Lorient, Bretagne(2006)


Wenn aus diesiger Landschaft der Nacht dein Auge nach Beistand ruft und den
Wind in Wellen und süßer Gesang sich der Liebe bemächtigen und leise
wie Blätter im Herbst das Brot tränt beim Tasten in krudem Schmerz nach Tag -
Trügerisch die Hoffnung die aus heiterem Licht Blitze lanziert himmelslang
von armseliger Materie flammende Feuer und Tod voll trauriger Blässe besiegen, getäuschte Gewissheiten der Liebe inmitten von Gewalten –
geschützt mein Zagen vor nächtlichem Bangen und boshaftem Zorn, wenn der wirre Herbstwind sich sonnt und deine Lippen erzählen von leichten Märchen –
wenn darbender Duft berührt den Boden und Glanz verlöscht friedlich Laub im Gewölk, himmlische Dörfer bedeckt von durstigem Verlangen im blauen Dämmer, wo aus welkem Gespinst der Nacht dringt dein Antlitz geschmückt mit lebendigem Traum - schleift dein Brautkleid ohne Hoffnung übers Meer und meine Tränen stürzen in glühende Schwerter aus Gold –
sich streitender Atem kreuzend Geschick zwischen engen Räumen und träufelndem Regen verlässt schmerzend mich die Liebe.




© Horst Ditz

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Kommentare (4)

...zeigt durch poetische Vergleiche mit der Natur, wie zum Beispiel dem Wind, den Blättern im Herbst oder dem Meer einen spannenden und tragischen Verlust der Liebe. Ich habe beim Lesen zeitweise die Luft anhalten müssen, vor Ergriffenheit. Du hast Dein Gedicht mit wortgewaltigen Eindrücken geschrieben. Phantastisch!

Ich bin schwer beeindruckt. Danke, lieber Horst.

Liebe Grüsse
von Deiner Freundin Sigrun
pelagia was wir in den Taschen unseres Lebenskleides mit uns tragen an Glück und Schwermut.
Kostbares Lauschen und Teilhaben. Danke Dir.
marlenchen Trügerisch die Hoffnung die aus heiterem Licht Blitze lanziert,Tränen stürzen in glühende Schwerter aus Gold,schön-auch die Gleiderung hat mir gefallen,lieb Horst wunderschön,liebste Grüße von Marlenchen


.. habe ich deine Gedanken gelesen. Ihre Melancholie spricht mich total an. Alles andere schrieb ich dir in einer PN.

Glückwunsch, wie du diesen Moment aus äußerem Sein und deiner innerlichen Empfindung eingefangen und verbunden hast.

Lieber Gruß
Regina

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