Ich möchte heute kein Lehrer sein.



Ich möchte heute kein Lehrer sein.

Ich habe als alter Mensch nur noch Enkel
um mit ihnen kindlich vertraulich zu reden ,
wenn sie auf Besuch zu mir wieder kommen
und ich locker mit ihnen pallavern kann.

9, 12 und 13, ein Alter voll Aufblick
und voll unverdauter Information.
Wie steht ihre Schulbildung zur Aufklärung,
zur Gesellschaft mit all ihrem Wirr-Warr?

Der Kleine kam jetzt mit dem Auftrag nach Hause,
Eltern sollten die Sexualaufklärung vorbereiten
zur professionellen Handhabung in der Schule.
Skurriles Kinderwissen schon mal beheben.

In der Schule wird selbst ein Kondom vorgeführt,
die Hormon-Pubertät konkret angesprochen.
Und siehe, die Kinder sind ernsthaft dabei,
zumeist sogar ohne Kichern und Floskeln.

Die Große mit 13 als Austauschschülerin
sieht die Schlachtfelder, wo man sich just noch mordete.
Weiß mit ihrem beschränkten Sprachschatz
schon echte menschliche Brücken zu bauen.

Sie sieht auch die Schulstreiks an Freitagen heute,
sie fühlt Erdproblematik nicht nur am Smart-Phone.
Sie bekommt schon ein Gefühl, dass im Staate
trotz erdrückender Information man bestimmen kann.

Sie freut sich, mit 16 dabei sein zu können.
Die Freitagsdemos ihrer Mitschüler „versteht“ sie.
Wir schauen auch, wie man Dogmatik verweigert.
Wie anders doch als zu „unserer Zeit“.
 


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Kommentare (4)

werderanerin

Habe ja auch Enkel, die im ähnlichen Alter sind und es gibt schon auch noch Unterschiede untereinander , ganz klar für mich.

Durch die heutigen, digitalen Zugänge wachsen die Kinder ganz anders auf und haben schon in ihrem, jungen Leben unglaublich viele Inputs...die manchmal sicherlich schwer einzuordnen sind. Daher spielen auch die Eltern, Großeltern und natürlich Lehrer eine hervorgehobene Rolle.

Meine Große ist fast 14 und wohl schon lange aufgeklärt..., ich denke, da braucht es kaum noch die Eltern, sie klären sich untereinander, mithilfe des Netzes auf.

Wichtig ist aber, sie dabei zu begleiten und so manches richtig zustellen, finde ich. Man darf sie nicht allein lassen und der Draht sollte nie gekappt sein !

"Ich möchte heut kein Lehrer sein"...weiß ich so nicht... aber schwer ist es allemal, man braucht ja nicht nur ein "dickes Fell" sondern vor allem auch psychisches Feingefühl , Ausdauer und einen langen Atem.

Kristine
 

Manfred36

Die Sexualaufklärung reicht ja auch tief in das Familiäre hinein. Da ist m.E. die Oma/Opa-Ansprechebene nicht unbedeutend, weil der emotionale Abstand größer ist. Auf dieser Ebene sind die Medien eher schädlich (Pornos). 

wolke07

hallo Manfred,schön wieder von Dir zu lesen--
Ja die Enkel,sie bekommen mehr mit,als wir damals--
Es gab keine Sexualaufklärung,abr dafür Handarbeitsunterricht,was habt Ihr da als Jungen gemacht ,fragt Gisela

Manfred36

Im Handarbeitsunterricht haben wir viel gemacht: Werkeln, Malen, Stricken und Häkeln (konnte ich schon von Zu Hause). Um die Sexualaufklärung haben sich die Lehrer natürlich alle gedrückt; es gab auch keine Bücher.


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