Früher



Früher
an den Weihnachtstagen
da war es bitter kalt
und hat geschneit

Wir Kinder
waren so bescheiden
Schon kleine Gaben
haben uns erfreut

Gedichte
konnten wir aufsagen
viele Strophen lang
und vor der Rute war uns bang

Doch Erinnerungen
malen bunte Phantasien
sie wärmen uns
und schützen

vor bangen Fragen
ganz geheim gestellt:

nächstes Jahr zu Weihnachten
ist es dann noch unsere Welt

Alternativ:

Nächstes Jahr zu Weihnachten
bin ich da noch auf der Welt?




Elbstromerin

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Kommentare (11)

Elbstromerin
Elbstromerin
Mitglied

nnamttor44
Muscari
Ane
Christine62laechel
Syrdal
RoseRoseRoseRoseRose

herzlichen Dank für die Herzchen, ich habe mich  gefreut

Willy

Man darf nicht vergessen, dass nach dem für Deutschland verlorenen Krieg, viele Frauen, weil der Mann gefallen war, ihre Kinder alleine durchbringen mussten. Die meisten Frauen, hatten keinen Beruf erlernt, mussten sich als Hilfarbeiterin verdingen und verdienten erheblich weniger als Facharbeiter. Das hatte Auswirkungen auf die Kinder und letztlich waren sie zufrieden mit dem, was für sie abfiel. Da wo Familien finanziell besser dastanden, waren meist auch die Geschenke zu Geburtstag und Weihnacht von besserer
Qualität.
Ich kann mich erinnnern wie ich beneidet wurde, als ich zu Weihnacht einen luftbereiften Roller bekam, während die anderen Kinder, wenn überhaupt, mit einem billigen Holz-Roller vorlieb nehmen mussten.
Es war die Zeit, die uns so bescheiden machte, nicht unser inneres Wesen.
LG
Willy

Elbstromerin
Elbstromerin
Mitglied

ach, lieber Willy, so einen Roller habe ich mir soo  gewünscht.
Wir waren Flüchtlinge, wir hatten wenig Geeld.
Mit Deinem letzten Satz hast Du natürlich recht - erzwungene Bescheidenheit. Trotzdem wurde jedes Geschenk, behaupte ich mal, mehr gewürdigt-
LG Elbstromerin

Syrdal
Syrdal
Mitglied

In meiner Kindheit, die ich weit oben in der Hohen Rhön erlebt habe, gab es oft schon im November Schnee bis in den März hinein. Der Schneepflug wurde von zwei starken Brauereipferden gezogen und am Straßenrand türmten sich meterhohe Schneewälle. Zur Schule mussten wir immer eine Kohle oder ein Holzscheit mitbringen, damit der Kanonenofen in der Ecke geheizt werden konnte. – Wie sich doch die Zeiten verändert haben... Ja, heute ist alles anders, vieles ist wohl leichter. Ist alles wirklich besser?
Doch die schönen Erinnerungen tragen wir mit herztiefer Freude in uns bis zur letzten Stunde, wann immer man diese auch erreicht...
 
Dein Erinnerungsgedicht hat mir Freude bereitet... und Nachdenklichkeit. Ist’s der letzte Advent...?
 
Liebe Grüße
Syrdal

Elbstromerin
Elbstromerin
Mitglied

Schön sind Deine Erinnerungen zu lesen, lieber Syrdal. Ich finde es gut, dass Du so viel auch für Deine Enkel aufschreibst.
Der letzte Advent? Ich dachte, wir Blogschreiber hätten schon alle eine Verabredung für nächstes Jahr hier.
Also bitte nicht kneifen.... lach..
Liebe Grüße
Elbstromerin

ladybird
ladybird
Mitglied

Auch bei mir wurden Erinnerungen wach an das Weihnachten, was wirklich ganz anders war,
liebe Elbstromerin,
wir freuten uns noch über eine Mütze (lach) oder auch über ein paar warme Hausschuhe.
Am 1. Weihnachtsfeiertag ging man dann mit der neuen Mütze ganz stolz spazieren....und auch Schnee gab es meistens

und dieser "machte" die Welt so schön leise und irgendwie auch feierlich,
dank Deines Gedichtes konnte ich diesen kleinen "Zauber" wieder einmal
kurz erleben
mit lieben Gruß von
Renate-ladybird

Elbstromerin
Elbstromerin
Mitglied

An den leisen Schnee, liebe Renate, kann ich mich auch erinnern und auch, wenn er in so dicken Flocken herunter kam.
Und der alte knirschte so herrlich unter den Schuhen.
Mützen waren bei uns leider ziemlich kratzig, sie wurden auch von aufgeribbelter Wolle neu verarbeitet.
Ach,  vieles war wohl besser, anderes nicht.
Aber es bleibt in unserem Gedächtnis und wir können auswählen, an was genau wir uns errinnern wollen und an was nicht, denke ich.
Liebe Grüße sende ich Dir
Elbstromerin
 

Tulpenbluete13
Tulpenbluete13
Mitglied

Ja wer weiß das schon- liebe Elbstromerin?

Aber den Gedanken macht man sich schon- mit dem Du Dein Gedicht beendest....

Ja das Weihnachten von früher war anders, da hast Du recht, es war geheimnisvoller und man war- wie Du auch schreibst mit Kleinigkeiten zufrieden. Mit einem Geschenk konnten wir uns die ganzen Weihnachtstage beschäftigen. Es gab höchstens noch einen bunten Teller. Der war Tradition.
Meiner war immer zuerst leer.. lach.

Ja die Ernnerungen weben uns ein in einen geschützten Kokon und das ist gut so..

Danke daß Du uns an Deinen Gedanken teilhaben ließest.

Einen Gruß zum Nikolausabend schickt Dir
Angelika

Elbstromerin
Elbstromerin
Mitglied

Bunter  Teller, ja, da erinnerst Du mich an etwas, liebe Angelika.
Und beim Baum-Abschmücken haben wir uns auch um die Schokoladensachen gestritten, die dort aufgehängt waren.
Es war alles kostbar.
Warum sind die Schoko-Kringel am Baum eigentlich gar nicht geschmolzen beim Kerzenlicht? na egal...
Am meisten kann ich mich an so etwas wie an ein "heiliges" Gefühl erinnern, das man gar nicht beschreiben kann.
Danke für Deine Erinnerungen
Liebe Grüße
Elbstromerin

werderanerin
werderanerin
Mitglied

Auch ich kann mich noch an vergangene , tief verschneite Weihnachtszeiten erinnern..., wo wir als Kinder zu den Festtagen immer auf unserem Lieblingssportplatz zum rodeln gegangen sind und erst im dunklen zurück kamen.

Die Strassen in Berlin waren mit einer festen Schneedecke bedeckt und "Schneeballschlachten" gehörten zum Dezember dazu.
Eigentlich war es nur mit Schnee ein wirklich, schönes Fest...das ist auch heute noch so in mir, nur liegt meistens leider kein Schnee mehr...

Kristine,
die sich über dein schönes Gedicht gefreut hat, weil Erinnerungen geweckt wurden ...und klar doch, bist du nächstes Fest noch auf dieser, schönen Welt !!!

Elbstromerin
Elbstromerin
Mitglied

Ist in Ordnung, liebe Kristine, ich streng mich an, dann treffen wir uns wieder hier...Smiley

Mit Dank und lieben Grüßen
Elbstromerin


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