Den Städtern ist es kaum bekannt,
das schöne Leben auf dem Land.

Ich bin verliebt in die Natur,
wohin man schaut, Idylle pur.

Die Luft ist sauber, klar und rein,
Abgas und Feinstaub – lieber nein!

Fährt mit dem Bus oder der Bahn,
die man locker erreichen kann.

Lebenskosten sind noch zu ertragen,
kaum jemand muss darob verzagen.

Ärzte sind gleich um die Ecke,
Geschäfte dort hinter der Hecke.

Alten- und Pflegeheim mitten im Ort,
keiner muss deshalb von hier fort.

Und Einsamkeit die gibt es kaum,
kennt man doch jeden – welch ein Traum!

Kultur wird reichlich angeboten,
brauch sie nur für sich ausloten.

Man feiert viele schöne Feste,
verköstigt nur das Allerbeste.

Hausschlachter gibt’s an jeder Ecke,
Landfrauen backen um die Wette.

Ich könnte vieles noch beschreiben,
tausend Gründe hier zu bleiben.

Darüber nachdenkend fällt mir nur ein,
ich möchte niemals „Städter“ sein.


@15.05.2017, Ferdinand

Kommentare (9)

Dnanidref
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Liebe Renate, Kristine und Uschi, Dnanidref -
herzlichen Dank für Eure nachvollziehbaren Aussagen!

Die Bedeutungen von Empfindungen und Glück sind immer individuell, d.h. sie werden von jedem anders ausgelegt und empfunden und verändern sich auch häufig im Laufe eines Menschenlebens, teilweise auch bestimmt durch persönliche Fakten u. a. durch Gesundheit und körperliche Mobilität, durch eigene Ansprüche und Interessen - und nicht zuletzt, manchmal erzwungenermaßen, durch die finanzielle Situation.

So ist die Liebe zum Landleben und Natur auch nicht in jedem gleichermaßen stark verwurzelt - und das ist ja auch gut so. Viele bevorzugen eben das Flair der Stadt und andere brauchen das nicht oder nicht ständig.

Tatsächlich findet man örtlich auch nicht überall - auf die persönlichen Bedürfnisse bezogen - gleichgute Voraussetzungen. Das kann natürlich sowohl für das Stadtleben als auch das Landleben zutreffen. So muss jedes eben auch etwas dafür tun, will er annähernd seinen Vorstellungen, Bedürfnissen und Sehnsüchten leben können.

Und so kann ich auch nur für mich sagen, dass mich meine örtliche Lebenssituation total befriedigt, denn für mich, meine Bedürfnisse und Interessen, passt hier einfach alles! Allerdings noch besser ist oder wird es, wenn man dies mit jemand gleichgesinnten (Partnerin od. Partner) teilen kann.

Ich wünsche Euch allen, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, dass sich auch Eure Vorstellungen und Sehnsüchte erfüllen mögen und grüße Euch herzlichst,
Ferdinand
nnamttor44
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Da ... nnamttor44 -
hast Du schon Recht … lieber Ferdinand, das Landleben hat vieles für sich – wenn man nah genug an der nächsten Großstadt lebt.

Ich hab die meinem jeweiligen Leben angepassten Variationen auch kennen- und schätzengelernt. Heute würde ich am liebsten meine direkt vorherigen Lebensvorteile in mein jetziges Leben integrieren. Aber man kann nicht alles haben.

Viele Punkte der Wünsche eines „guten Daseins“ hast Du in Deinem hübschen Gedicht unter einen Hut gebracht. Danke

Uschi
werderanerin
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Lieber Ferdinnand... werderanerin -
Wenn man so zurückschaut, weiß man, wie sich Sichtweisen in einem leben ändern können...ist man jung und fit, zieht es einen in die Großstädte, was ich verstehen kann, denn nur dort "tobt der Bär"..., hat man dann irgendwann Kinder, überlegt man, wo man gut leben könnte und da die Mietpreise immernoch explodieren..., sich die jungen Familien diese oft nicht mehr leisten können, zieht man ins Grüne in die Speckgürtel...wichtig sind dort aber vor allem die sozialen Strukturen, wie genügend Kitas, Schulen...meistens sind es Städtchen, die sogar eine DB Anbindung haben und es leichter machen, in die Arbeitsstädte zu pendeln.

Ist man älter, vielleicht sogar im Ruhestand, sind andere Dinge, wie Ärztehaus, gute Einkaufsmöglichkeiten und der ÖPNV sehr wichtig.... alles bekommt man nie unter einen Hut, muss ggf. sich dazu entschließen, nochmal woanders neu anzufangen.

Ich lebe in einem Brandenburger Städtchen, was alles hat, was man zum Leben benötigt...brauchen wir mal Spopping oder Kultur, setzen wir uns in den Regio und sind innerhalb von wenigen Minuten in Potsdam oder in ca. 35 Min. in Berlin, besser geht kaum...aber man kann aus der hektischen Stadt auch wieder...zum Glück...zurück ins Grüne !

Kristine
ladybird
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auch wenn ich hinterher hinke:lieber Ferdinand ladybird -
möchte ich mich doch noch "einreihen" in diese Sichtweiten, bzw. zu Deiner "Gedicht-Idylle" etwas beitragen.
Ich lebe im "Speckgürtel" einer Großstadt und habe das große Glück, hier ist alles, wie Du es beschreibst. Das Wichtigste: alle Arzte+Fachärzte, wie Institute sind für mich fußläufig zu erreichen, wie auch Einkaufsmöglichkeiten und Biergärten, Cafes und sogar die Kirche!! Meine Verbindung zu meiner Stadt sind 5 Minuten Gehweg zur Haltestelle und 25 Minuten Fahrzeit.Ich empfinde eine echte Wohnqualität ganz im Grünen und doch nicht ganz abseits, eigentlich bin ich nämlich eine "Stadtmaus"
für Deine "Landliebe", die ich mit Freude gelesen habe dankt herzlichst ladybird
Dnanidref
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herzlichen Dank "Syrdal", Angelika, Kristine und "Federstrich" Dnanidref -
für Eure sehr aussagekräftigen und nachvollziehbaren Kommentare!

Auch ich habe einen Teil meines bisherigen Lebens (8 Jahre) in Frankfurt (Main) gewohnt – eigentlich einer recht „grünen“ Stadt. Bin auch heute noch wöchentlich 2 – 3 Tage die Woche berufsmäßig im Rhein-Main-Gebiet unterwegs.

Allerdings bewerten wir, jeder für sich, seine Aussagen nach Alter, Interessen, nach Intaktheit des jeweiligen örtlichen Umfeldes und im Einzelnen auch nach seiner Lebens- und Gesundheitssituation.

Hierbei habe ich das Glück, im Hauptort einer sehr aktiven und intakten Großgemeinde zu wohnen, mit sehr guter Verkehrsanbindung (Bus, Bahn und Auto), guter bis sehr guter ärztlicher, fachärztlicher und fachklinischer Versorgung, aber auch Natur pur im Umfeld. Die nächste mittelgroße Stadt, in der kulturell alles geboten wird, ist 14 km entfernt, die nächste Kleinstadt 4 km, beide im 20 – Minuten – Takt mit Bahn und Bus erreichbar und mit dem Auto über großzügig ausgebaute Umgehungsstraßen.

Natürlich könnte man seitenlang Vorzüge und Nachteile einer intakten Großstadt und einer intakten, ländlichen Gemeinde gegenüberstellen, wobei für jedes die persönlichen Sichtweiten, Interessen und teilweise auch finanzielle Situation letztendlich ausschlaggebend sind, wodurch auch meine Zeilen der „Landliebe“ entstanden sind.

Nochmals herzlichen Dank für Eure Sichtweiten, verbunden mit herzlichen Grüßen,
Ferdinand
Federstrich
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Die Lage, die Lage, die Lage.... Federstrich -
Jo, so ist das mit dem Landleben: so kann man es für bestimmte Flecken - evtl. leicht idealisiert - beschreiben, wie es die Zeitschrift Landleben auch tut. Dann ist die Welt sicherlich in Ordnung, besonders wenn man die Speckgürtel von Großstädten im Auge hat. Wohl dem, der das dann selbstbestimmt genießen kann. Glückwunsch.

Ich habe leider eine andere Version des "Landlebens" erlebt, eigentlich auch im Speckgürtel, aber vielleicht im falschen. Was tun, wenn es eklatanten Ärztemangel gibt, man aber hochgradig auf ärztlich Versorgung im Alter angewiesen ist? Wenn ein Vorsorgetermin beim Facharzt unter Inkaufnahme von langen Wegen unter einem dreiviertel Jahr nicht zu bekommen ist? Wenn (Zahn-)und Arztpraxen aus Altersgründen reihenweise schließen und junge Ärzte dort nicht wohnen wollen? Wenn "Rückbau" und nicht "Aufbau" das Gebot der Stunde ist? Wenn Gaststätten schließen müssen und selbst Discounter eine schweren Stand haben? Wenn in Sachen Kultur und Freizeitangeboten nichts los ist? Und wenn der Bus nur einmal am Tag in die nächste größere Stadt und zurück fährt? Wenn das normale Leben zum Problem wird? Wenn Immobilienpreise im Sinkflug sind? Auch das ist Landleben, aber gewiss nicht Landliebe.

Jo, dann heißt es, die Konsequenzen zu ziehen und den Abflug zu machen. Das habe ich gemacht und es nicht bereut.

Federstrich
werderanerin
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Wer... werderanerin -
einmal so wie ich, 50 Jahre in Berlin gelebt und gearbeitet hat, weiß es um so mehr zu schätzen, abseits von Großstädten, Lärm, Verschmutzung, Hektik und Stress zu leben...nunmehr 13 Jahre lebe ich im "Speckgürtel" Berlins und habe das niemals auch nur eine Sekunde bereut.
Hier hat man alles, was man zum leben braucht, so wie dein schönes Gedicht es bildlich beschreibt.

Ich kann aber auch junge Leute verstehen, die es in Großstädte zieht, kann man mit Freunden viel mehr unternehmen und sich ausleben...meist kommt ein Umdenken mit dem Familienleben und man zieht ins Grüne.

Kristine
Tulpenbluete13
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Da kann ich nur zustimmen- Tulpenbluete13 -
lieber Ferdinand-
die Idylle die Du beschreibst ist auch mein "Umfeld" und ich nöchte nicht "woanders" sein. Ich fahre gern mal in die Stadt und geniesse den Trubel und die Sehenswürdigkeiten und was es sonst noch gibt- was das Stadtleben so ausmacht-
aber wenn ich dann wieder daheim bin freue ich mich, dass ich alles so "nah beieinander" wie Du es so trefflich beschrieben hast habe- da fühle ich mich wohl- da bin ich daheim.
Danke für Deine "Hymne" auf das Landleben-
lG Angelika
Syrdal
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-.-.-.- Syrdal -
Lieber Ferdinand, Du weißt, dass ich aus beruflichen Gründen über ein halbes Jahrhundert in der dröhnenden, hektischen, luftverschmutzen Großstatdt gelebt habe, immer aber mit sehnsüchtigem Blick, sobald es möglich ist, wieder aufs Land zu ziehen. Und endlich ist es mir ja auch vergönnt. Also kann ich aus eigenem Erleben voll bestätigen, was Du in Deiner „Landliebe“ so schön beschreibst. Wer das Leben im ländlichen Bereich nicht selbst gekostet hat, weiß nicht, was ihm entgeht... zumal die nächste Stadt mit ihren „Angeboten“ ja immer schnell und leicht erreichbar ist.
Dein Gedicht habe ich gerne und mit allen plastischen Bildern vor Augen gelesen.
Freundschaftlichen Dank sagt Dir
Syrdal