Ich bin der Löwenzahn mit meinen Blüten


[/b]Ich bin der Löwenzahn mit meinen Blüten..
und erzähle euch von meinem Leben .


Durch einen Windhauch flog ich durch die Luft und landete hier auf dem harten Steinboden. Was soll ich nun hier zwischen den Steinen? Ich hatte meine Frage noch nicht gestellt, da kam eine Ameise zu mir, und beruhigte mich. Du bist ein kleines Samenkorn , dich hole ich zu mir mitten in meinen Ameisenhaufen. Da liegst du dann warm und wirst von allen Ameisen verwöhnt.
Es wird dir nicht an Wasser und Boden fehlen, denn wir sind ein fleissiges Völkchen, und haben bei Tag und Nacht keine Ruhe.
Wie gesagt, so auch getan--- es dauerte nicht lange, und ich lag warm und geborgen zwischen der Ameisenfamilie. Ich wunderte mich , wie man mich versorgte. Mein Halm oder auch mein Stängel-- genannt , wurde in kurzer Zeit gerade, und stark. Denkt euch, ich wuchs sogar zwischen den Steinen nach oben, und sah den Himmel. An meinen geraden Stängel kamen dunkelgrüne gezackte Blätter.

.Als ich einige Zentimeter hoch gewachsen war, bekamen meine Blätter in der Mitte einen starken Stiel. An diesem Stiel wuchsen einige Blüten.. Diese goldgelben Blüten
hielten bei Nacht alle Blüten eng zusammen.
Ich staunte über mich selbst , denn bei Tag gingen alle Blüten wie eine offene Hand auseinander. Meine Blüten sahen wie ein Blütenteller aus. Ich leuchtete weit in die Ferne .
.
Als aber mit jedem Tag noch mehr Blüten an meinen Stängel kamen, da trug ich meinen Kopf noch höher.
Nach kurzer Zeit bekam ich Besuch , nicht nur die Ameisen lockerten meine Wurzelerde , sondern auf meinen gelben Blüten landeten viele Bienen und Hummeln, die sich viel zu erzählen hatten .
Zuerst erschrak ich ,als sie sich auf meine Blüten setzten,, Aber dann merkte ich das der kleine Dorn meinem Blütenstängel gut tat. Die Bienen brachten mir etwas---aber nahmen auch von mir etwas mit.
Mir blieb es ein Geheimnis was mit mir geschah.

Als ich eines morgens wach wurde ,war meine gelbe Blütenpracht nicht mehr zu sehen.
Auf dem früheren gelben Teller bildeten sich kleine Bläschen ,die aussahen wie kleine Faltschirme.
Ich fragte mich ,was das wohl jetzt bedeutete.?
Da kamen die vielen Ameisen angelaufen , eine nach dem anderen in Reih und Glied ,und riefen mir zu, du bist jetzt eine Blüte mit vielen hundert kleinen Faltschirmen .Bald ist dein Zeit bei uns hierzu Ende , und du wirst in die weite Welt fliegen.
Ich ,ich soll fliegen ? Wie soll das denn vor sich gehen.?
Warte ab, wenn bald der Herbstwind übers Land weht , dann nimmt er alle deine Faltschirme in die weite Welt mit.

Und was wird dann aus mir ? Habe keine Angst riefen die Ameisen, Du , du hast so schöne grüne Blätter, dich holt dann der Bauer, der nimmt dich in seinen Stall mit, und du erfreust mit deinen grünen Blättern die Kaninchen.

Über Nacht zog der Herbst übers Land. Der Wind wehte über meine , kleinen Schirmchen , die bewegten sich hin und her. Eine Unruhe war auf meinem Stängel, und mit einem Windstoss erhoben sich hunderte kleine Faltschirme ,die in alle Richtungen flogen.
Ich rief ihnen nur noch nach, Lebt wohl, macht es so wie ich , Erfreut euch an euren Blüten, und weint nicht ,wenn eure Blüten in die weite Ferne fliegen.
Weg waren sie.
Stolz stand ich nun da, wenn ich auch allein war, so war ich wirklich stolz soviel Faltschirmchen in die weite Welt fliegen zu sehen.
Hurra riefen die kleinen Schirmchen sich zu. Wie schön ist doch die Welt. Fliegen wir eben so weit , wie der Wind uns mitnimmt. Ganz in der Nähe landeten schon einige Schirmchen , setzten sich auf den Kopf einer Kuh. Kitzelten sie auf der Nase, und weiter wehte der Wind sie in alle Richtungen.
Die grosse Löwenzahnfamilie vermehrte sich in Gärten, Felder, Wiesen, an Flussrändern und auch auf Dächer. Ihre gelbe Blütenpracht leuchtet überall. Wo sie zu sehen waren, verkündeten sie mit ihren Blüten….Wir sind die Grosse Löwenzahnfamilie.
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Kommentare (2)

tilli † Man liest und wird bescheiden. Jeder wird auf seine Weise diese Darstellung von dir so schön poetisch beschrieben empfinden. So wie im Leben gibt es viele Momente in den man sich bewusst wird,das jeder den Weg gehen muss das im das Schicksal vorgesehen hat. Jeder Korn wird dort fallen, wo er sich wohlfühlt und es so bestimmt ist.
Danke Ruth und viele Grüsse Tilli
meli wie zauberhaft beschreibst Du den Weg des Lebens anhand eines Löwenzahns.
Ja, so ist es - auch unsere Kinder gehen ihren Weg. So, wie der Löwenzahn den kleinen Schirm zum Fliegen mitgibt, versuchen wir ihnen den Weg ins Leben zu ebnen und das nötige Rüstzeug mitzugeben.
Ein Segen ist es, wenn es klappt.
Danke fürs Lesen!
Liebe Grüße schickt Dir
Meli

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