Auf dem Tisch liegen Fotos,
Erinnerungen an eine Zeit, die schon so lange zurückliegt.
Immer wenn er bei seiner Oma ist, möchte er so viel wissen.
Fragen über Fragen, die natürlich alle beantwortet werden.

Mittlerweile ist er 10 Jahre und so manche Frage hat sich
im Laufe der Jahre wiederholt.
Warum hat Opa immer nur gearbeitet?
War er stark?
Hätte er gerne länger gelebt?

Omas Augen schimmern verdächtig, aber es sind glückliche
Tränen die aus ihren Augen rollen und sie sieht ihren Enkel,
der so viel Ähnlichkeit mit seinem verstorbenen Opa hat an mit
der Gewissheit, dass der Junge sein ganzer Stolz gewesen wäre.
Seine Bewegungen, seine Gesten, seine wachen Augen, alles
erinnert sie an ihn. Später, wenn er erwachsen ist….wie ähnlich
wird er ihm dann sein?

Ganz sicher mein Junge hätte Opa dich gerne kennen gelernt, wäre
gerne mit dir im Wald spazieren gegangen. Ein Taschenmesser, einen
Korb dabei. Frische Pilze sammeln oder einfach nur einen Wander-
stock für dich schnitzen. Quer durch den Wald, nicht auf den Wegen,
immer ein bisschen abenteuerlich, so wie er es schon mit Onkel
Karsten gemacht hat, als er so alt war wie du.
Ja, er hatte viel Kraft, starke Arme, ordentliche Muckies, und die hat
er eingesetzt um das alte Zechenhaus zu einem Schmuckstück zu machen.
Abends, wenn er von der Arbeit kam und an den Wochenenden, und das
dauerte viele Jahre. Nur auf sein Herz, das immer schwächer wurde,
hat er nicht gehört.

Oma, ich möchte mal ganz viel Geld verdienen,
ich will auch ein eigenes Haus haben und ein schnelles Auto.
Aber ich verspreche Dir, ich werde auf mein Herz hören.

Wichtel

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Kommentare (1)

tilli † Immer wieder kommen die Gedanken an die lieben,wenn sie nicht mehr da sind. Deine Worte gehen sehr zur Herzen. Du hast so viel Talent.Ich danke dir.
Tilli

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