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Heiner
Erinnerungen an das Jahr 1985

Heute bauten wir unsere Kamera draußen auf dem begrünten Hof- und Gartengelände vor dem großen Kinderheim auf, in dem viele Mädchen und Jungen – allesamt Waisenkinder – in sorgsamer Betreuung zusammen lebten. Die Kleinsten waren gerade mal drei Jahre alt und verlangten wohl die meiste Aufmerksamkeit. Auffällig aber waren die vielen etwa Neun- bis Zwölfjährigen, die bunt gekleidet in kleinen Gruppen fröhlich gestikulierend daher kamen, während „die Großen“ – so wurden die Wenigen bezeichnet, die schon dem Ende der Teenagerzeit entgegen strebten – sich eher still und zurückhaltend verhielten, fast ein wenig verschämt. Insgesamt aber konnte man durchaus von einer homogenen Gemeinschaft sprechen, wenn man die Gesamtheit der so unterschiedlichen Bewohner des recht großen Waisenheimes kurz beschreiben wollte.

An uns und die große Fernseh-Kamera auf dem komischen Stativ hatten sich die Kinder inzwischen schon gewöhnt. Wir drehten seit Wochenbeginn einen Film, besser gesagt eine Beobachtungsreportage über das Gruppenleben im Waisenheim. Darin sollten sowohl die „Erzieher“ als auch die Kinder selbst spontan und ohne jegliche Vorgaben zu Wort kommen. Die Chefin des Hauses – ehrerbietig als „Direktorin“ bezeichnet – war eine gestandene Frau um die Fünfzig, eine respektable Persönlichkeit mit leicht mütterlicher Aura, durch die ihr direktorialer Nimbus wie eine von Amts wegen verliehene Auszeichnung in ein besonders ehrwürdiges Licht gestellt wurde. Dies alles brachte uns auf die Idee, unserer Filmreportage den Titel „Mutter von 200 Kindern“ zu geben.

Eine volle Woche haben wir darauf verwendet, das Haus und das fröhlich bewegte Leben darin zu porträtieren. Es gelang uns, den liebevollen Umgang der Erwachsenen mit den Kindern einzufangen. Wir  sprachen mit der „Direktorin“, mit den Erziehern, Hortnern, Trainern und Lehrern, andererseits aber auch mit vielen Kindern, die sich allesamt darüber freuten, dass das Fernsehen bei ihnen war. Das war sicher der Höhepunkt des Jahres. Zum ersten Mal standen sie so richtig im Mittelpunkt, man interessierte sich für sie und für ihr Leben im Heim. Nicht ohne Stolz zeigten sie uns ihre hübsch eingerichteten Zimmer, vor allem ihre ganz persönlichen „Wohnecken“, ihre Spielsachen und Bücher, manchmal Bilder von den Eltern und Geschwistern und zweimal sogar ihre ganz „geheimen“ Tagebücher, die wir aber aus Respekt vor den darin aufgeschriebenen Geheimnissen nie im Detail vor die Kamera genommen haben.

Jedes Kind hatte seinen eigenen kleinen Bereich in den relativ großen Räumen, die in der Regel zu dritt, höchsten zu viert bewohnt wurden. Auffällig war die peinliche Ordnung, die wir überall antrafen, auch wenn wir unangemeldet und wie zufällig in die Zimmer schauten. Und auch die Kinder selbst waren stets ordentlich und sauber gekleidet. Es hatte den Anschein, als würden sie gegenseitig darauf achten, dass es keinerlei Beanstandungen gibt. Und richtig, durch die Betreuer wurde uns bestätigt, dass dies das Ergebnis ihrer einfühlsamen Erziehungsarbeit war, bei der das gegenseitige Vorbild eine wichtige Rolle spielte. Nein, Drohungen gab es nicht, eher aber einen gesunden Ehrgeiz, stets und immer zu den Ordentlichen zu gehören. Für unser Verständnis eine äußerst beachtenswerte Leistung!

In den Tagen unserer Filmbeobachtungen fingen wir viele richtig schöne, mitunter drollige und auch liebevolle Szenen ein. Liebevoll im wahrsten Sinne des Wortes edler Bedeutung, denn es gab freilich bei den schon ins Jugendliche Hineinwachsenden auch erste zarte Liebeleien, die uns natürlich nicht verborgen blieben. Vielleicht sollten wir sie auch entdecken… wer weiß? Aber auch das haben wir mit sensibler Zurückhaltung „gefilmt“, ohne auch nur das Kleinste in diesen feinen Liebeleien zu stören. Die Direktorin, die „Mutter“, wusste freilich von diesen sich hier und da anbahnenden Erstlingsbeziehungen, würde aber – so zumindest ihre eigenen Worte – „nur intervenieren, wenn sich solch eine Liebelei nicht mehr mit ihren Umsorgungsaufgaben vertragen könnte“. Doch das war bislang nie vorgekommen und immerhin war sie bereits im 17. Jahr in dieser Leitungsposition und hatte in all den Jahren auch recht umfangreiche Erfahrungen gesammelt.

Am Sonntagabend sind wir dann wieder abgefahren. In Berlin folgte nun die sehr aufwändige Arbeit am Schneidetisch. Der Filmbericht über das Waisenheim sollte nach Fertigstellung eine Sendelänge von 44 Minuten haben, aber wir hatten derart viele Szenen gedreht, dass wir gut und gerne zwei Sendestunden füllen könnten. Beim Fernsehen aber gibt es eindeutige Zeitvorgaben, an die wir uns sellstbverständlich halten mussten, weil ja alles in das feststehende Schema des Gesamtprogrammes eingepasst ist.

Während der Drehtage im Waisenheim hatte sich mir ein kleiner Junge wie ein Schatten an die Fersen geheftet. Heiner, gerade war er 9 Jahre geworden. Seine Eltern hatten einen schweren Autounfall nicht überlebt. Seit etwa einem viertel Jahr war er im Heim und es schien, dass er noch nicht so recht Anschluss gefunden hatte. Jedenfalls waren wir ihm wohl eine tolle Abwechslung und aus welchem Grund auch immer stand er fast ständig in meiner Nähe. Einmal fragte er mich, wie lange wir da bleiben würden und als ich ihm sagte, dass wir wohl am Sonntag fertig werden und dann wieder wegfahren, sackte er sichtlich ein wenig zusammen. Lange sprach er kein Wort mehr, doch plötzlich fragte er mich, ob er mir mal eine Postkarte schicken dürfte. „Aber ja, mein Junge, gerne doch, da würde ich mich wirklich freuen.“ Und dann sollte ich ihm meine Adresse aufschreiben und er versprach, mir bald zu schreiben.

Bis zur Sendereife der Reportage hatten wir noch eine Menge zu tun. Viele Tage kam ich aus dem Schneideraum kaum raus. Die Cutterin war eine wahre Perle. Sie arbeitete sich in das ganze Filmmaterial ein und wirkte äußerst kreativ mit, um das Gesamtwerk abzurunden, dabei vor allem die ganze Geschichte auch spannend und unterhaltsam zu halten und letztlich zu einem gelungenen Werk zu bringen.

An einem Abend fand ich zuhause in meinem Briefkasten eine Ansichtskarte von dem kleinen, an der Elbe gelegenen Städtchen mit dem Waisenhaus. Heiner hatte mir tatsächlich geschrieben. Mit ungelenker Schrift war dort zu lesen. „Lieber Onkel, kannst du mir mal 5 Mark schicken, ich will dir was schenken.“ – Ach, die wenigen Worte haben mich herzgrundtief bewegt. Welch ein sagenhaft kindliches Vertrauen lag doch darin. Hatte ich das verdient…? – Gleich am nächsten Tag habe ich dem kleinen Heiner 5 Mark in einem Brief geschickt. Ich wusste, dass er sich darüber ganz sehr freuen würde.

Nach einiger Zeit fuhren wir noch einmal in die Provinz zum Waisenhaus und wurden dort wahrhaft fürstlich empfangen. Die Kinder hatten sich allesamt auf der großen Freitreppe vor dem Haus aufgestellt, alle Betreuer waren dabei, vorneweg Frau Direktorin, die „Mutter von 200 Kindern“. Als wir aus dem Auto stiegen, wurden wir von einem laut schallenden Chor begrüßt. Die Kinder sangen alle zusammen das wohlklingende und überall bekannte Lied „Unsere Heimat…“. Dann haben sie uns alle einer nach dem anderen mit Handschlag ein Willkommen angezeigt und in den großen Saal begleitet, der mit langen Tischreihen bestückt war, festlich weiß eingedeckt mit frischen Blumen als Tischschmuck und feinem weißen Geschirr. Wir bekamen ganz vorne an der Bühne einen Ehrenplatz neben der Direktorin, die alsbald eine kleine Ansprache hielt. Mit für alle Kinder wohlverständlichen Worten dankte sie für unseren Besuch und gab sehr ehrlich der großen Freude Ausdruck, dass unser gemeinsames Filmwerk nun heute hier aufgeführt wird, bevor es in den nächsten Tagen im Fernsehen zur Sendung gelangt.

Immer wieder hatte ich mich umgesehen nach Heiner, meinem kleinen „Schatten“. Nirgends konnte ich ihn sehen. Schließlich fragte ich die Direktorin. „Ach ja, der kleine Heiner. Der lebt jetzt bei einem Verwandten, beim Bruder seiner Mutter. Am Sonnabend vergangener Woche wurde er hier abgeholt. Es ist für ihn wohl so am besten.“

Von Heiner habe ich nie wieder etwas gehört. Immer mal wieder habe ich an diese kleine, mich sehr bewegende Geschichte gedacht... Was wohl aus dem kleinen Waisenjunge Heiner geworden sein mag? Es gibt Begegnungen im Leben, die man niemals wieder vergisst. – Noch heute klingt mir das schöne Lied im Ohr, das uns die Kinder damals gesungen haben:

Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
Unsere Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsere Heimat ist das Gras auf der Wiese, das Korn auf dem Feld,
Und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde
Und die Fische im Fluss sind die Heimat.

Und wir lieben die Heimat, die schöne
Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,
Weil sie unserem Volke gehört.
 
...................................................


© Syrdal 2020


 
 

 

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Kommentare (14)

indeed

Lieber Syrdal,

ich denke, sehr viele Menschen hatten Begegnungen in ihrem Leben, die sicherlich vergleichbar sind  mit der von dir geschilderten.
Deine Geschichte habe ich sehr gern gelesen. Sie sind immer interessant und auch so vielfältig. 

Liebe Pfingstgrüße schickt dir
Ingrid

Syrdal

@indeed
 
Ach ja, liebe Ingrid, wir haben sicher alle solche oder ähnlich tiefgehende Erlebnisse. Manche geraten in Vergessenheit, andere bleiben im Gedächtnis erhalten. Wie schön wäre es doch, könnte man solche Geschichten einmal in einer Anthologie zusammentragen, es wäre ein Werk von unvergleichlicher Spannung.

Hab ein schönes Pfingstfest…
...dies wünscht dir mit lieben Grüßen
Syrdal
 

indeed

@Syrdal  

Das denke ich auch. Vielleicht wäre ein Versuch hier im ST wert, es zu versuchen? 
Auf jeden Fall würde ich dabei sein. Ich könnte mir vorstellen, dass hier ein Kreis zusammen käme mit zu machen. Was meinst du?

Herzlichst 
Ingrid
 

Syrdal

@indeed
 
Ach ja, liebe Ingrid, einen ähnlichen Vorschlag gab es ja kürzlich schon hinsichtlich eines Gedichtbandes. Es hat sich aber schnell gezeigt, welche Hürden es da zu überwinden gibt, insbesondere die Frage der straffen Organisation und nicht zuletzt der Kosten. Ja, wäre ich jünger und etwas besser liquide, würde ich mich da schon engagieren und ich denke, so manch einer könnte auch interessante Geschichten beitragen. Aber ehrlich, der Gedanke an eine Anthologie ist eher ein utopischer Wunsch, als dass er sich real umsetzen ließe...

...dennoch liebe Grüße zu den Festtagen
Syrdal
 

Tulpenbluete13

Lieber Syrdal

eine zu Herzen gehende Geschichte die mich sehr bewegt hat. Ein trauriges Schicksal das der kleine zutrauliche Heiner erleben musste... aber vielleicht ist es ihm ja dann bei seinen Verwandten gut gegangen... nehmen wir einfach einmal das Beste an....

Das Lied und die Kinderstimmen sind mir auch sehr ans Herz gegangen..
(von wem ist das Lied und der Text?)

Unsere Heimat ist wunderschön und wir müssen sie erhalten...unbedingt..
Vielleicht wäre es gerade heuer ein Tipp im Urlaub im Lande zu bleiben um festzustellen, daß es stimmt. Es gibt unzählig viele schöne "Ecken" in unserer Heimat...

Danke für die Einstellung dieser Geschichte und für das Video...

herzlichen Gruß zum Pfingstwochenende
und schöne Tage für Dich
wünscht mit lieben Grüßen
Angelika



 

Syrdal

@Tulpenbluete13

Liebe Angelika, diese Geschichte mit dem kleinen Waisenkind Heiner hat mich niemals wieder losgelassen. Endlich nun habe ich sie mal aufgeschrieben.

Das Lied ist in der DDR entstanden, der Text stammt von Herbert Keller, wer die Musik komponiert hat, weiß ich nicht. Aber die Kinder haben dieses Lied sehr gerne gesungen, sie haben es geliebt… Meine Kinder kannten es schon, da gingen sie gerade mal in die 1. Klasse.

Und wirklich, das war damals ein überwältigender Empfang: 200 Kinder sangen für uns bei der Ankunft dieses schöne Lied… einfach unbeschreiblich schön!

Auch ich wünsche dir sonnige Pfingstfeiertage.
Liebe Grüße aus dem schönen frühlingshaften Hessen von
Syrdal
 

Muscari


Lieber Syrdal,

diese Geschichte hat mich sehr bewegt, und ich kann gut verstehen, dass Dir besonders der kleine Heiner immer in Erinnerung bleiben wird.

Ich danke Dir, dass Du uns diese Begebenheit erzählt hast und grüße Dich herzlich.
Andrea

Syrdal

@Muscari
 
Liebe Andrea, es gibt Begebenheiten, die man erst nach geraumer Zeit richtig erfassen kann. Freilich hat mich die Sache damals sofort ergriffen, aber in Wirklichkeit habe ich es erst viel später die ganze Tiefe erfassen können und verstehen können.
Nachdem ich hier vor einiger Zeit bereits etliche Nachkriegs- und Kindheitserlebnisse eingestellt hatte, wollte ich nunmehr auch etwas aus späterem Erleben erzählen. – Es freut mich, wenn die Geschichten „ankommen“, auch wenn sie manchmal ein wenig länger als üblich sind.
Danke für deine Geduld und dein Interesse…

Zum Abend herzliche Grüße von
Syrdal
 

Rosi65

Lieber Syrdal,

Kinder besitzen feine Antennen und spüren intuitiv wer ein gutes Herz hat.
So finden sie ihren Erwachsenen den sie mögen und vertrauen. 
Und der kleine Heiner hat eine gute und richtige Wahl getroffen, als er Dich auswählte, denn sogar jetzt, nach so vielen Jahren, denkst Du noch an ihn.

Viele Grüße
   Rosi65

Syrdal

@Rosi65
 
Aber ja doch, liebe Rosi, eine so herzbewegende Geschichte verliert man nicht wieder. Es tut mir nur leid, dass ich später nicht mal nachgeforscht habe, was aus dem Junge geworden ist. Das war aber damals nicht so einfach, weil Waisenkinder ganz bewusst abgeschirmt wurden… zum eigenen Schutz. Und ich war ja schließlich in keiner Weise berechtigt. Doch trage ich in mir ein beruhigtes Gewissen das mir sagt, der Junge hat seinen Weg gefunden...

Dir sei Dank für Deine freundlichen Worte.

Liebe Grüße sendet
Syrdal
 

Christine62laechel

Eine sehr interessante Geschichte... Mit Kindern aus den Kinderheimen hatte ich früher oft zu tun: Zusammen mit einigen Mädchen war ich in die Grundschule gegangen. Dann hatte ich als Lehrerin mit solchen Kindern zu tun, als ich an der Grundschule kurz tätig war. Als mein Sohn 6 Jahre alt war, habe ich einen gleichaltrigen Jungen aus dem Kinderheim zu uns fürs Wochenende eingeladen; er hatte uns dann neun Jahre lang so besucht. Der Ehemann von meiner ehemaligen Schulfreundin war frŘher auch ein Kinderheimkind. Und eine jede von den von mir erwähnten Personen hatte eine Geschichte, die man kaum erzählen könnte, ohne Tränen in den Augen zu haben...

   Ich glaube, lieber Syrdal, dass dich der kleine Heiner auch nie vegessen hat. Du hast ihm, wenn auch nur kurz, das geschenkt, was diesen Kindern am meisten fehlt: Aufmerksamkeit. Er war klein, wahrscheinlich deine Adresse im Umzug verloren, und so. Doch vergessen hat er dich ganz gewiss nicht.

Mit besten Grüßen
Christine

Syrdal

@Christine62laechel

Liebe Christine, du hast viele Erfahrungen mit Waisenkindern, sowohl aus deinem Privatleben als auch im Beruf und so weist du um die Nöte dieser Kinder, die sich ja doch oft so verloren und alleingelassen fühlen. Wir „Nomalos“ können uns zumeist gar nicht vorstellen, was in Waisenkindern vorgeht und welchen psychischen Belastungen sie ausgesetzt sind. Umso mehr sollte es eines jeden selbstverständliche Pflicht sein, sich diesen Kindern mit hoher Einfühlsamkeit zuzuwenden, so wie du es viele Jahre lang getan hast. Und richtig, wenn man die Schicksale hört und teils miterlebt, sind Tränen des Mitgefühls nicht weit...

Danke für deine kommentierende Zugabe.

Nachdenklich und doch zufrieden grüßt
Syrdal
 

Pan

Eine Geschichte, die ans Herz geht. Dieses tiefe Vertrauen kann man nie vergessen, dessen bin ich mir gewiss. Man kann nur hoffen, wirklich hoffen, dass der kleine Junge in seinem Leben später Erfolg hatte - er wird diese Begegnung sicher auch nicht vergessen haben,
denkt sich mit Gruß -

Horst

Syrdal

@Pan
 
Ja, lieber Pan, das ist eine Geschichte (von so manch anderen), die sich mir tief ins Herz gegraben hat. Und mit dir hoffe ich, dass es dem kleinen Heiner, der damals wirklich klein und schmächtig und sichtlich vom Erleben der plötzlichen Elternlosigkeit gezeichnet war, späterhin gut ergangen ist und er seinen Weg ins Leben unter der Obhut des Onkels gefunden hat. Doch noch immer ist es mir nahegehend, wie sich durch nur wenige Worte an einigen Tagen eine solche Vertrautheit ergeben konnte. Für mich ist das gleichsam auch ein Ausdruck seiner inneren Not, ein Schrei nach Behütet-Sein…
es wird mich immer wieder berühren.

Abendliche Grüße
Syrdal
 


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