Jonas und die Regentropfen




Regentropfen erfüllen Wünsche? Gibt es denn so was?
Ich hab’s noch nicht ausprobiert, aber Jonas behauptet das in dieser Geschichte.
Na neugierig geworden, dann hört zu.

Eigentlich ist Jonas kein besonderer Junge. Er ist einfach nur gut gepolstert an den meisten Stellen. Viele sagen er ist zu dick.
Er ist neun Jahre und geht in die dritte Klasse. Die Kinder aus seiner Klasse wollen nicht mit ihm spielen, weil er für einen Fußballspieler zu langsam ist. Mutti, Vati, Oma, und Opa sagen es ist nicht so schlimm, du wächst ja noch und dann verschwinden die Polster.
Jonas ist trotzdem traurig, denn bis dahin dauert es ihm noch viel zu lange. Außerdem wissen die Erwachsenen auch nicht immer alles.
Er wünscht sich jetzt Freunde und ist traurig, weil er keine hat.
Gut rechnen und lesen kann er, aber eben nicht schnell rennen. Jeden Tag erzählt Jonas seinem Hasen Felix wie schlimm es in der Schule war. „Heute hat wieder keiner mit mir gespielt, sie haben mich ausgelacht, weil ich nicht rennen kann. In der Sportstunde habe ich auf der Bank gesessen und geschnauft, weil ich nicht mehr konnte.
Alles war schlimm, dabei weint Jonas ganz doll. Felix, der Hase hat aufmerksam die Ohren gespitzt. Plötzlich wackeln die langen Dinger, die Nase hebt und senkt sich. Er spricht, ganz deutlich, wie ein Mensch: „ Jonas, bring mir `ne frische knackige Möhre, dann verrate ich dir ein Geheimnis.“
„Waaas, waaas ?“ wundert sich Jonas,
„ was hast du gesagt und warum kannst du überhaupt sprechen.“ „Frag nicht so viel, hol mir die Möhre, wenn ich dir helfen soll“,
wiederholt Felix energisch. Wie im Traum wandelt er in die Küche und sucht die schönste Möhre die er finden kann. Dabei schüttelt er immer wieder den Kopf. Nein, so was, mein Hase kann sprechen, das glaubt mir keiner. Er gibt dem Hasen die Möhre und mit einem Schnurbs hat der sie verschlungen.
„So Jonas, mach es dir bequem, und hör mir zu.“
Jonas rückt sich das große Kissen zurecht und spitzt die Ohren.
„Es gibt Regentropfen, die Wünsche erfüllen können.“ spricht der Hase. „Du bist n’ Notfall, keiner will mit dir spielen, nur weil du so langsam bist. Du darfst das Tropfengeheimnis aber niemandem erzählen. Schaffst du das?“ fragt Felix.
„Na klar, mit mir spricht so wieso keiner. “
„Na gut, dann pass auf. Wenn es regnet, schleichst du dich
barfuß heimlich vor die Tür. Paß auf, daß dich keiner sieht.
Dann wartest auf große bunte Regentropfen. Sie sehen aus wie Seifenblasen. Drei davon werden auf deinen Füßen zerplatzen, dann hast du einen Wunsch frei. Überlege deinen Wunsch ganz genau.
Ich weiß nicht, warum drei Tropfen für einen Wunsch nötig sind, aber es ist so.“ zwinkert ihm Felix zu.
„Hm, und das funktioniert wirklich?“
Na gut, versuchen kann ich es ja mal, denkt er.
Drei Tagen dauert es bis sich schwarze Regenwolken zeigen.
Aufgeregt hüpft und springt Jonas durch alle Zimmer und singt:
„Jetzt kaaahan ich’s ausprobieren, hurra, hurra, gleich sind die Tropfen da.“
„ Was ist mit dem Jungen los, warum freut er sich auf den Regen?“ Jonas, was willst du ausprobieren?“ fragen erstaunt die Eltern.
„Ach nichts, ich freue mich nur“, sagt Jonas erschrocken.
‚Oh, Oh, Oh! Das ist noch mal gut gegangen denkt er erleichtert. Er steht am Fenster, beobachtet die schwarzen Wolken, aber es regnet nicht. Traurig und müde legt er sich ins Bett und schläft sofort ein. „Du mußt Geduld haben, es regnet sicher gleich“, tröstet ihn sein Hase. Aber Jonas schläft bereits tief und fest.
Plötzlich wecken ihn dicke Regentropfen, die wie eine Melodie an die Fensterscheibe trommeln. Glücklich darüber springt er aus dem Bett und dann auf die Straße. Er ist schon tropfnaß, als plötzlich die bunten Zaubertropfen auf seine Füße springen.
„Boah, boah,!“ Der Hase hat recht. ‚Oh Gott, was wünsche ich mir nur.’ Zweimal hat es schon Bing! gemacht.
Schnell, schnell denkt Jonas aufgeregt:„ Ich will der Beste sein beim Rennen.“ ruft er.
Im Kinderzimmer sucht er Felix, seinen Hasen: „Es sind wirklich die Tropfen gekommen und sie sind auf meinen Fuß gesprungen.“
Bei der nächsten Sportstunde werde ich merken, ob du die Wahrheit gesagt hast. Zur Belohnung holt Jonas noch eine Möhre für seinen Freund.
Am Morgen staunt Mutti:„He, was ist los, du bist ja heute so schnell. Da wird dein Tag bestimmt schön.“
„Ja, ja, sicher“, Jonas steckt noch mal den Kopf ins Kinderzimmer und zwinkert Felix zu.
„Du schaffst das“ sagt er und wackelt mit den Ohren.
Heute ist Montag, der beginnt mit der Sportstunde. Bei unserem Sportlehrer Herrn Renner, müssen wir uns immer einige Runden warm laufen.
Leicht wie eine Feder übernimmt Jonas die Spitze beim Laufen, alle staunen. Glücklich denkt er dabei an seinen Hasen und die Zaubertropfen. Nach der zweiten Runde fällt ihm das Laufen aber schwerer, was ist nur los, warum läßt der Zauber nach?
Er ist wütend auf den Hasen, die Regentropfen und überhaupt auf alles. Kevin will ihn in seine Fußballmannschaft aufnehmen.
„Du warst heute klasse Jonas, willst du in meiner Fußballmannschaft
mitspielen? Wir brauchen schnelle Leute. Du kannst Stürmer werden.“ sagt er.
„Bist du verrückt, nur weil Jonas einmal schnell gerannt ist.“
Phhh! Den Dicken können wir als Ball benutzen, aber nicht als Stürmer.“ lachen Jakob und seine Freunde.
‚Blödmann’ denkt Jonas wütend und geht.
Zu Hause schließt er sich in seinem Zimmer ein, ohne es zu wollen
rollen ihm Tränen aus den Augen.
Felix will ihn trösten und fragt: „Was ist denn passiert?
Haben die Tropfen nicht geholfen?“
„Doch, aber nur bei zwei Runden, dann war es vorbei.“ sagt Jonas
traurig.
„Aber es hat doch heute geregnet, ich hab’s doch gesehen“
sagt der Hase. „ Bei Regen funktioniert doch der Zauber, habe ich dir das nicht gesagt?“
„Nein! Dabei hat Kevin mir gesagt, ich darf Stürmer in seiner Fußballmannschaft sein, weil ich heute so schnell gerannt bin und
was mache ich jetzt?“ erzählt Jonas alles weinend dem Hasen.
„Wollen wir auf den nächsten Regen warten?“ fragt Jonas hoffnungsvoll.
„Vielleicht, vielleicht kannst du bis zum nächsten Regen heimlich trainieren? Jeden morgen 10 Kniebeugen und 10 Liegestütze, da kommen Muskeln fast von alleine in Arme und Beine.
Hab’ ich mal gehört, ob’s stimmt, keine Ahnung, aber ein Versuch ist es wert, haste Lust?“ fragt Felix seinen Freund.
„Ach, du erzählst nur Quatsch, davon kann ich doch nicht schneller rennen. Aber wie du schon sagst, probieren ist ja nicht schlimm.“
entgegnet Jonas. Gleich am nächsten Morgen beginnt er mit dem Training. ‚Na so was, staunt Jonas, ist gar nicht so schlecht.’
Kniebeugen sind eigentlich ganz gut, aber die Liegestütze fallen ihm sehr schwer. Jonas schwitzt mächtig dabei und gibt nach der Hälfte auf. Deshalb wünscht er sich immer wieder Regen, aber der Himmel ist blau und leider nicht grau. Also schwitzt er weiter bei seinen Übungen. Er entdeckt vor dem Spiegel kleine Muskeln an Armen und Beinen und verdoppelt seine Anstrengungen.
Aufgeregt ruft er: „Felix, Felix, komm mal schnell, ich hab’ schon Muskeln,.“
„Ja ja, was der Sport alles zaubern kann. Du kannst stolz sein, auf deinen Erfolg.“ sagt der Hase.
„Bestimmt wollen bald alle mit mir Fußball spielen.“ stellt Jonas fest.
„Guck mal Felix, meine Hosen rutschen sogar schon ein bißchen.
Morgen früh schaffe ich vielleicht sogar schon 25 Kniebeugen und Liegestütze. Mir macht die Sache langsam Spaß“ und Felix bekommt seine Möhre.
Wieder ist Montag und es ist ein ganzer Monat vergangen, denn die Kinder hatten Ferien, die erste Stunde ist Sport bei Herrn Renner.
Wir rennen im Kreis wie immer zu Beginn der Stunde.
Stolz kämpft Jonas sich auf den dritten Platz vor. Alles ohne Zaubertropfen, nur ein paar Schweißtropfen rollen über sein Gesicht. Er hat alles alleine geschafft ohne die Zaubertropfen aus der Regenwolke.
„Toll hast du das gemacht Jonas, ich bin überrascht“ sagt Herr Renner.
Ohne Antwort stellt Jonas sich strahlend in die Reihe zurück.
Da kommt Kevin: „Willst du nun als Stürmer in unsere Mannschaft kommen?“
„Du kannst auch bei uns spielen, wenn du willst“ sagt Jacob.
Vor Freude hopst Jonas über den Schulhof und ruft nur:
„Ich bin 14.00 Uhr auf den Sportplatz und dann sage ich euch, wo ich spielen werde.“
Zu Hause im Kinderzimmer drückt er glücklich seinen Hasen.
„Danke Felix, schön daß du da bist. Du hast mir geholfen
Freunde zu finden. Ich bin jetzt Stürmer beim Fußball.“
Mit diesen Worten macht er sich auf den Weg zum Fußballplatz.



Mit lieben Grüßen
von dem Hasen Felix
und velo79

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Kommentare (2)

finchen ...ich will auch so einen Regentropfen...............
hat doch richtig Mut gemacht, wenn es regnet auf die Straße zu gehen.
Bussi Moni-Finchen
Zsuzsannaliliom Hallo Jonas!
Es ist schön, zu einem Freund zuzuhören. Ich gratuliere dir zu deinen Ergebnissen. Ich bin stolz auf dich, wie jede Omas.
Oma Susi

ein schönes Bild(Zsuzsannaliliom)

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