Gedanken
Immer wieder mutet das Leben etwas zu, durch das man aufs äußerste gefordert sein kann. In dem Wort „Zumutung“ steckt das Wörtchen Mut . Es ist interessant, was bei näherem Hinsehen in manchen Wörtern „steckt“ und was nicht immer auf den ersten Blick so wahrgenommen wird.

Wie ist es nun mit den Zumutungen des Lebens? Ist die Voraussetzung, sie bewältigen zu können, ein mutiger Mensch zu sein? Was ist mit den ängstlichen Menschen? Wächst ihnen vielleicht Mut zu, wenn sie es schaffen, zumindest den ersten Schritt in Richtung Bewältigung zu tun oder müssen sie sich einfach mutlos ergeben und hinnehmen, was ihnen das Leben vorsetzt? Oder ist es gar so, dass einem Menschen nie mehr zugemutet wird, als er tragen kann? Steht es nicht so ähnlich in der Bibel, dass keinem mehr aufgebürdet wird, als er tragen kann? Was ist dann mit den Menschen, die an ihrem Leben scheitern, weil sie das, was ihnen zugemutet wird, eben doch nicht tragen können?

Warum etwas so und nicht anders ist, warum die einen scheitern, die anderen stärker werden durch die Zumutungen des Lebens, dafür hat die Psychologie ganz sicher Erklärungen und doch gehört es möglicherweise zu den Geheimnissen des Lebens.

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Kommentare (21)

Pan

Liebe Brigitte!
Ich darf zu Deinem Beitrag mal eine völlig andere Aussage kundtun, die mir beim Lesen aller Kommentar-Beiträge auffiel:
Warum eigentlich wird eine Zumutung immer so negativ gesehen? Mir will sich das nicht so richtig offenbaren. Ich kann die Zumutung doch auch in einem anderen Kontext sehen! Wenn ich einem anderen Menschen etwas zumute - ist das denn unbedingt schlecht?
Z.B.; Ich mute Dir zu, dass Du dieses (oder jenes) Problem gut in den Griff bekommst!
Ist das nun negativ? Oder: Ich mute meinem Freund zu, dass er eine Tatsache als das erkennt, was es in Wirklichkeit ist!
Das ist eine ZUMUTUNG, also doch positiv gesehen, weil ich Dir (oder ihm) unterstelle, dass Du (oder er) es ohne Hilfe allein schaffst!
Es lohnt sich schon, darüber nachzudenken, nicht?
Fragt mit besten Grüßen
Horst
 

Roxanna

@Pan  

Für deine andere Sichtweise der "Zumutung" lieber Horst danke ich dir und kann dir nur zustimmen. Wie bei vielem anderem kann man eben die Zumutung auch so oder so sehen. Woran mag es wohl liegen, dass sie meistens so negativ empfunden wird? Ich denke da gerade an einen Menschen, der bei einer Anforderung empört ausruft: Das ist doch eine Zumutung! Da hat sich vielleicht etwas eingebürgert, was durchaus eben auch hinterfragt werden darf, ob es so stimmt. Zumutung bedeutet eben auch, jemandem etwas zuzutrauen, dass er/sie die Kraft hat die Aufgaben seines Lebens zu lösen.

Ich danke dir für deinen Kommentar und schicke einen herzlichen Gruß mit

Brigitte



 

tergea

schicke dir das mit lg, tergea
Das Leben ist eine ZuMUTung.JPG

Roxanna

@tergea  

Danke, lieber tergea. Ich mag Erika Pluhar. Neulich war sie als Gast in einer Talkshow. Sie ist eine interessante und starke Frau. Eine ihrer Zumutungen war, dass sie ihre Tochter zu Grabe tragen musste. Mit das Schlimmste, das einer Mutter passieren kann.

Herzlichen Gruß
Brigitte

Roxanna

Noch ein 💗chen habe ich geschenkt bekommen, wofür ich dir, liebe @Virginia lieben Dank sage und dich herzlich grüße

Brigitte

DSC00234.jpg

indeed

Liebe Brigitte, 
dein Blog hat mich beschäftigt und somit habe ich mich auf meine Art mit dem Wort Zumutung
einmal auseinander gesetzt.

ZUMUTUNG
 
Was alles steckt in diesem Wort drin, was ist damit gemeint und was interpretiert man hinein?
 
Verstanden wird es als Frechheit, Respektlosigkeit oder auch durch eine begrenzte Belastung die unüberwindbar erscheint.
 
Es hat auch die Bedeutung, das eine Zumutung eine Zurückweisung, Ablehnung etc. hervor bringen kann. Man empfindet sie auch als eine dreiste, grobe Forderung sogar auch als Beleidigung.
 
Thesaurus zeigt uns verschiedene Gruppen auf:
1. Dreistigkeit, Keckheit, Unverfrorenheit, Unverschämtheit, etc. Also eher alles
  sich im Negativum befindend.
 
2. übertriebene, deplatzierte ungehörige Forderungen stellen ebenfalls eine
  Zumutung dar.
 
3. Überforderungen, überzogene Leistungserwartungen.
 
Das sind einige Deutungen, die ich heraus gesucht habe. Dann gibt es noch typische Verbindungen zu „Zumutung“ wie:
empfinden, unerhört, unerträglich, ungeheuerlich und mehr.
 
Deine Gedanken gehen in eine andere Richtung, liebe Brigitte. Du meinst die vom Leben auferlegten schweren Situationen, sie zu ertragen und auch abarbeiten zu können, meine ich. Es fließt auch in die jeweilige Psyche eines Jeden ein, wie sie beschaffen ist (wie stark die eigene Ratio und Psyche zu dem Zeitpunkt des Geschehens ist).
 
Es hat mir Freude gemacht, mich einmal damit auseinander zu setzen und ich denke, man sollte immer versuchen, für sich selber einen (Leit-)Faden zu finden, der einen wieder auf den Weg bringt.
 
Liebe Grüße und ein entspanntes Wochenende ohne jegliche Zumutung
wünscht dir lächelnd
Ingrid
 
 
 

Roxanna

@indeed  

Liebe Ingrid,

es hat mich gefreut zu lesen, dass du dich einmal mit dem Wort Zumutung auseinandergesetzt und nach den verschiedenen Deutungen geschaut hast und mein Blog sozusagen der Impuls dafür war. Als ich ihn erstellt habe, habe ich nicht nachgeschaut, welche Bedeutungen dem Wort Zumutung gegeben werden. Für mich steckt da auch die Empörung mit drin: Wie kann mir das Schicksal, das Leben dieses oder jenes zumuten, das überfordert mich, ich weiß nicht, wie ich das bewältigen soll usw..
Ganz sicher hast du recht, dass es darauf ankommt, in welchem Zustand sich die Psyche gerade befindet. Immer sind wir da ja auch Schwankungen unterworfen. Man wird etwas besser bewältigen können, wenn man stabil ist.
Vielleicht, liebe Ingrid hat es auch mit Vertrauen zu tun, dass man doch immer wieder die Kraft bekommt, sich mit den Beschwernissen des Lebens auseinanderzusetzen. Ich denke aber auch, dass Momente der Schwäche sein dürfen, in denen man glaubt, das packe ich nun nicht mehr. Und doch, wenn man sich nicht ganz in die Verzweiflung fallen lässt, geht es immer weiter.
Ich danke dir sehr herzlich für deinen Kommentar und finde es vollkommen in Ordnung, ihn so zu schreiben, wie er aus der Feder fließt, auch, wenn vielleicht das eine oder andere schon vorher mal erwähnt wurde.

Herzliche Grüße und auch dir/ euch ein gutes Wochenende, an dem euch hoffentlich noch einmal die Sonne verwöhnt, so wie sie es hier seit Tagen tut

Brigitte

 

indeed

@indeed  an alle hier Beteiligten.

Erst jetzt habe ich die hier eingesetzten Kommentare gelesen und ich merke, dass ich in zwar eigener Form, jedoch von der Aussage her bereits Geschriebenes mehr oder weniger wiederholt habe. Sorry dafür.

Um einen unvoreingenommenen Kommentar schreiben zu können, lese ich in der Regel diese vorher so gut wie nie.

Tut mir leid, ich will Niemanden hier auf die Füße treten.

Liebe Grüße und ein entspanntes Wochenende für alle.
indeed

Veko

@indeed  
Hallo liebe Ingrid,
Roxanas Vorlage war wirklich gut. Das Thema hat uns mal so richtig zum gründlichen Nachdenken angeregt. Ich denke, dafür gebührt ihr unser  aller Dank.
Wenn wir in unseren Überlegungen mit anderen zum gleichen Schluss kommen, heißt das doch nicht, dass wir voneinander abgeschrieben haben. Also kein Grund, sich zu entschuldigen. Neue Ideen und Denkanstöße beleben zwar die Diskussion, aber manchmal ist man eben gleicher Meinung. Was ist daran so schlimm?.   
- wünsche Dir auch ein schönes WE.
Veronika

Roxanna

Für die geschenkten 💗chen sage ich lieben Dank an
 

Via
Seija
pippa
Veko

Herzlichen Gruß
Brigitte

werderanerin

Da gibt es wohl keine "leichte" Antwort liebe Brigitte....ich würde es kurz machen wollen und denke schon immer, das Leben bedarf sehr viel Mut und Selbstbewusstsein. 

Das Leben vollzieht sich auf unglaublich vielen Ebenen, sodass schon deswegen es garnicht DIE eine Antwort/Lösung geben kann - denke ich zumindest.

Für mich war und ist es immer noch wichtig, nie aufzugeben...kämpfen lohnt sich für mich und auch wenn ich nicht mehr soviel kämpfen muss..., hat das alles mich sehr geprägt und vor allem stark gemacht.

Aber...wie sooft, es ist meine, ganz eigene Empfindung ...will auch sagen, man muss sich ständig "anpassen/weiter entwickeln" und im Kopf fit bleiben, um ein gutes Leben zu haben.


Kristine

Roxanna

@werderanerin  

Danke, liebe Kristine für deinen Kommentar. Eine leichte Antwort auf meine Fragen gibt es sicher nicht, vielleicht können sie sogar nicht wirklich beantwortet werden. Möglicherweise hat das auch mit der Ungerechtigkeit auf der Welt zu tun, mit den Startvoraussetzungen, die ein Mensch vorfindet, wenn er auf die Welt kommt, die ihn prägen und die sozusagen die Grundlage für seinen Werdegang bilden. Es hat sicher auch mit dem sozialen Umfeld zu tun, wie gestärkt oder geschwächt ein Mensch ins Leben geht. Du, liebe Kristine hast, wenn ich es richtig erinnere, sehr früh deine Mutter verloren und trotzdem bist du eine Kämpferin geworden. Es wäre interessant zu erfahren, wie du das geschafft hast. Hast du Hilfe bekommen oder ist es eine Kraft, die du schon immer in dir gespürt hast? Das Leben fordert einen immer wieder heraus, das stimmt. Da kann man nicht stehenbleiben. Man kann nur hoffen, dass immer wieder die Kraft zum weitergehen zufließt.

Liebe Grüße
Brigitte
 

werderanerin

Danke für deine Nachfrage, liebe Brigitte und ja, du hast dich recht erinnert...mit 13 Jahren (meine Schwester 12) hatten wir unser Mama an den Krebs verloren.

Das waren für uns ganz schlimme Zeiten..., wollten auch nicht mehr leben und unser Papa machte den Eindruck, er kann dies garnicht verwinden...wurde immer schwächer...

Wir haben es alle "geschafft" - irgendwie, ich weiß nicht wie...

Die Frage nach dem "stark werden" kann ich nur schwer erklären, weil ich manches auch garnicht weiß.
Ich weiß nur, dass mein Vater dann nochmals heiratete und wir "die böse Stiefmutter" bekamen.
Das alles hätte ich damals mir nie auch nur denken können aber ich wehrte mich gegen so manche Bösartigkeiten.
Mit 18 Jahren wurde mir eine Wohnung aufgezwungen, meine Schwester musste ich gleich mitnehmen - kaum Geld hatten wir, nur das Ausbildungsgeld meiner Schwester und mein weniges Geld. Wir hatten eigentlich nur uns !

Wir wurden rausgeschmissen und das alles war von ihr geplant !

Ich bin ein sehr friedlicher und empathischer Mensch (geworden...) aber diese Frau hasse ich noch heute !

Liebe Brigitte...alles sehr lange her aber dennoch nicht weg - vielleicht hat alles das mich stark gemacht, fühlte mich ja auch mit 18 für meine Schwester mit verantwortlich. Im weiteren Leben hatte ich noch so manch Tiefschläge aber alles hat mir geholfen, dass zu sein, was ich heute bin.

Das schöne heute ist, wir Schwestern sind noch heute tief im Herzen verbunden und das wird nur noch stärker. Wir werden uns nie verlieren, auch wenn wir uns nicht ständig sehen.

Alles gut heute - eines aber ist in mir geblieben, mein Sohn und meine Enkel sollten es besser haben und das alles habe ich mit viel Liebe geschafft und darauf bin ich sehr stolz. Es tut gut, zu sehen, dass mit Herz so viel zu richten ist !

Eines habe ich immer auch gelernt - nie aufgeben, dazu kann das Leben viel zu schön sein oder werden !



Kristine

Roxanna

@werderanerin  

Da bist du durch so manches tiefe Tal gewandert, liebe Kristine und hast dich nicht unterkriegen lassen. Also hattest du die Kraft, das, was dir widerfahren ist, zu "meistern". Ich glaube auch, dass sehr viel dabei hilft, wenn man sich für jemanden verantwortlich fühlt, so wie du für deine Schwester. Da wächst einem die Kraft zu. Ich habe das auch schon so erlebt. Ich habe übrigens auch mit meiner Schwester ein sehr enges Verhältnis. Wir sind sehr froh, dass wir einander haben.

Danke, dass du so offen erzählt hast und herzlichen Gruß

Brigitte

Christine62laechel


Liebe Brigitte,

da stellst du deine Fragen den richtigen Menschen. Etwa in der Mitte des XX. Jahrhunderts geboren, wurden wohl die meisten von uns im Geiste "man soll mutig sein, und sein Kreuz tragen" erzogen. Oder in anderen, nicht gerade freundlichen Umständen. Vielen wurden wahrscheinlich schon in der frühen Kindheit Zumutungen vertraut - mit denen sie klarkommen konnten, oder auch nicht. Selten bekamen sie dann eine Unterstützung, eine "psychologische Hilfe", die heutzutage eine Selbstverständlichkeit wäre. Manche konnten es bald doch schaffen, die anderen blieben lange noch (immer) so schüchtern, wie es von ihnen früher gefordert war. Ob man von selbst mutig genug werden kann, um alles tragen zu können, was das Leben gerade bringen könnte? Ein Anreiz von klugen, starken Menschen wäre wohl notwendig, doch das Entscheidende steckt wohl irgendwo in uns selbst drin... :)

Mit herzlichen Grüßen
Christine

Roxanna

@Christine62laechel  

Es ist vielleicht wirklich ein Geheimnis, liebe Christine, warum die einen Menschen die Kraft haben, das, was ihnen das Leben manchmal aufbürdet, durchzustehen und am Ende sogar gestärkt aus Krisen hervorgehen können und andere scheitern können bis hin zum Suizid.
In der Psychologie wird ja nun so gerne das Wort Resilienz gebraucht, Urvertrauen ins Leben zu haben, das hilft sein Leben zu bewältigen. Dieses Urvertrauen soll sich in der Kindheit entwickeln. Ist es nicht manchmal merkwürdig, liebe Christine, dass Kinder, die aus wirklich desolaten Familienverhältnissen kommen, trotzdem starke Menschen werden, die ihr Leben meistern können und andere, die eine wohlbehütete Kindheit hatten, später im Leben scheitern?
Psychologie kann hilfreich sein, um manches durchschauen zu lernen, aber seine Lösungen muss man sich wirklich selbst erarbeiten. Und ja, es stimmt, die Menschen früher oder eben auch in unserer Kindheit kannten diese Art Hilfe nicht. Es war jedenfalls nicht üblich, wenn man mit seinen Belastungen nicht zurechtkam, einen Psychologen aufzusuchen. So wie man überhaupt auf empfindlsame Kinderseelen nicht so große Rücksicht genommen hat. Ausnahmen gab es sicher auch, aber Kinder hatten sich doch zu fügen und zu spuren.
Eigentlich ist es ein Thema, das man gar nicht so in der Kürze „abhandeln“ kann. Das würde aber hier in den Blogs zu weit führen.


Ich danke dir herzlich für deinen Kommentar und schicke dir liebe Grüße mit

Brigitte
 

Veko

Der Mensch wird schon als Kind  durch sein Umfeld, seine Erziehung und seinen charakterlichen Ausschlag vorgeformt. 

  • Neurotizismus (emotionale Instabilität, Verletzlichkeit)
  • Extraversion (Geselligkeit)
  • Offenheit (Weltoffenheit, Aufgeschlossenheit)
  • Verträglichkeit (Empathie, Kooperationsbereitschaft, Rücksichtnahme)
  • Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus)
Er perfektioniert im Laufe seines Lebens seinen eigenen Stil und festigt sein unverwechselbares Niveau im Miteinander. Mal als -der Zaghafte-, der ewig Zuspruch braucht, oder -der Draufgänger-, der über die Stränge schlägt und hin und wieder ausgebremst werden muss. Obwohl wir frei in unserem Denken und Handeln sind, soweit das im Rahmen unserer selbst auferlegten gesellschaftlichen Normen möglich ist, wissen wir eigentlich schon sehr früh, was angemessen erscheint, wie wir uns durchsetzen können und womit wir beim Abbiegen vom vertretbaren Weg gehörig gegen den Baum brettern. Meistens haben wir uns im Griff aber manchmal auch nicht und dann bricht es aus uns heraus. Dann nämlich, wenn wir meinen mutig zu sein, aber in Wirklichkeit unser Auftreten und unser Handeln zur Zumutung für andere wird. Das erleben wir nicht selten in Führungsetagen. 

Habe mal nach Assoziationen für die Begriffe Zumutung und Mut gesucht und folgendes gefunden:

Zumutung wird gleichgesetzt mit-

Ansinnen, Frechheit, Rücksichtslosigkeit, Unverschämtheit, Anmutung

Mut steht für- 

Beherztheit, Bravour, Draufgängertum, Entschlossenheit, Forschheit, Furchtlosigkeit
Heldentum, Kühnheit, Risikobereitschaft, Rückgrat, Tapferkeit, Unerschrockenheit
Verwegenheit, Wagemut, Waghalsigkeit, Zivilcourage, Mannhaftigkeit, Heroismus
Courage, Mumm, Schneid, Traute, Bravheit, Herzhaftigkeit, 
leicht abwertend auch  Tollkühnheit, 
 
 

Roxanna

@Veko  

Es ist interessant, liebe Veko, dass du mal herausgesucht hast, wie Mut und Zumutung definiert wird. Deinem Kommentar entnehme ich, dass du dich für Psychologie interessierst oder vielleicht hattest du sogar beruflich damit zu tun.
Ich denke, der Unterschied zwischen den Menschen beginnt damit, mit welchen Anlagen sie auf die Welt kommen und in welches Umfeld sie hineingeboren werden. Wie sind die Eltern, ist das Kind willkommen oder unerwünscht usw. So wird es geprägt und diese Muster, die entstehen, werden es sein Leben lang „begleiten“. Die Chance besteht darin, sich selbst gut kennenzulernen, vor allem seine Muster zu kennen, insbesondere wenn es solche sind, die einem Menschen immer wieder im Wege stehen. Das bedeutet Arbeit an sich selbst, für die nicht jeder bereit oder vielleicht auch nicht in der Lage ist. Ich habe Zweifel, ob es wirklich eine Antwort darauf gibt, woher letzten Endes die Kraft kommt sein Leben gut zu bewältigen und nicht zu verzagen, wenn es schwierig wird. Manchen Menschen hilft ja auch ihr Glaube, wenn sie fest darin verankert sind. Aber es gibt eben auch Menschen, denen anscheinend keine „Hilfsmittel“ zur Verfügung stehen und die am Leben scheitern mit welchen Folgen auch immer.

 
Ich danke dir für deinen Kommentar.
 
Lieben Gruß
Brigitte

 

Syrdal


Schwieriges Thema, liebe Brigitte. – Mut… Zumutung… Lebensmut… Mut zum Leben… Angst… Bewältigung… Und ja, Psychologen werden all dies „hochwissenschaftlich“ erklären, aber eben auf ihre oft ziemlich verschwurbelte Weise, die man durchaus hinterfragen darf.
Zu all diesem muss man sich sein eigenes Bild schaffen, einen festen Standpunkt aus eigener Erfahrung erringen und niemand wird scheitern, wenn das Leben bei allen Höhen und Tiefen und Wendungen als Geschenk begriffen und als chancenreiche Aufgabe mit erstrebenswertem Ziel erkannt und gestaltet wird…

...meint (ganz spontan formuliert)
Syrdal

Roxanna

@Syrdal  

Lieber Syrdal,

das, was du schreibst, setzt voraus, so denke ich jedenfalls, dass ein Mensch festen Boden unter den Füßen hat und vielleicht sogar seinen Lebensweg als eine spirituelle Entwicklung begreift. Dieses „Handwerkszeug“ steht aber nicht jedem Menschen zur Verfügung. Ich denke da auch gerade an Fügungen, bei manchen Menschen fügt es sich gut und es gibt andere, die irgendwie immer kämpfen müssen, was sehr viel Lebensenergie verbrauchen kann. Um diese innere Haltung, wie du sie beschreibst, erreichen zu können, braucht es doch gewisse Voraussetzungen, nicht jeder wird das schaffen. Ich glaube auch nicht, dass das nur eine Frage des Wollens ist.

Ich merke, dass ich da etwas aufgegriffen habe, was mich sehr beschäftigt, aber um wirklich in die Tiefe zu gehen, ist hier nicht der geeignete Platz. Für deinen Kommentar danke ich dir sehr herzlich und schicke liebe Grüße mit


Brigitte

 

Veko

@Syrdal  
genau lieber Syrdal, wenn man das Einzelindividuum betrachtet!,
Aber wir leben ja im gesellschaftlichen Miteinander und nicht in der Isolation. 
Ein fester Standpunkt und eigene Erfahrungen sind der Kasus knaxus.
Wir reagieren entsprechend unserer Prägung unterschiedlich, denn wir sind unverwechselbare Individuen, teilweise emphatisch, aber manchmal auch brutal. Wir regulieren uns im Laufe unseres Lebens mehrfach, vom Verstand geleitet, von unseren Kontakten belehrt und das unterscheidet uns, Gott sei Dank, von künstlicher Intelligenz.
Sehen wir uns selbst schon in der Vollkommenheit? Keineswegs!
Denn sonst würden wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Wir haben alle unsere Defizite, unsere Hemmungen, unsere Schwierigkeiten. Wir können an Widersprüchen zerbrechen, aber auch Stärken entwickeln, uns gegenseitig aufmuntern, anstatt zu belächeln.  Mut machen! Die Zögerlichen abholen ihre Ängste verstehen und sie im Handeln bestärken. Aber das erfordert, dass wir über unseren Tellerrand hinwegschauen, uns auf andere Menschen einlassen und ihnen mit unseren Stärken sinnvolle Wege aufzeigen. 
Das Leben ist ein fließenden Prozess.  Ausschlaggebend ist immer das, was gerade von uns erwartet und abgefordert wird. 
veko 


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