Lernen unsere Kinder kein Mitgefühl?



Lernen unsere Kinder kein Mitgefühl?
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Die Bücher von Manfred Spitzer stehen momentan in der medialen Diskussion. Er beschäftigt sich mit den Folgen der SmartPhone-Nutzung auf Gesundheit, Bildung und Gesellschaft. Vor allem in den Schulen sollte damit restriktiv verfahren werden. Sie fördern angeblich nicht den IQ, sondern fahren ihn zurück und eine Suchtkomponente entwickelt sich schnell. Auch auf das Empathievermögen wirkt sich intensive Bildschirmnutzung aus. Das Mitgefühl gegenüber dem Andern muss das Kind genau so lernen wie das Laufen oder Sprechen, in sehr vielen realen Begegnungen mit Menschen und ihren Gefühlen. Nur das Mitfühlen der Emotionen im körperlichen Gegenüber baut unsere affektive Fähigkeit und auch kognitive Fähigkeit (Perspektivübernahme) aus.
„Zu viel Digitalität schadet der Gesundheit“ sollte obligat auf jedem Endgerät stehen.

 


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Kommentare (8)

nnamttor44

Ich denke, Mitgefühl ist teils auch angeboren. Unser Max fiel bereits mit anderthalb Jahren in der Kita der Erziehrin auf, weil er - in dem Alter! - anderen Kindern sein Mitgefühl zeigte, ihnen half, wenn sie sich weh getan hatten oder weinten. Er weinte nicht mit, wie viele Klein(st)kinder in dem Alter, sondern tröstete!!

Das hat sich bis heute so gehalten, obwohl auch unser Erstklässler längst ein Tablet besitzt, das aber in der Nutzung auf eine halbe Stunde täglich beschränkt ist.

Seine Mathelehrerin beurteilte unseren Jungen sehr negativ, weil er viel Zeit braucht, um Fakten nachzuvollziehen. Das ist leider bei Kindern mit Legasthenie so. Ihre Behauptung, er säße wohl den ganzen Tag nur am Fernseher oder am Tablet, bewege sich zu wenig, würde falsch ernährt.

Das Gegenteil ist der Fall, aber seine Gene haben aus ihm trotz viel Bewegung und gesundem Essen einen kleinen Dickmops gemacht. Und die Eltern aller Mitschüler beschweren sich ebenfalls über ihre voreingenommene Haltlung den Kindern gegenüber ... Sie treibt ihre Arbeit schon im 1. Schuljahr so sehr voran, als ob die Kinder nach den Sommerferien bereits ins dritte Schuljahr kämen. Bei kleinen Aufgaben müssten die Antworten aller Kinder "zack, zack" kommen, statt auch gelegentliches Nachfragen der I-Männchen zu akzeptieren. Das verbittet sie sich! Nicht nur wir haben den Eindruck, dass dieser Erzieherin eine große Portion Empathie fehlt. Wie es bei ihren drei Kindern wohl mit dieser Entwicklung aussieht??

Was soll ich bitte davon halten, wenn ein Erstklässler nach einem dreiviertel Jahr keine Lust mehr auf Mathe hat? Unser Max freut sich auf jeden Schultag, auch auf den Matheunterricht, weil seine Mama ihn zum Glück auf die richtige Art gut unterstützt. Aber so werden viele Kinder heutzutage auf ihren Schulalltag eingestimmt ...

Danke für Deinen Blog, lieber Manfred

Uschi
 

werderanerin

Ich denke trotz der düsteren Aussagen hier, immernoch daran, dass man vieles positiv beinflussen kann, man muss es nur wollen aber vor allem auch tun !!!

Es wächst eine Generation heran, die u.a. mit dem Smartphon leben wird..., wie wir damals mit anderen Dingen.

Der Unterschied besteht doch darin, dass die Internetnutzung derweile überhand nimmt und hier genau sind die nunmal zumindest bei den Kids/Jugendlichen die Eltern gefragt, auch Großeltern haben Einfluss.

Aber wie ist es eigentlich mit der "Großelterngeneration", die ja jetzt hier so vehement wettert...sind nicht wir auch genau an dieser Entwicklung mit Schuld...?

Ich habe genug Enkel und bekomme gewissermaßen alles hautnah mit und ja, es ist nicht immer einfach aber wer hat uns das denn auch "versprochen"...ich sehe z.B. an den Elternteilen, dass für die Kids ganz klare Handy,- Tabzeiten vorgeschrieben sind und das wissen sie ganz genau.

Nur so geht es aber natürlich weiß man genau, dass irgendwann mal nichts oder kaum noch etwas zu beeinflussen ist...wichtig sind die Zeiten während der Entwicklung, damit sie eben NICHT abdriften.

Kristine

Christine62laechel

In deinem Eitrag, Manfred, sowie in all den Kommentaren dazu, steckt nichts als nur die Wahrheit. Es ist nicht gut, und kaum eine Hoffnung in Sicht, dass es anders wird...

   Trotzdem, glaube ich, sollten es die Eltern, Großeltern, Lehrer, Betreuer, Erzieher, noch versuchen, attraktiver als die Smartphones zu sein. Nicht den ganzen Tag lang, das schafft niemand mehr, die Kinder und Jugendliche sollten aber vor allem gerne mit ihren erwachsenen Mitmenschen etwas zusammen unternehmen, oder etwas für sie tun. Sie sollten es einfach fühlen: Mein Smartphone kann warten, wenn ich mit meinem wunderbaren Alten... Oder: Ich habe einen so amüsanten Nachmittag mit meiner Oma verbracht, wir haben uns so interessant unterhalten!

Und da sollten wir nicht schüchtern fragen, ob sie vielleicht... Nichts macht die jungen Leute so wütend, wie jemand, der sie friedlich und liebevoll "beherrschen" könnte - und es nicht tut.

Dann werden sie natürlich mit ihren Freunden per Smartphone ein wenig quatschen wollen. Unsere Mühe aber, die Zeit die wir ihnen gewidmet haben - das wird nicht verloren gehen...

Mit Grüßen
Christine

Distel1fink7

Ich fahre fast täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Schule ist aus,
da wird  noch gequatscht und gealbert und das ist auch gut so.
Wenn allerdings -  betrifft fast  jede Altersklasse allein oder zu zweit
da sitzen,, da gibts nur eines " Handy raus  " und die Welt versinkt.
Das ist es, der beste Freund. Passt in jede Tasche .

Willy

Es geht wohl darum, wie man mit der neuen Technik umgeht. Eltern sollten da Vorbild sein; dann klappt es auch mit der Jugend besser. 
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Muscari

Da sprichst Du ein heikles Thema an. Auch die Kommentare von Roxanna und Syrdal sind alarmierend, so wie auch ich es empfinde.
Seit langer Zeit erlebe ich das bei meinen mittlerweile halbwüchsigen Enkelkindern, die nach dem Vorbild ihrer Mutter verfahren.
Empathie und Dankbarkeit ? Fehlanzeige....
Die Folgen bekomme ich als Schwiegermutter und Oma schon länger zu spüren. Zwar verhält sich unser Sohn anders, aber doch sehr verhalten.
Weitere Einzelheiten möchte ich mir und Euch hier ersparen. Aber das Ganze ist wohl nicht mehr zu stoppen.
Weinen
Trotzdem gute Miene zum bösen Spiel machen, nach der Devise: "Hören, sehen, schweigen".
Andrea

Syrdal


Roxanna hat es auf bereits den Punkt gebracht! Diese Smartphone-Generation (und alle folgenden ebenso) ist kaum noch zu retten... Mitgefühl, Empathie, was ist das?
Und künftig werden die Kinder vielleicht bereits mit viereckigen Augen geboren. – Arme Welt, sagt

Syrdal
 

Roxanna

Ich halte diese Entwicklung auch für sehr gefährlich und besorgniserregend, fürchte aber, dass Spitzer "in den Wind schreibt und spricht". Wie sollte dieser Trend denn noch aufgehalten werden, denn die Eltern sind in den meisten Fällen schlechtes Vorbild. Wenn ich Eltern sehe, die ihr Kind im Kinderwagen noch nicht einmal mehr anschauen, sondern die ganze Zeit auf ihr Shmartphone glotzen, dann ist doch alles klar oder nicht? Und wenn ich mehr mit meinem Smartphone kommuniziere als real mit Menschen, dann ist doch eigentlich auch klar wohin das führt. Trotzdem wird "hemmungslos" weitergemacht.

Herzlichen Gruß
Brigitte


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