Die Nacht vergaß sich umzudrehn
hob sich vom Bett und ließ im Gehn
die Frau zurück,still in zerwühlten Kissen.
Ganz still auch,als der Wind mit einem Schlag
den losen Fensterladen aufgerissen
und heller Tag bereits .Im Raum
riecht`s fade nach Absinth und Asche.
Die Frau liegt still.Der Deckensaum
rutscht ihr vom angezog`nen Knie und fällt
auf die am Bettrand abgestellte Flasche
die dumpf zu Boden rollt und - Stille hält.

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Kommentare (5)

immergruen aussichtslos, ohne Hoffnung, Resignation. All das sind Assoziationen zu dieser wunderbar sensibel geschilderten Szene.
eleisa ein beklemmendes Gefühl steigt in mir hoch...
die Gedanken an ein einsames Ende...
silhouette Und zwar etwas, was den Gedichten heutzutage weitgehend abgeht, weil es niemand mehr kann: Rythmus. Und es vermittelt ein Bild, das man vor Augen sieht. Bravo!
ein sehr tiefsinniges Gedicht, düster und toll geschrieben. Die Frau, die da im Bett liegt, erscheint mir eine sehr einsame Frau zu sein, die sich am Abgrund bewegt.
kedishia .. Melodramatik, ungewöhnlicher Tiefgang, Reime, die sich erst beim zweiten Hinschauen reimen - und dadurch einen anderen Sinn ergeben.
Ein leicht trauriges Bild (zerwühlte Kissen kommen nur selten von schön durchlebten Liebesnächten) - trotz hellerlichtem Tagesschein. Stille. Fast schon greifbar - und trotzdem schal, wie ein schlechter Geschmack im Mund, so liegt sie über diesem klasse geschriebenen Gedicht für mich.
Gut gelungen!

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