Tre cime di lavaredo--Dreizinnen, eine Wanderung !
Von der letzten Woche im September bis Mitte Oktober 1991 war ich mit einer Bekannten in Sexten, Südtirol. Das Dorf liegt im Pustertal, 960m hoch. Meine Bekannte, über 20 Jahre älter wie ich. wollte noch einmal dahin. Sie war da schon einige Jahre Witwe und wollte nochmal an den Dreizinnen wandern, sie war oft mit ihrem Mann dort gewesen. Erst hatten wir vor, in Misurina, direkt unter den Dreizinnen zu logieren, aber September und dann noch 2 Wochen im Oktober, das war mir wegen einem eventuellen Wintereinbruch zu riskant. So nahmen wir zwei Zimmer in Sexten, mit Frühstück, sehr sauber und auch preiswert. Und als Ausgangspunkt für schöne Wanderungen ideal. Die Dreizinnen hätten wir von dort aus auch erwandern können, aber das Alter meiner Begleiterin liess uns nach einer anderen Lösung suchen. Die Hauswirtin empfahl uns eine Bustour über Bruneck nach Misurina und von dort , mit etwas Aufpreis nach der Auronzo-Hütte. Dann zu Fuss über den Lavaredoweg zur Lavaredo-Hütte, das wäre ein breiter Weg, mit Jeep führen Grenzsoldaten da rum. Und von dieser Hütte über den Paternsattel zur Dreizinnenhütte. Da kämen wir an den drei Felsen vorbei, könnten dort Rast machen und anschliessend über den Pfad , der ins Fischleintal führt , absteigen.
So machten wir uns denn um 7 h morgens auf den weg zum Bus. Unterwegs spielte der Fahrer für uns beide Deutsche, alle anderen Passagiere waren Italiener, nur deutsche Lieder und welche von Andreas Hofer. Die Italiener motzten, der Fahrer hielt an,öffnete die Türen und meinte, sie könnten ja gerne hochlaufen, er wäre Deutscher und spielte , was er halt hätte. Ich bekam schon Angst, zu der Zeit gab es immer noch Kämpfe in Südtirol, aber alles ging friedlich ab. An der Auronzo-Hütte stiegen wir aus und liefen dann 1,5 std. bis zu den drei Felsen, vom Weg aus sehr imposant, und dann noch mal eine Stunde bis zur Dreizinnen-Hütte. Frau R. ging über den Alpinisteig, ich unten auf dem Fahrweg. Frau R. half jungen Leuten über die Leitern, die dort überquert werden müssen. Ich fiel auf dem schottrigen Weg hin und hatte ein blutiges Knie und ein Loch in der Hose. So geht es manchmal, eine riskiert was und es geht gut aus, die andere ist vorsichtig und fällt auf die Schnauze. Unterhalb der Hütte ist ein kurzer Klettersteig, den bin ich dann hochgekrabbelt und oben von einer Kompanie italienischer Grenzpolizisten das letzte Stück hochgezogen worden. Alles Kavaliere, aber sehr kleine Männer, ich bekam gleich Wein von denen zu trinken. Als Belohnung???
In der Hütte trafen wir überraschend Bekannte aus Köln, es gab ein grosses Hallo. Aber dann, eine Suppe essen und etwas trinken, dann ging es den Pfad nach unten runter, der ist so steil, ich klammerte mich an die Latschenkiefern rechts und links. Dann waren wir endlich, verschwitzt aber heil unten. Da lagerte eine kleine Herde Kälber, Frau R. hatte immer Angst vor Kühen , ich musste vorgehen und lachte, sie war ein Held am Berg aber vor diesen lieben Viechern hatte sie Angst, es war zu lustig. An der Hütte im Fischleintal wartete schon unsere Hauswirtin, die wegen Frau R. besorgt war. Aber ausser meinem blutigen Knie war alles ok. Das ist schon lange her , schade !
Es grüsst Euch Euer ehemaliger Bergfex luzi

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Kommentare (4)

Komet sehr schön, hast Du uns Deine Wanderung beschrieben.
Als ich das letzte Mal 2010 dort war, lagen die drei Zinnen im Nebel. Aufgenommen vom Misurina See und in Sekundenschnelle waren sie wieder im dichten Nebel verschwunden.


Danke für Deinen schönen Bericht.
Komet
ladybird Meine Erinnerung an diese Wanderung, wurde durch Deine Schilderung wieder "plastisch", am Wanderweg von Sexten, wo wir öfters wohnten, arbeiteten die Südtiroler Kinder mit ihren blauen Schürzen und bettelten um "Zuckerln"..
es war recht anstrengend, da wir als Familie gingen.
Oben, vor dem großen Platz vor der Hütte, dahinter die
DREI ZINNEN, erlebten wir eine Messe oder Gottesdienst.
Unsere Kinder amüsierten sich zwar über den Pastor in Bergstiefeln.
Wir hatten ein besonderes Erlebnis.
Danke fürs diese berührende Erinnerung,
herzlichst Ladybird
luzi sexten(luzi)
finchen so ungefär bin ich die Strecke früher auch mal gegangen.
Die Orte sind mir nicht mehr so geläufig- doch wenn ich an die drei Zinnen denke, dann zucken bei mir die Wadenmuskeln.
Trotz Übung hier im Alpenland, jedes Wochenende auf irgendeiner Hütte - doch den Dreier schaffte ich nicht.
Ich hatte aufgegeben- ein schlechtes Signal- aber man soll auf seinen Körper hören..........ich ließ es einfach und war trotzdem glücklich.
mit jolohodaei-Grüßen
Dein Moni-Finchen

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