Morgens bleibt der Wecker stumm,
herrlich, denkt er und dreht sich um,
endlich ist es so weit,
er ist Rentner und hat Zeit.

Aus der Küche ertönt lautes Rumoren,
er zieht sich die Decke über die Ohren,
doch seine Frau ihn fröhlich weckt,
Liebling, steh auf, der Tisch ist schon gedeckt.

Nach dem Frühstück rennt sie hin und her,
und das ärgert ihn schon sehr,
wieso muss sie jetzt putzen,
anstatt die Zeit mit ihm zu nutzen.

Mit vorwurfsvollem Blick,
zieht er sich zurück,
und denkt, am besten ich entspanne,
im Badezimmer in der Wanne.

Zum Glück hat er nicht zugesperrt,
sonst wäre seiner Frau der Zutritt verwehrt,
sie sagt, ich wäre schon früher gekommen,
hättest du mir etwas Arbeit abgenommen.

Schnell hat er gemerkt,
wenn man der Frau den Rücken stärkt,
im Haushalt hilft, dann bleibt viel Zeit,
die man gemeinsam sich vertreibt.

Das Leben hält noch so viel Schönes bereit,
nicht nur ein Wannenbad zu zweit,
packt jeden Tag mit Freude an,
an dem man noch „Wir“ sagen kann.

© C.G.

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Kommentare (1)

agleh der letzte Satz deines Gedichtes "an dem man noch WIR sagen kann." Ja, was das bedeutet befreift man erst, wenn man nur noch ICH sagen kann.
Lieben Gruß
Helga

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