Der 39-jährige Chris Hemsworth hat bekanntgegeben, dass er sich eine Weile aus dem Schauspielgeschäft zurückziehe, weil eine medizinische Untersuchung bei ihm eine erhöhte Anfälligkeit für Alzheimer ergeben habe. Die BBC berichtete davon.

Ich frage mich, was solche Früherkennungstests bringen sollen, erst recht bei Alzheimer, was immer noch eine unheilbare Krankheit ist. Klar, man kann anfangen, sein Gehirn gezielt zu trainieren, um den Krankheitsverlauf zu verzögern. Sterben müssen wir allerdings alle, sei dies krankheitsbedingt, an einem Unfall oder eines plötzlichen Todes, den man so gar nicht vorhersehen konnte. 

In Sachen Alzheimer hat mich die Nonnenstudie bisher am meisten beeindruckt. Da war diese hundertjährige Nonne, deren Gehirn ganz vom Alzheimer zersetzt war und die zeitlebens nie irgendein Symptom gezeigt hatte. Bis zuletzt unterrichtete sie an der Klosterschule. Wäre ihr Leben ähnlich verlaufen, hätte sie sich in jungen Jahren einer solchen Frühdiagnostik unterzogen? 

Man sagt, dass Ödipus nur deshalb zum Vatermörder wurde, weil ihm das Orakel genau das vorhergesagt hatte. Die Angst zieht das Gefürchtete an, führt regelrecht zu einer Fixierung auf das Problem, die dieses dann umso mehr verschärft. 

Ich wünsche dem Chris Hemsworth, dass er sein Dasein als junger Ehemann und dreifacher Familienvater dennoch unbeschwert geniessen und das Damoklesschwert "Alzheimer" über sich vergessen kann. 


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Kommentare (2)

werderanerin

Ich denke, liebe Sandra das kann man auch anders sehen...ich hatte jemanden in unserer Familie, der leider an Alzheimer erkrankt war, das allerdings war noch in den Anfang 90 igern..., da war noch relativ wenig wirklich bekannt und medikamentöse Behandlungen war wenig erst auf dem Vormarsch. 

Eine Früherkennung ist doch bei allen Vorsorgeuntersuchungen wichtig, damit frühzeitig geholfen werden kann.

Bei Alzheimer sehe ich das nicht anders, man kann ebenfalls unterstützen und vor allem Medikamente verabreichen, die den Verlauf verzögern können und die Auswirkungen dämpfen.

Ich sehe daran nichts Falsches, im Gegenteil. Letztlich sollte jeder das alleine wissen, aber wenn ich nichts tue, kann es gut sein, dass man das bereut. Man möge auch immer an die Angehörigen denken, die die hohe Last ggf. zu tragen haben und das kann sehr kräfteintensiv und traurig sein!

Aber auch hier...alles relativ und jeder für sich allein wird eine Entscheidung treffen!

Kristine

Sandra1975

@werderanerin  

Ja, liebe Kristine, alles hat, wie man so schön sagt, zwei Seiten. Der Chris Hemsworth hat die Krankheit noch. nicht, sondern er hat ein erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Da frage ich mich, was er jetzt mit dieser Info macht. Behandeln kann man die Krankheit ja nicht und unterdrücken kann man sie auch nicht. Früher oder später wird sie so oder so ausbrechen, wenn das Risiko vorhanden ist.

Anders ist es bei Krebs. Wenn die Tumore noch klein sind und man sie rechtzeitig entdeckt, stehen die Heilungschancen viel besser als wenn man zu lange wartet und dann nichts mehr zu machen ist. 

Das Gute an solchen Früherkennungs-Untersuchungen ist, dass man Forschung betreiben kann. Man kann Dinge ausprobieren, die dem Betroffenen selber vielleicht nicht unmittelbar helfen, aber durchaus eine gute Basis sind, um die bestehenden Therapien weiterzuentwickeln. Hemsworth würde sich als Versuchskaninchen bestimmt gut bezahlen lassen. 

Viele Grüsse
Sandra


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