hat, die in ihren dort zum Trocknen aufgehängten Strümpfen landeten. Damit waren die Schwestern endlich für eine Hochzeit bestens ausgestattet. – Heute werden symbolhaft kleine Geschenke in die Schuhe der Kinder gesteckt...
Du, Silesio, hast es ja – wie wohl viele Kinder – einst auch erlebt. Gerne erinnert man sich an diese Freude...
 
Es grüßt
Syrdal


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