Im Hagebuttenteealter


Zipperlein

Irgendwann muss man den Tatsachen ins nackte, brutale Auge blicke, ich bin im Hagebuttenteealter. Das merke ich daran, dass ich keinen Sekt mehr vertrage, der Magen! Bier schmeckt auch nicht mehr. Von Äpfeln bekommt man Sodbrennen und fettes Fleisch, nee, geh mich wech. Der Körper macht vor allem morgens zicken. Erst einmal die Knochen sortieren und ganz langsam aufstehen, nur nicht hetzen.
Irgendwann kommen wir nicht mehr so gut in die Gänge.
Die Dinge, die wir noch mit dreißig spielend erledigten, die überlegen man sich dann noch einmal schnell, jenseits der fünfzig. Muss ich das wirklich machen, oder suche ich mir einen anderen der das erledigt?

Steine schleppen damals bei der Bauerei, kein Thema. Heute Steine schleppen, das geht, aber am nächsten Morgen können wir uns nicht mehr bewegen, jeden Knochen spüren wir danach. Der Körper signalisiert: „Biste eigentlich bekloppt? Weißt du Mensch eigentlich wie alt deine Wirbelsäule ist?“
Bist doch kein junger Hüpfer mehr, deine arme Wirbelsäule.
Wenn nichts schmerzt, dann nehmen wir es auch nicht wahr, aber wehe die Knochen schmerzen, dann kennen wir jeden Einzelnen davon.

Wissenschaftler behaupten, dass die Wirbelsäule des Menschen nur für dreißig Jahre konzipiert ist.
Ich glaub so ist es.

Jenseits der Fünfzig wird es deutlich, morgens wenn die Knochen erst einmal eingelaufen werden müssen.
Hier knackt es, dort zwickt es....

Nachts schlafen die Arme ein, nicht nur der Rest des Körpers, nein auch sie.
Kaffee am morgen, bitte nicht, der Magen er übersäuert.
Früher drei Tassen Kaffee, drei Rothändle oder Gauloise dazu, das war einmal.
So sah das Frühstück in früheren Zeiten aus.

Heute gibt es einen Hagebuttentee, eine Scheibe Vollkornbrot mit Quark dazu, gesund eben.

Ein Notizblock lebenswichtig, weil wir alles vergessen. Ich persönlich schreibe mir alles auf, sonst ist es weg. Freunde verzweifeln schon, weil ich so vergesslich bin.
Mein Filofax, mein Retter in jeder Lebenslage.

Das Gehör geschädigt von den vielen Disconächten, die Augen auch nicht mehr das was sie mal waren.



Ich zitiere die Opinio-Autorin Tietze Linskens


Sie schrieb:

„Die Frau im „besten Alter“ strahlt vor Selbstbewusstsein wie ein wundervoller geschliffener, lupenreiner Diamant.“

Ähm, ja. Einige, aber nicht alle!

Das Frischhaltegen?
Das habe ich auf jeden Fall nicht!

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Kommentare (1)

ehemaliges Mitglied
Liebe Monique,

geht es uns allen nicht ähnlich? Tage, an denen man sich wie eine Greisin fühlt und auch so ausschaut (schauder) und an anderen Tagen, wo man sich wie eine junge Hüpferin fühlt und auch fast so aussieht (schmeichel).

Genauso ist es mit den Bewegungen. Manchmal höre ich es überall knacken, dann wiederum bin ich froh, wenn ich überhaupt etwas höre. Naja, was soll ich sagen? Wichtig ist doch, dass wir noch im Herzen jung bleiben, stimmt`s?

Viele Grüße
an die junge Hüpferin Monique
von Deiner Freundin Sigrun

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