Wenn ich so über das Bedürfnis andern zu helfen und den damit verbundenen Tatendrang nachdenke, kommt mir Goethes Zitat in den Sinn:
 
Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu and’rer Glück.
Denn die Liebe, die wir geben,
kehrt ins eig’ne Herz zurück.
 
Ich denke  fast jeder Mensch verspürt Freude, wenn er anderen helfen kann, als Gegenleistung
erhofft er sich vielleicht Anerkennung. Aber sind Freude und Anerkennung nicht nur Nebeneffekte, die
mit dem Helfen einhergehen? Wichtig ist die Absicht dahinter und so ist doch altruistisches Handeln auch möglich, wenn ein positiver Nebeneffekt entsteht. Im Gegensatz dazu wird gesagt, dass sich viele Menschen ihr Leben durch einen ungesunden forcierten Altruismus verderben, oder dann, wenn man Probleme damit hat, „nein“ zu sagen oder Angst davor hat, nicht gemocht zu werden?Altruismus wird auch da in Frage gestellt, wo man sich eingesteht, im Gebrauchtwerden einen Sinn fürs eigene Leben zu sehen. Ja, dass dies sogar auf ein fehlendes Selbstwertgefühl hindeute. Wahrscheinlich ist es schwierig, die Grenzen zwischen Altruismus und Egoismus festzulegen. Aber es gibt  doch auch Gefühle wie z. B. Mitgefühl die weder egoistisch noch altruistisch sind und wenn es auch nur die Glückshormone sind, die zu selbstlosen Taten motivieren und nicht nur der Wille  allein.
In diesem Sinne,  ein Lächeln an alle zum neuen Tag,  von Delia

 
 
 


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Kommentare (2)

Roxanna

Helfen kann aus vielerlei Gründen geschehen, liebe Delia, wie du ja auch ausführst. Manche Menschen sind so in Not, dass man gar nicht anders kann als zu helfen, vorausgesetzt man ist auch wirklich in der Lage dazu. Es ist auf jeden Fall ein vielschichtiges Thema, über das man sicher lange philosophieren könnte. Immer sollte man vielleicht auch bei sich selber nachschauen, was die eigenen Gründe sind, wenn ich helfen will. Kann ich vielleicht nicht ertragen, dass ein anderer Kummer und Not hat oder brauche ich es für mich selber, weil ich nur so einen Sinn in meinem Leben finde. Grundsätzlich ist helfen etwa positives, aber nicht immer ist es auch angebracht. Vielleicht braucht Mensch auch manchmal „Tiefgänge“, die er selber überwinden muss um für sich Wege zu finden und sich dadurch weiterzuentwickeln. Man muss auch unterscheiden, wo wird materielle Hilfe gebraucht, weil jemand in Not ist oder wo seelische. Die materielle Hilfe sollte eigentlich immer gegeben werden. Bei seelischen Nöten gilt es genau zu differenzieren. Und man sollte auch bei sich selber nachprüfen, bin ich wirklich in der Lage zu helfen oder überschätze ich mich vielleicht. Wenn überhaupt, sollte es am besten immer Hilfe zur Selbsthilfe sein, damit keine Abhängigkeiten entstehen. Das, liebe Delia, fiel mir zu diesem Thema erst einmal ein. Es lohnt sich weiter darüber nachzudenken, weil es ein wichtiges zwischenmenschliches Thema ist, das du hier eingebracht hast.

Herzliche Grüße
Brigitte

 

Delia

@Roxanna  

Liebe Roxanna
 
Ich möchte Dir danken, dass Du zu meinem Beitrag Stellung nimmst.
Genau diese Argumente, die Du aufführst haben mich dazu bewogen,
das Thema anszusprechen. In erster Linie denke ich hier an die Freiwilligenarbeit in den Altenheimen, wo das Pflegepersonal fast keine Zeit mehr hat für persönliche Zuwendung. Vor allem die Menschen die keine Angehörigen haben, die sich um sie kümmern, da denke ich ist helfen angebracht und sinnvoll. Dass ich mir dabei Gedanken mache über Altruismus und Egoismus entspringt der Frage: «Kann ich mit ganzem Herzen dahinterstehen»?
Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass ich in der Zeit des mich Hinterfragens wertvolle Einsätze hätte leisten können. Wie erfüllend das sein kann, Zeit damit zu verbringen, anderen zu helfen erlebe ich gerade eben an Menschen die sich alle diese Fragen nicht stellen, sondern einfach aus einem inneren Antrieb heraus helfen
ohne dabei ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen zu müssen.
 
Herzliche Grüsse  und ich wünsche Dir einen beschaulichen Abend, Monique
 
 
 
 


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