Kater Moritz: Meine Bemerkungen zum Weltkatzentag

Autor: margit

Weltkatzentag, wer braucht denn so was? Für mich ist jeder Tag mein Tag - wichtig und ausgefüllt. Aber nun ja, wenn ihr Menschen so etwas braucht, dann stelle ich mich nicht quer. Also habe ich gestern Abend die WeltkaterInnennacht feierlich begonnen.
 
Schon aus diesem meinem Eingangssatz  könnt ihr ersehen, dass ich mit der gängigen Nomenklatur nicht einverstanden bin. Ihr habt längst den Oberbegriff „Mensch“ eingeführt, der für alle gleichermaßen gilt, für Frau, Mann und all die anderen 32 möglichen Geschlechtsvariablen. Überall wird bei euch peinlich genau auf die Benennung von –er und –innen geachtet und bei unserem Ehrentag vernachlässigt ihr völlig den edlen männlichen Teil unserer Spezies und den traurigen Teil von uns, dem ihr den „er“ vom Kater heimtückisch entfernt habt und die jetzt als Kates ihr Leben fristen und auf die schönsten Genüsse verzichten müssen. Reziprok gilt dies natürlich auch für den weiblichen Teil meiner ArtgenossInnen.
 
Wie ihr sicher auch wisst, beginnt für uns das, was ihr „Tag“ nennt, mit der Nacht. Richtig wäre also die Bezeichnung Welt...nacht. Über die Füllung könnt ihr euch ja mal Gedanken machen. Meine Menschenfreundin Margit hat mir diverse Vorschläge unterbreitet, die zwar gut gemeint sind, aber einfach noch nicht ausreichen, meine Zustimmung zu erlangen. Oder meint ihr etwa, Weltfelidennacht oder WeltstubentigerInnennacht wäre ein angemessener Name? Ganz schlimm wurde es, als sie den Thesaurus der deutschen Sprache zu Hilfe zog und mir Begriffe wie Muschi oder Mieze vorschlug. Könnt ihr euch überhaupt vorstellen, auf welche dummen Gedanken da mancher kommen könnte?
 
Also, auf den Namen kommt es mir gar nicht so sehr an. Bemerkenswert ist für mich viel mehr, dass ihr Menschen inzwischen unseren hohen Wert zu erkennen und zu würdigen scheint. Unangebracht wäre es daher, euch gerade jetzt, wo ein Umdenken stattgefunden zu haben scheint, an die schrecklichen Missverständnisse zu erinnern, mit denen ihr uns in der Geschichte das Leben schwer gemacht habt. Begonnen hatte es ja noch ganz passabel im alten Ägypten damals, als wir göttliche Ehren genossen. Und dies zu vollem Recht! Hatten wir doch maßgeblich Anteil daran, dass sich dort eine Hochkultur entwickeln konnte. Nein, Einspruch dulde ich hier keineswegs, oder glaubt ihr etwa, dass die Ägypter Schrift, Pyramiden und vieles andere auf den Weg gebracht hätten, wenn sie selbst auf Mäuse- und Rattenjagd hätten gehen müssen?
 
Doch möchte ich euch nicht mit einem historischen Exkurs langweilen, sondern ungeachtet aller Widrigkeiten, die unserem Geschlecht auch heute noch widerfahren, euch an meinen Erlebnissen in der heutigen Nacht teilhaben lassen.
 
Begonnen habe ich die Festlichkeiten, indem ich den Mondaufgang bewundert habe. Stellt euch vor, wie feierlich mir zu Mute war. Nach einem Festschmaus folgte ich Margit nach draußen, die schon alles für mich vorbereitet hatte, die Fledermäuse flatterten unerreichbar über die Graslichtung im Garten und weckten in mir süße Jagdfantasien, ab und zu raschelte es in den Büschen und ich hatte derweilen meinen Lieblingsplatz auf Margits Schoß eingenommen, um meinen Pelz pflegen zu lassen. Da sie das ganz gut machte, belohnte ich sie mit einem Schnurren, das ich je nach Genuss an- oder auch abschwellen ließ, um sie so zu den Stellen zu führen, an denen mir das Kraulen besonders gut tat.
 
Ja, und dann war es so weit: Hinter dem Berg wurde der Himmel hell und heller – und dann erschien sie, Frau Luna, mit leuchtendem Glanz und langsam stieg  sie auf  zu strahlend schönem Rund. Damit war meine Stunde gekommen: ich verließ mein behagliches Plätzchen, verschmolz mit den Schatten und widmete mich meinen Aufgaben in der Weltkaterkatzennacht.
 
Euer Moritz


P.S.: Meine Blogbeiträge

P.P.S: Ich, Moritz, im Diskussionsforum

Kommentare (4)

Morchen
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Morchen -

Moin moin, Moritz           na dein Weltkatzentag war ja sehr schön und auch ich habe den Tag genossen ! LG Morchen

chris33
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chris33 -

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Ela48
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Ela48 -

Hallo Kater Moritz,

Du kannst gut erzählen. Hab Dank für Deine Zeilen. Ich möchte immer gestreichelt werden und freue mich über ein gutes Wort. Sehe ich nicht fein aus...?   Ela

Robin1
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Robin1 -



..... um meinen Pelz pflegen zu lassen.


Lieber Moritz, deine Augen schauen derart munter aus deinem Gesicht, dass es eine Freude ist. Aber sag mal, warum magst du nicht dein Fell sondern deinen  Pelz pflegen lassen.
Ich weiß nicht ob man dir das gesagt hat, vielleicht nahm man vorsorglich davon Abstand - aber würdest du deinen Pelz pflegen lassen, dann wärst ja nimmer unter uns.
Und das täte mir, obwohl ich dich ja nicht persönlich kenne, ganz schön weh.

Na, egal - ich seh, dass es dir gut geht und das ist das Wichtigste.

Übrigens ich bin auch bei einer netten Familie und bin ohne großen Stolz nach außen zu zeigen - ein Internationaler Champion (ein cremfarbiger Perserkater) aber ganz unter uns,
von dem Titel, den ich drei mal gewonnen habe, habe ich nicht das Geringste. 
Naja, mein Frauchen trägt die Nase ein wenig hoch aber ich sag ihr das nicht, sonst würden die Leute sagen sie sei hochnäsig.

Grüße von Frederic ...
und bleib gesund!