Im Nebel



Im Nebel

Im Nebel tappst ein Punkt daher,
im triefend grauen Wolkenmeer;
du weißt nicht, was das wohl mag sein,
und fühlst dich unsagbar allein.

Ist es ein Tier, ist's Rübezahl,
ist's nur ein Busch, ist's ein Schakal,
ist es ein Geist vielleicht sogar,
es sträubt allmählich sich das Haar.

Jetzt gehst du langsam, Schritt für Schritt,
nimmst alle deine Ängste mit;
es lichtet sich und strahlt dich an,
es ist Herr Maier von nebenan.

© Clematis

14. 12. 2015


 


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Kommentare (15)

D. Hoffheinz

So tappte auch er im Nebel hin oder her
Du hast ihn erkannt, als der Nebel wich. Kein Geist, Kein Schakal, keine Angst: ein bekanntes Gesicht. Das strahlt dich an, das sträubende Haar legt sich wieder über dein Gesicht. Der Nebel lichtete sich: ein freundlicher Mann schaut dich an.
Es grüßt   aus dem Wolkenmeer der Ferne Henricus euch gerne.

Clematis

@D. Hoffheinz  

Henricus, sei gegrüsst.
Wie schön, dass Du durch den Nebel hierher gefunden hast.

Und DANKE auch fürs Herzle.

Ingeborg


 

Clematis

Tulpenblüte
Muscari
HeCaro
Humorus
Syrdal


ich freu mich sehr an Euren Herzchen und
bedanke mich mit Herzlichem Gruß

Ingeborg

 

Rosi65

Ha,ha, ha, liebe Ingeborg,

Ähnliches ist mir auch mal passiert. Allerdings ohne Nebel, als ich mal am späten Abend noch etwas aus meinem Auto holen wollte. Der buschgesäumte Weg zur Straße war stockdunkel, denn die Straßenlaterne war wohl defekt. Kurz vorher hatte ich noch einen gruseligen Thriller im TV gesehen. Mit den Gedanken noch ganz gar mit dem Filmgeschehen beschäftigt, erahnte ich plötzlich eine Bewegung vor mir. Kein Geräusch...nichts. Brrr-Gänsehaut pur! Ich bin trotzdem weiter gegangen. "Guten Abend", sagte plötzlich eine Männerstimme zu mir.
Erleichtert erkannte ich einen Nachbarn mit einer Aktentasche in der Hand. Er kam wohl gerade von der Mittagsschicht nach Hause.

Herzlichen Gruß
 Rosi65

Clematis

@Rosi65  

Liebe Rosi,

hab Dank für Deine nette Kurzgeschichte.
Jau! ist ja nochmal gut gegangen.

Dir allzeit einen netten Nachbar oder Freund,
falls mal wieder Unklarheit herrschen sollte.

lieben Gruß
Ingeborg

 

Humorus

Liebe Ingeborg, ich denke es gibt bestimmt viele solcher "Nebelmomente", wie Du sie gut beschrieben hast im Leben von uns. Schön ist es dann aber immer , wenn sie sich in etwas angenehmes und schönes auflösen.

Lieber Gruß vom Klaus

Clematis

@Humorus  

Guten Morgen lieber Klaus,

ja, Du hast die kleine Philosophie dahinter erfasst.

Dir immer einen klaren Durchblick, lieber Klaus!

Grüssle
Ingeborg

 

Manfred36

Und trotzdem ist ein Nebel auch schön.
Du musst nicht immer die Wirklichkeit seh'n.
Lass dich doch einhüllen, auftauchen sachte,
was alles im Leben dir Ängste machte.
Und Freude !

Clematis

@Manfred36  

Strahlender Sonntagmorgen, lieber Manfred!

Ich grüsse Dich herzlich und bedanke mich ebenso, denn Du hast natürlich Recht.
Der einhüllende Nebel kann sehr beglückend sein, er wirft uns auf uns selber und da gibts ja auch einiges anzuschauen, gell.

Lieben Gruss zu Dir
Ingebog

 

Roxanna

Bei deinem Gedicht, liebe Ingeborg, muss ich doch gleich an den Hesse denken mit seinem Gedicht "Im Nebel". Wie Ingrid schon geschrieben hat, es ist beängstigend, wenn einem die Sicht genommen wird und wie sie habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, wie viel Vertrauen muss wohl ein erblindeter Mensch haben, dass er sich überhaupt auf die Straße traut. Und auch nie jemand anderem ins Gesicht schauen zu können, stelle ich mir schwer vor. Wie wichtig doch unser Sehen ist, damit wir uns in der Welt zurechtfinden. Gott sei Dank löst sich jeder Nebel auch wieder einmal auf. Aber, wenn ich da an den November denke, in dem er manchmal tagelang herrscht, da muss man schon gut auf sein Gemüt aufpassen. Noch haben wir aber ein wenig Zeit, es ist ja erst August Lachen.

Herzliche Grüße
Brigitte

Clematis

@Roxanna  

Liebe Roxy,

für uns isr es nicht vorstellbar, blind zu sein. Doch die Blinden haben andere Sinne überscharf ausgebildet, wo wir nur staunen können.

Noch haben wir August, noch sehen wir, wenn auch mit Brille. Da merken wir auch wieder, was unsere Seh-Hilfen uns wert sind.

Und dan sind wir wieder mal dankbar.

lieben Gruss zu Dir aus meinem erwachenden Garten,
hab dort wieder gefrühstückt, in Wolldecken gehüllt.

Ingeborg
 

indeed

Liebe Ingebdorg,

du erinnerst mich gerade an eine Begebenheit, ist schon sehr lange her, da habe ich einen Nebel erlebt (Silvesternacht), wo man wirklich keine zwei Meter weit sehen konnte. Wir wären fast im Zaun gelandet . . . (mit dem Auto. Auf der Hauptstraße konnte man dann ein wenig mehr sehen.

Aber noch zurück zu deinen Gedanken. Wenn wir nicht sehen können, nicht abschätzen können was auf uns zukommt oder wohin man gerät, dann stellen sich automatisch Ängste ein. Die Erleichterung findet sich, wenn man an einen Punkt gerät, der einem bekannt ist.
Ich frage mich nun, welches Vertrauen Blinde haben, wie ausgeprägt müssen die anderen Sinne sein, um keine Angst zu bekommen . . . ein sehr schwieriges Thema. Jedenfalls habe ich einen Riesenrespekt vor diesen Menschen, die oftmals soviel Charisma haben. . .

Ein schönes Wochenende für dich und sei lieb gegrüßt von
Ingrid

Clematis

@indeed  

Liebe Ingrid,

wie schön dass Du da warst und erzählt hast.

Ja, und die Blinden, mit ihren verfeinerten anderen Sinnen. So ein Leben, das bleibt uns verschlossen. Aber wir können Anteil nehmen.

Dir allzeit gute Sicht, liebe ingrid
und einen herzlichen Dank und Gruß

Ingeborg

 

ladybird

Liebe Ingeborg....
puh...ich bin mit Dir( und die Luft anhaltend)durch den Nebel getastet.....
und jetzt kann ich wieder ausatmen und natürlich Lachen.....
voll Spannung und voller Erlösung am Ende
gefiel mir Deine Idee
mit Gruß von
Renate

Clematis

@ladybird  

Liebe Renate,

wie schön, dass Du mich begleitet hast.
Wir würden angstfrei zusammen durch den dicksten Nebel gehen, das weiß ich.
Mein kleines Gedicht ist ja schon älter, vielleicht hab ichs auch schon mal gezeigt, aber als ich bei Pixabay das Foto sah, das so gut passt, hats doch auch wieder seine Richtigkeit.

Grüssle an den Dom und an Dich
Ingeborg


 


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